Euro-Krise EZB setzt griechischen Banken enge Grenzen

Die Europäische Zentralbank hat das Limit für Notkredite an griechische Banken um fünf Milliarden Euro erhöht. Das reicht gerade aus, um die Banken bis in die kommende Woche über Wasser zu halten.
Update: 12.02.2015 - 16:41 Uhr 7 Kommentare
Die griechischen Banken stehen nahe am Abgrund. Noch werden sie durch Notkredite über Wasser gehalten. Quelle: dpa

Die griechischen Banken stehen nahe am Abgrund. Noch werden sie durch Notkredite über Wasser gehalten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Rahmen für Notkredite (ELA) für griechische Banken um fünf Milliarden Euro aufgestockt. Bei der Telefonkonferenz an diesem Donnerstag wurde dieser Beschluss gefasst, erfuhr das Handelsblatt aus Notenbankenkreisen (Freitagsausgabe). Das reiche gerade, um die Banken bis in kommende Woche hinein finanziell über Wasser zu halten,  heißt es in den Kreisen weiter. Kommenden Mittwoch entscheidet die EZB erneut über die ELA-Kredite.

Seit Mittwoch sind  griechische Banken  von den normalen Tendergeschäften der EZB ausgeschlossen,  weil die EZB  griechische Staatsanleihen und staatlich garantierte Bankanleihen nicht mehr als Sicherheit akzeptiert. Stattdessen bekommen die griechischen Banken die Liquidität hauptsächlich nur noch über ELA-Notkredite, die die griechische Notenbank vergibt.

Der in der vergangenen Woche aufgestockte Rahmen für ELA-Kredite sei bereits ausgeschöpft, heißt es in den Kreisen. Der Hauptgrund sei, dass viele Griechen ihre Konten räumten. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Unterdessen werden die Finanzprobleme Griechenlands größer: Die schlechte Zahlungsmoral der griechischen Steuerzahler reißt zu Jahresbeginn ein Milliarden-Loch in die Staatskasse. Mit 3,49 Milliarden Euro blieben die Steuereinnahmen im Januar rund eine Milliarde hinter den Vorgaben der Regierung zurück, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des Finanzministeriums hervorgeht. Offenbar hatten viele Griechen in Erwartung eines linken Wahlsieges am 25. Januar Steuerzahlungen zurückgehalten.

Insbesondere die ungeliebte Immobiliensteuer ist vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. Die neue Regierung des linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras will sie durch eine Abgabe auf Luxuswohnungen und Villen ersetzen. Die noch unter der Vorgänger-Regierung beschlossene alte Steuer wird jedoch vorerst noch eingezogen.

Mit den Einnahmeausfällen wird die Finanzlage der klammen Regierung noch prekärer. Sie muss sich bis Ende des Monats mit den internationalen Geldgebern über die Modalitäten weiterer Rettungshilfen einigen, ansonsten droht dem seit Jahren von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) über Wasser gehaltenen Land die Staatspleite.

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7 Kommentare zu "Euro-Krise : EZB setzt griechischen Banken enge Grenzen"

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  • Frei nach M.Thatcher: Ich will unser Geld zurück! Wenn die Griechen keine Steuern zahlen, wieso sollen die europäischen Arbeitnehmer dafür Steuern zahlen? Tsipras und Varoufakis tingeln durch die Welt, um anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber in Griechenland ist nicht eine einzige Reform angegangen, und wird es auch nie, wenn man immer wieder Geld nachschießt. Die sollen erst mal ne Finanzbehörde aufbauen und Bürokratie und Vetternwirtschaft beseitigen, bevor sie sich an eurpäischen Steuergeld bereichern.

  • Nein, wenn man deutsche Druckmaschinen benutzt, sollte es ohen Probleme gehen.

  • "Ich finde es bemerkenswert, was die EU-Technokraten der griechischen Bevölkerung noch so alles zumuten wollen."

    Man muss bei der Krise glaube ich etwas wichtiges verstehen: Es gibt keinen realistischen Weg ohne Schmerzen für die Griechen aus der Krise. Wenn Griechenland überhaupt eine Zukunft haben möchte, dann sind Reformen unumgänglich. Die Europäer können den Griechen ein Stück entgegenkommen, aber die Hauptanstrengung müssen die Griechen selbst übernehmen.

    Wir können als Europäer im Moment nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten und innerhalb dieses Rahmens versuchen, etwas Druck von der Regierung zu nehmen, damit sie ihren Reformkurs weiterverfolgen kann, ohne dass sie vom Mob gelyncht wird.

    Für einen wirklich großen griechischen Wurf sind Tsipras und seine Mitstreiter leider viel zu ungeschickt, unerfahren und unvorbereitet.

  • "Godmode Trader hat endlich die (Los-) Lösung gefunden:"

    Könnte es beim exzessiven Drachmendrucken irgendwelche Probleme geben? ;)

  • Dein SPIEGEL: Weshalb ist es dann gefährlich, wenn Griechenland hohe Schulden auftürmt?

    Schäuble: Die Griechen haben Mühe, ihre Kredite zurückzuzahlen. Bei einer Pleite würden die Banken, Versicherungen und die Staaten, die Griechenland etwas geliehen haben, nicht alles zurückbekommen. Dann kriegen sie selbst Schwierigkeiten, ihre Kredite zurückzubezahlen. Sie stecken sich sozusagen mit den Problemen Griechenlands an. Und stecken dann ihre Kreditgeber an. Das kann eine Lawine werden. Selbst einen relativ wohlhabenden Staat wie Deutschland könnte das irgendwann betreffen. Deshalb müssen wir das Problem mit Griechenland lösen, bevor alle anderen sich anstecken.

    Das ganze Interview hier:
    http://www.finanzforscher.de/wissen/wie-viel-geld-hat-deutschland-auf-dem-konto

  • Ich finde es bemerkenswert, was die EU-Technokraten der griechischen Bevölkerung noch so alles zumuten wollen.
    Bitte hier nachlesen, wie die deutsche Politik 2008 reagierte, um sich gegen die Krise eigenen Land zu stemmen > „Seit 2008 hat die Bundesregierung sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen, um Deutschlands Wirtschaft zu stärken und eine riesige Pleitewelle zu vermeiden, die viele Arbeitsplätze gekostet hätte – und damit letztlich noch teurer geworden wäre ...“
    http://www.finanzforscher.de/wissen/warum-hat-deutschland-schulden

  • Godmode Trader hat endlich die (Los-) Lösung gefunden:
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    Eine Einigung zwischen Griechenland und seinen europäischen Gläubigern bleibt auch nach dem gestrigen Treffen der Finanzminister in weiter Ferne. Griechenland lehnt die mit den europäischen Hilfsprogrammen verbundenen Sparvorgaben weiter vehement ab, während Deutschland und die anderen Euro-Staaten schon die Auszahlung der letzten Tranche des Hilfsprogramms davon abhängig machen wollen, dass Griechenland seine bisherigen Verpflichtungen erfüllt. Es ist nicht absehbar, wie bei diesen Positionen eine Einigung erzielt werden kann, bevor dem griechischen Staat das Geld ausgeht.

    Dabei könnte Griechenland die aktuelle Krise ganz einfach überwinden, ohne den Euro aufzugeben oder neue Finanzhilfen zu erhalten: Die griechische Regierung könnte sich entscheiden, neben dem Euro eine eigene Parallelwährung einzuführen. So könnte der griechische Staat seine Beamten und sonstigen Mitarbeiter künftig beispielsweise nicht mehr in Euro, sondern in einer eigenen, gewissermaßen selbst gedruckten Währung bezahlen.

    Diese neue Währung, zum Beispiel mit dem Namen "neue Drachme", würde nicht wie der Euro über die Kreditvergabe erzeugt werden. Die neue Währung könnte vielmehr aus Schuldscheinen bestehen, die die griechische Regierung ganz nach Bedarf drucken kann, um damit ihre laufenden Ausgaben zu bezahlen. So könnte sich die griechische Regierung quasi über Nacht aller akuten Finanzprobleme entledigen.

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