Euro-Krise

EZB verrät Details zum Anleiheprogramm

Am Tag vor der EZB-Sitzung informieren Notenbanker gezielt über Details des geplanten Anleiheprogramms zugunsten klammer Euro-Staaten. Zwar ist nicht klar, ob EZB-Chef Draghi damit durchkommt - aber die Märkte reagieren.
Update: 05.09.2012 - 18:35 Uhr 45 Kommentare

Schäuble verteidigt EZB-Unabhängigkeit

Schäuble verteidigt EZB-Unabhängigkeit

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Informationen aus Notenbankkreisen bereit, künftig auch Verluste auf von ihr gehaltene Staatsanleihen zu akzeptieren. Das sagten zwei hochrangige Notenbanker am Mittwoch - einen Tag vor einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt, bei der ein umfangreiches und in Deutschland höchst umstrittenes neues Anleihekaufprogramm als Hilfe für überschuldete Euro-Länder beschlossen werden soll. Ein EZB-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren und erklärte, es sei nicht zielführend, über noch nicht getroffene Entscheidungen zu berichten.

Die EZB werde ihren bevorzugten Gläubigerstatus bei Anleihekäufen höchstwahrscheinlich aufgeben, sagten die beiden Notenbanker. Dies sei in den Dokumenten zur Vorbereitung der Sitzung vorgeschlagen worden und werde im EZB-Rat am Mittwochabend sowie Donnerstagmorgen aber noch einmal diskutiert. "Es gibt ein Problem, wenn die Notenbanken auf dem 'preferred creditor status' bestehen - denn je stärker der öffentliche Sektor dann am Anleihemarkt interveniert, um so weniger ist der Privatsektor an Staatsanleihen interessiert", sagte der eine Zentralbanker

Im Frühjahr hatte die Notenbank die durch die Umschuldung Griechenlands eigentlich notwendigen Abschreibungen auf von ihr gehaltene Anleihen des Landes mit einem juristischen Trick und einem vielfach kritisierten Umtausch vermieden. Seitdem war das Vertrauen privater Investoren in den Anleihemarkt noch weiter gesunken, als ohnehin schon wegen der Schuldenkrise. Bis dato hat die Notenbank Staatsanleihen von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro in ihre Bilanz genommen

Die von EZB-Präsident Mario Draghi vergangenen Monat in Aussicht gestellten neuen Anleihekäufe werden nach Darstellung beider Insider so gestaltet sein, dass das dafür geschöpfte Geld über Gegengeschäfte wieder aus dem Finanzkreislauf gezogen werden kann, damit sich kein Inflationspotenzial aufbaut. „Es kann sterilisiert werden, aber es wird keine Muss-Bestimmung sein“, sagte zudem einer der beiden Notenbanker.

Sollte diese Option vom EZB-Rat so beschlossen werden, würde das die Tür für eine noch stärkere Lockerung der Geldpolitik offen halten, wie sie etwa die US-Notenbank Fed bereits praktiziert.

„Unbegrenzt und neutralisiert klingt gut, denn es zeigt, dass die EZB Willens ist, diese Staaten zu unterstützen“, sagte Währungsstratege Eric Viloria von Gain Capital Group LLC in New York. „Draghi hat bei dem letzten Treffen über die Anleihekäufe geredet, so dass viel Optimismus eingepreist ist, und der Euro hat sich bereits nach oben bewegt. Es könnte nach dem Muster 'kauf bei Gerüchten, verkauf bei Fakten' laufen“, warnte er.

Draghi will sich Spielraum offen halten
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45 Kommentare zu "Euro-Krise: EZB verrät Details zum Anleiheprogramm"

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  • Es tut mir sehr leid, auch wenn ihre Anmerkungen in sich logisch und stichhaltig wirken, so sind sie doch nur gültig, wenn unser Finanzsystem weiterhin so funktioniert, wie es seit Bretton Woods gelaufen ist - langfristig steigende Geldmenge bei langfristig fallenden Zinsen.
    Was aber, wenn sich diese Bild ändert? Was, wenn der Westen die Kontrolle über die Zinsen und das Geld peu à peu abgeben muss? Ich sage Ihnen voraus: es wird so kommen. Und die Asiaten, zum Teil auch Schwellenländer (sie sind ja längst drüber, über die Schwelle...)aus anderen Ländern, werden die nächsten 50 Jahre Herren über das Geld sein. Ich glaube nicht an diesen ganzen Gold-Sachwert-Immobilien Hype. Das machen nunmal geschickte Verkäufer so... aber ich glaube an den gesunden Menschenverstand und an Fakten. Und beides sagt mir, dass diese aberwitzig hohen Schulden und die noch aberwitzigeren Maßnahmen dagegen ins FIASKO führen MÜSSEN.

  • Es ist unverschämt, wie sich Draghi aufführt.Es wird Zeit, ihn abzulösen

  • Jetzt reden bislang unbekannte spanische Generalsekretäre nutzloser internationaler Organisationen uns auch schon ein, wir müssten an Spanien bezahlen! Es reicht!

  • Draghi muß weg. Daran geht kein Weg vorbei. Seine einzige aAufgabe besteht darin die Wetten einiger Banken gegen die PICS abzusichern.

    Eine Empfehlung:
    http://videos.arte.tv/de/videos/goldman-sachs-eine-bank-lenkt-die-welt--6894428.html

  • Ja, Spanien und Italien haben Reformen verschleppt und ja Irland und Portugal erfüllen die Auflagen auch.
    Aber man kann ihnen (aus meiner Sicht sollte man)auch helfen.
    Aber nicht einseitig zu Lasten der Länder, die Reformen nicht verschleppt haben. Wenn, dann sollte die EZB das Zinsniveau aller Anleihen gleichmäßig senken bspw. 0,5%, dann aber auch für Dtl. NL Finnland AUT etc. Wenn das Ausbluten Deutschlands so weitergeht, bin ich mal gespannt auf die Bundestagswahl und ich hoffe, eine Partei positioniert sich gegen die EZB und Versklavung des dt. Steuerzahlers.

  • Ich bin fassungslos, wie man so viel Dummheit in Worte fassen kann!!!

  • Mosche

    Habe mir gestern extra nochmal von einem Mitarbeiter "meines" wunderbaren Waschsalons bestätigen lassen:

    "Mosche" bedeutet auf hessisch soviel wie "Guten Morgen" und hat nichts mit dem Gebetsahus/tempel im Islam zu tun.

    [+++Beitrag von der Redaktion editiert+++]

  • Interressant ist Draghi wie auch viele andere von Goldmann Sachs sind!
    Die haben keinerlei Interesse daran Deutschland.... zu schonen und sich an gültige Verträge zu halten.
    Normalerweise müssten die die Zinsen bei Inflation von mehr als 2% erhöhen!Und die Staatsfinanzierung durch die Notenpresse ist veboten!Dabei spielt es in meinen Augen keine Rolle ob es kurz, mittelfristig oder langfristig ist.Ein Dieb bekommt ja auch nicht eine mildere Strafe wenn er behauptet er wollte es nur kurz ausleihen!
    Lasst mich das lieber regeln statt so Bänker die nur Profit im Sinn haben!

  • 1. Wenn es Deutschland nicht mehr gefällt, kann und darf es jederzeit aus der EU/Währungsunion austreten.
    2. im Moment leben wir wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
    3. Die paar Milliarden die wir netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
    4. Den meisten Deutsche geht es bestens, egal wie es den anderen EU-Ländern geht, auch wenn in Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann bestimmt nicht und mich schon gar nicht!

  • Bei den "Oberen" steckt mit Sicherheit keine Dummheit dahinter, sondern Absicht. Lesen Sie das Buch "Die Kreatur von Jekyll Island" von Griffin.
    Von dem, was Griffin schreibt, ist bereits sehr viel eingetroffen!

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