Euro-Krise
OECD-Chef ruft EZB zu laxerer Geldpolitik auf

Die EZB sollte sich an Japan und den USA ein Beispiel nehmen und ihre Geldpolitik weiter lockern, sagt der Chef der Industriestaaten-Organisation OECD Angel Gurria. Von der expansiven Geldpolitik würde jeder profitieren.
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BerlinDie Industriestaaten-Organisation OECD verteidigt die extrem lockere Geldpolitik in vielen Ländern und fordert von der EZB notfalls noch mehr Einsatz im Kampf gegen die Krise. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Europa nicht bessern, "muss auch die EZB bereit sein, eine noch aktivere Rolle zu spielen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Die Euro-Zone hängt seit langem wegen der scharfen Sparpolitik in der Rezession fest.

Der Mexikaner Gurria verteidigte die im Vergleich mit der Europäischen Zentralbank (EZB) noch wesentlich aggressiveren Maßnahmen in den USA, Großbritannien und zuletzt auch in Japan. Kritiker werfen diesen Ländern vor, mit der Flut billigen Geldes die nächsten Krisen heraufzubeschwören. So werden in Deutschland etwa Aktienkurse und Immobilienpreise künstlich befeuert. Gurria sagte, mit den Instrumenten der Notenbanken versuchten die Länder, wieder auf den Wachstumspfad zu kommen: "Davon wird jeder etwas haben."

Japan zum Beispiel kombiniert derzeit die lockere Geldpolitik mit hohen Staatsausgaben. "Das ist einen Versuch wert." Der Einsatz sei allerdings sehr hoch. Der deutlich abgewertete Yen hilft einerseits den exportorientierten Firmen des Landes, dafür werden aber Importe viel teurer und der ohnehin hohe Schuldenberg wird noch größer. (Reporter: Christian Krämer; redigiert von Myria Mildenberger)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn er es nicht versucht, ganz bestimmt nicht. Roosevelt löste auch keine Begeisterung aus. Im übrigen: in einer realistischen Bestandaufnahme würden, wenn es so weitergeht irgendwann 90% der Bevölkerung davon profitieren. Das einige Eigentumsfundamentalisten ihren glücklich aber nicht leistungsgerecht erworbenen "Schatz" mit Sturheit verteidigen ist anzunehmen. Aber gegen die ökonomische Vernunft, ihren Reichtum produktiv zu machen, werden sie sich nicht wehren können. Was meinen Sie warum solche, sicher ungewöhnlichen aber nicht abstruseren Varianten als die endlose Gelddruckerei gar nicht erst diskutiert werden: weil, denen die Medien gehören und es Leute wie Sie gibt, die den Gegner dämonisieren und so das kampflose Aufgeben rechtfertigen.

  • wayne
    am Schluss zahlen nur die Bürger, die fleißiger gespart und besser gehaushaltet haben als die Zocker. Diese leben aber leider munter weiter auf Kosten Ihrer Gläubiger. Den Sparern bleibt also nicht unendlich Zeit, sich gegen den anhaltenden und politisch gedeckten - zumindest nicht verhinderten Raubzug zu wappnen.
    Das Geld wandert ansonsten weiter in die Hände derjenigen, die seit Jahren bewiesen haben, dass sie nicht damit umgehen können. Die Wettbewerbsunfähigkeit einzelner Länder soll also - solange es den Einheitseuro gibt- weiter zu Lasten der Sparer geregelt werden.
    Die Stimmenmehrheit der Südländer sucht die Weichwährung und läuft in diese Richtung. Deutschland wird als vermeintlich uneuropäisch oder unsolidarisch immer mehr in die Zange genommen. Offensichtlich scheint hier am meisten zu holen zu sein. Beim durchschnittlichen Vermögen der Haushalte im EU Vergleich sieht das zwar anders aus. Voraussichtlich sind aber erst, wenn D die letzten Reste aus seinem Fleischtopf freigibt und mit in die Pleite geht, endlich alle gleich schwach; spätestens für Frankreich mit seiner noch unter der Decke gehaltenen Krise ( sinkende Industrie- und Exportbeiträge) dürfte es keinen ausreichenden Rettungsschirm mehr geben.
    Deshalb wandern vorsorglich schon jetzt immer mehr Vollmachten an das demokratisch keineswegs legitimierte Brüssel. Die Entmündigung der Bürger schreitet fort.

  • Das Problem beim New New Deal ist, dass Repunlikaner und die Tea-Party eben neue Sozialreformen nicht mittragen würden. Diese Möglichkeit hat Obama nicht.

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