Euro-Krise

OECD-Chef ruft EZB zu laxerer Geldpolitik auf

Die EZB sollte sich an Japan und den USA ein Beispiel nehmen und ihre Geldpolitik weiter lockern, sagt der Chef der Industriestaaten-Organisation OECD Angel Gurria. Von der expansiven Geldpolitik würde jeder profitieren.
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OECD-Generalsekretär Jose Angel Gurria Quelle: dpa

OECD-Generalsekretär Jose Angel Gurria

(Foto: dpa)

BerlinDie Industriestaaten-Organisation OECD verteidigt die extrem lockere Geldpolitik in vielen Ländern und fordert von der EZB notfalls noch mehr Einsatz im Kampf gegen die Krise. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Europa nicht bessern, "muss auch die EZB bereit sein, eine noch aktivere Rolle zu spielen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Die Euro-Zone hängt seit langem wegen der scharfen Sparpolitik in der Rezession fest.

Der Mexikaner Gurria verteidigte die im Vergleich mit der Europäischen Zentralbank (EZB) noch wesentlich aggressiveren Maßnahmen in den USA, Großbritannien und zuletzt auch in Japan. Kritiker werfen diesen Ländern vor, mit der Flut billigen Geldes die nächsten Krisen heraufzubeschwören. So werden in Deutschland etwa Aktienkurse und Immobilienpreise künstlich befeuert. Gurria sagte, mit den Instrumenten der Notenbanken versuchten die Länder, wieder auf den Wachstumspfad zu kommen: "Davon wird jeder etwas haben."

Japan zum Beispiel kombiniert derzeit die lockere Geldpolitik mit hohen Staatsausgaben. "Das ist einen Versuch wert." Der Einsatz sei allerdings sehr hoch. Der deutlich abgewertete Yen hilft einerseits den exportorientierten Firmen des Landes, dafür werden aber Importe viel teurer und der ohnehin hohe Schuldenberg wird noch größer. (Reporter: Christian Krämer; redigiert von Myria Mildenberger)

  • rtr
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52 Kommentare zu "Euro-Krise: OECD-Chef ruft EZB zu laxerer Geldpolitik auf"

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  • Wenn er es nicht versucht, ganz bestimmt nicht. Roosevelt löste auch keine Begeisterung aus. Im übrigen: in einer realistischen Bestandaufnahme würden, wenn es so weitergeht irgendwann 90% der Bevölkerung davon profitieren. Das einige Eigentumsfundamentalisten ihren glücklich aber nicht leistungsgerecht erworbenen "Schatz" mit Sturheit verteidigen ist anzunehmen. Aber gegen die ökonomische Vernunft, ihren Reichtum produktiv zu machen, werden sie sich nicht wehren können. Was meinen Sie warum solche, sicher ungewöhnlichen aber nicht abstruseren Varianten als die endlose Gelddruckerei gar nicht erst diskutiert werden: weil, denen die Medien gehören und es Leute wie Sie gibt, die den Gegner dämonisieren und so das kampflose Aufgeben rechtfertigen.

  • wayne
    am Schluss zahlen nur die Bürger, die fleißiger gespart und besser gehaushaltet haben als die Zocker. Diese leben aber leider munter weiter auf Kosten Ihrer Gläubiger. Den Sparern bleibt also nicht unendlich Zeit, sich gegen den anhaltenden und politisch gedeckten - zumindest nicht verhinderten Raubzug zu wappnen.
    Das Geld wandert ansonsten weiter in die Hände derjenigen, die seit Jahren bewiesen haben, dass sie nicht damit umgehen können. Die Wettbewerbsunfähigkeit einzelner Länder soll also - solange es den Einheitseuro gibt- weiter zu Lasten der Sparer geregelt werden.
    Die Stimmenmehrheit der Südländer sucht die Weichwährung und läuft in diese Richtung. Deutschland wird als vermeintlich uneuropäisch oder unsolidarisch immer mehr in die Zange genommen. Offensichtlich scheint hier am meisten zu holen zu sein. Beim durchschnittlichen Vermögen der Haushalte im EU Vergleich sieht das zwar anders aus. Voraussichtlich sind aber erst, wenn D die letzten Reste aus seinem Fleischtopf freigibt und mit in die Pleite geht, endlich alle gleich schwach; spätestens für Frankreich mit seiner noch unter der Decke gehaltenen Krise ( sinkende Industrie- und Exportbeiträge) dürfte es keinen ausreichenden Rettungsschirm mehr geben.
    Deshalb wandern vorsorglich schon jetzt immer mehr Vollmachten an das demokratisch keineswegs legitimierte Brüssel. Die Entmündigung der Bürger schreitet fort.

  • Das Problem beim New New Deal ist, dass Repunlikaner und die Tea-Party eben neue Sozialreformen nicht mittragen würden. Diese Möglichkeit hat Obama nicht.

  • "Aber eine bessere Möglichkeit hat man realistischer Weise in einer vertrakten Lage nicht."

    Solange man sich weigert die Situaltion realistisch zu betrachten und sich auch noch Denkverbote auferlegt bleibt man im Gefängnis derselben. Da haben sie recht. In einer ähnlichen Situation waren die Amerikaner kreativ und erfanden den New Deal. Ich glaube an die Kreativität der Amerikaner verlasse mich aber lieber nicht darauf und glaube noch mehr an die von uns Deutschen.

  • Nichr ganz. Es gibt nicht genug Käufer bei den Zinsen, die bezahlen möche. Das ist doch der Grund für QE;)

    Ich würde im Moment überhaupt nicht in irgendwelche Bonds investiern...

  • "Die USA sind kreditunwürdig?"

    Offensichtlich werden deren Anleihen nicht mehr in ausreichendem Maße von privaten Investoren gekauft, sonst müsste es ja die FED nicht zunehmend machen. Seien Sie erhrlich: Würden Sie Ihre in vielleicht 30 Jahren benötigte Rente in US-Bonds anlegen? Ich rate schwer ab.

  • Wie heißt jetzt konkret die Alternative (c)? Wenn man schon mit dem Rücken zur Wand steht, kann man doch keine Wirtschaft mehr auf ein 'solides' Fundament stellen, weil einem die Mittel dazu fehlen.

    Man hat also nur (a) oder (b), wobei (a) nämlich QE und ZIRP die vorteilhaftere ist. Das heißt nicht, dass das optimal ist. Aber eine bessere Möglichkeit hat man realistischer Weise in einer vertrakten Lage nicht.


  • Ich weiß nicht ob die 900 Mrd reichen.Also im Oktober 2012 überschritt man die 16 Billionenmarke und inzwischen sind es 16,834 Billionen geworden.Also in 8 Montaten nochmal 834 Mrd mehr.Ich schätze so 100 Mrd pro Monat kommt wohl eher hin.

  • Was soll das jetzt heißen? Die USA sind kreditunwürdig? Dann hilft nur der Weg in die Selbstversorgung. Um die nächste Wahl würde ich mir - falls ich so etwas annehmen würde - gar keinen Gedanken mehr verschwenden. Da hilft dann keine AfD,FDP,LINKE oder CDU oder sonst was. Da das offensichtsichtlich auch von denen nicht geglaubt wird, die so etwas ständig wiederholen, nehme ich das Horrorszenario in keiner Weise ernst. Im Gegenteil, ich habe volles Vertrauen in die amerikanische Leistungsfähigkeit.

  • Alter Wein in neuen Schläuchen.Der OECD-Chef gehört der "Partei der institutionellen Revolution" an,die wiederum Mitgied in der "Sozialistische Internationale" ist,Präsident dort ist ein Herr Namens Giorgos Andrea Papandreou,jener Herr der zweimal in der Griechenlandfrage das deutsche Volk belog und mit seiner Familie jahrelang selbst sein Land ausblünderte und an den Rand des Abgrunds führte.
    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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