Euro-Krise
Zinshoffnung treibt die Märkte an

Seit dem Euro-Gipfel sind die Märkte weltweit in Feierlaune. Was sie treibt, ist die Hoffnung auf neue Aktionen der Zentralbanken. Alle Blicke richten sich nun auf die EZB. Doch auch anderswo ist noch etwas möglich.
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DüsseldorfSeit vergangenem Freitag kennen die weltweiten Märkte nur noch eine Richtung: nach oben. Während der Dax in den Vorwochen noch mit der 6000-Punkte Marke kämpfte, liegt er inzwischen bei über 6500 Punkten. Auch andere wichtige Aktienindizes, Rohstoffe und der Ölpreis haben deutlich zugelegt.

Hinter dem Kursfeuerwerk steckt aus Sicht von Analysten nicht allein die Freude über die Beschlüsse auf dem EU-Gipfel, sondern die Hoffnung auf neue geldpolitische Impulse der Zentralbanken - allen voran von der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese tagt am Donnerstag. Viele Ökonomen rechnen damit, dass sie den Leitzins in der Eurozone von 1,0 Prozent um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent senken wird.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte dies indirekt in Aussicht gestellt. „Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter 1,0 Prozent liegen kann,“ sagte er. Andere wichtige Zentralbanken wie die US-Notenbank Fed, die Bank of England und die Bank of Japan haben ihre Leitzinsen schon seit langem de facto auf null Prozent gesenkt.

"Wenn die EZB nichts macht, wäre das eine dramatische Überraschung," sagt Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank. Er hält eine Zinssenkung um 25 Basispunkte für wahrscheinlich. Positiv überraschen könnte die EZB die Märkte aus seiner Sicht mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte oder weiteren Liquiditätshilfen für die Banken. "Dies könnte uns und der EZB einen ruhigen Sommer bescheren," schätzt Schmieding.

Im Dezember und Februar hatte die EZB bereits die Banken durch zwei langfristige Refinanzierungsgeschäften (LTRO) mit Geld versorgt und damit kurzzeitig für eine Beruhigung an den Märkten gesorgt.

Seit kurzem müssen Banken aus Euro-Krisenstaaten wie Spanien noch geringere Sicherheiten für Zentralbankgeld hinterlegen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuvor betont: „Wir werden solventen Banken bei Bedarf weiterhin Liquidität zur Verfügung stellen.“

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  • @Stubi
    genau der Punkt ist mir gestern bei dem Beitrag auch aufgefallen. Obwohl klar belegt werden konnte, dass dies und das von dem oder dem falsch gemacht wurde, ist mit keinem Stück auch mal eingeräumt worden, dass man Fehler gemacht hat. Sie glauben die Bank durch, sie seien Gott. Und da ich die Motivation verloren habe, auf der politischen Ebene etwas zu verändern, kann ich nur heute den Tipp geben, raus aus dem System. Schulden beseitigen, diesem künstlichen Konsumwahn widerstehen und sich um sein eigenes soziales Umfeld kümmeren. Dort beginnt der Wandel. Ich glaube eben leider nicht mehr daran, dass es eine politische Lösung gibt. Zu viele haben sich mit dem Fahrrad zum Bundestag aufgemacht und sind mit bequemen Karossen nach Hause gefahren.

  • @Jean-bah

    "fragt sich natürlich, warum bleibt das Volk so still."

    Das Volk war immer still, auch als es in den Luftschutzbunkern sass und darueber Hoellenlaerm war. Die waren gar gluecklich, dass sie dort sitzen durften.

    Deutschland braeuchte wirklich eine neue Partei, die den bestehenden Unfug abstellt - das Volk wird es nicht tun.

    Wer die ARD Sendung zum Euro nicht gesehen hat, der kann sie hier abrufen:

    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/11016614_der-grosse-euro-schwindel-wenn-jeder-jeden

    Auffallend ist, dass sich niemand dort schuldig fuehlt obwohl er eigentlich genug Mist gebaut hat. Also dies sollte man sich wirklich mal ansehen. Keine Ahnung warum das HB diese Sendung verschweigt, die Bild aber darauf hinweist.

  • Eigentlich doch erschreckend wie einfach sie sich das machen. Wer hat den zuerst angefangen zu zocken - die amerikanischen Bänkster, die sich auf kosten des eigenen Volkes und anderer Völker die Taschen füllen wollten. In Deutschland geht das Theater in der Offenheit seit Klau - Schröder und seiner Hannoveraner Kumpane. Deshalb hatten wir ja auch einen Herrn Hartz, Riester und Maschmeyer. Heute lügen und betrügen die Politiker aufgrund der Erfahrungen unter der "SPD" um so unverschämter und verscherbeln das restliche Vermögen an Barroso, Italien, Spanien und andere Länder, wo die Politiker genauso faul sind und die Schulden entsprechend höher.

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