Europäische Bankenaufsicht
EZB bricht mit deutscher Aufsichtspraxis

In der Griechenland-Krise setzt die EZB ein Zeichen des Vertrauens. Nach Handelsblatt-Informationen werden Aufsichtsratssitzungen von Banken weniger streng überwacht. Trotzdem haben Aufsichtsräte keinen Freifahrtschein.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank bricht mit der bisherigen Kontrollpraxis der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Die Aufseher der EZB wollen künftig nur noch sporadisch die Aufsichtsratssitzungen der Großbanken besuchen, berichtet das Handelsblatt in ihrer Freitagsausgabe. „Dazu gibt es eine Richtlinie auf Ebene der Generaldirektoren“, sagte eine mit dem Sachverhalt vertraute Person der Zeitung.

Seit dem Beinahe-Kollaps großer deutscher Institute wie der Hypo Real Estate hatten die deutschen Finanzaufseher wichtige Kreditinstitute besonders eng begleitet. Regelmäßig besuchen seither Vertreter der Bafin und der Bundesbank die Sitzungen des Aufsichtsrats wichtiger Banken.

Doch die seit dem vergangenen November für die direkte Aufsicht der 123 bedeutendsten europäischen Banken zuständige EZB macht nun Schluss mit dieser permanenten Kontrolle. Hintergrund für den Kurswechsel ist die Harmonisierung der Aufsicht in Europa. Außerhalb Deutschlands ist die regelmäßige Überwachung der Aufsichtssitzungen nämlich nicht üblich.

Die Europäische Zentralbank betonte, der Kontakt mit individuellen Aufsichtsräten stehe aber weiterhin ganz oben auf ihrer Agenda. „Als Teil der fortlaufenden Überwachung treffen sich die gemeinsamen Aufsichtsteams regelmäßig mit denjenigen Personen der Banken, die Schlüsselfunktionen inne haben“, sagte eine Sprecherin. Bundesbank und Bafin wollten die Informationen nicht kommentieren.

Daniel Schäfer ist Ressortleiter Finanzen.
Daniel Schäfer
Handelsblatt / Leiter Finanzzeitung

Kommentare zu " Europäische Bankenaufsicht: EZB bricht mit deutscher Aufsichtspraxis"

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  • Solange der Goldman-Draghi Chef der EZB ist, haben wir halt den Bock als Gärtner!
    Bitte holt Axel Weber zurück!

  • FRAGE: Wer wäre denn bereit immer neue Kredite aufzunehmen nur um weiter brav seine Zinsen zu bezahlen an Goldman Sachs und co ?

    Augsburger Allgemeine: "Griechenland-Krise - Hilfsprogramm läuft in zwei Wochen aus: Wer rettet Griechenland? "

    Die Frage muss heissen "Wer rettet die Griechischen Staatsanleihen - Welcher Depp will gern weiter bezahlen ?" Denn eine Hilfe sind die "Hilfprogramme" in Wirklichkeit nicht. Und die USA machen nur deshalb "Druck" weil sie einen Deppen brauchen zum Zinsen-Bezahlen. Aber die Griechischen Staats-Anleihen sind wahrscheinlich längst von der EZB aufgekauft und werden bei Schuldenschnitt vom Europa-Steuerzahler bezahlt. SAUEREI !!

    Griechenland sollte die Schulden, den EURO und die gesamte EU-MItgliedschaft ABSCHÜTTELN. Neuanfang als freies Land !

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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