Europäische Zentralbank
Deutsche EZB-Direktorin verbittet sich Kritik an der Geldpolitik

Sabine Lautenschläger kann die Kritik an der Währungsbehörde nicht verstehen. Nach Meinung der deutschen EZB-Direktorin müsse vielmehr die Politik ihre Anstrengungen um die Währungsunion erhöhen.

BerlinEZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat die Europäische Zentralbank gegen Kritik an deren Nullzinspolitik verteidigt. Mit Blick auf mangelnden Reformeifer in manchen Staaten der Währungsunion sagte sie am Montag in Luzern, strukturelle Probleme im Euro-Raum hemmten die Wirksamkeit der Geldpolitik. „Vor diesem Hintergrund erscheint es mir recht befremdlich, dass gerade die Politik nun die Europäische Zentralbank kritisiert“, fügte die deutsche Währungshüterin hinzu. Das gefährde die Unabhängigkeit der EZB und koste Vertrauen.

Sie wünsche sich eine Politik, die den Wählern eine vollendete europäische Währungsunion als lohnenswertes Projekt vermittle. „Wenn Idee und Wirklichkeit des Euro wieder in Einklang stehen, dann werden europakritische Stimmen nur sehr wenige Zuhörer finden. Davon bin ich überzeugt“, sagte Lautenschläger.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte jüngst die Sorge, die EZB könne euro-skeptische Bestrebungen befördern. EZB-Präsident Mario Draghi wurde zudem in den vergangenen Wochen in Deutschland wegen der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbank scharf kritisiert. Sparkassen und Banken in Deutschland beklagen seit langem, dass ihnen Erträge aus dem Zinsgeschäft wegbrechen. Mehrere Unionspolitiker haben die Bundesregierung aufgefordert, auf eine Änderung der Geldpolitik zu dringen. Nach der harschen Kritik am obersten Währungshüter hat der Europa-Ausschuss des Bundestages Draghi zu einem Gespräch eingeladen. Ein Termin nach der Sommerpause gilt als wahrscheinlich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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