Europäische Zentralbank
EZB lässt Zinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen konstant. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0,0 Prozent, teilte der EZB-Rat nach seinem Treffen in Frankfurt am Donnerstag mit.

Die Europäische Zentralbank hat wie im vergangenen Monat angekündigt damit begonnen, monatlich für 80 Milliarden Euro statt bislang 60 Milliarden Euro Anleihen aufzukaufen. Das teilte der EZB-Rat nach einem Treffen in Frankfurt mit.

Die Leitzinsen lässt das Gremium unverändert bei 0,0 Prozent, der Einlagezins für Banken bei der Zentralbank bleibt ebenfalls unverändert bei minus 0,4 Prozent.

Auf einer Pressekonferenz um 14.30 Uhr wird EZB-Präsident Mario Draghi unter anderem erläutern, wie der Anleihekauf auf Unternehmenspapiere ausgeweitet werden wird. Weitere Themen dürften die anhaltend scharfe Kritik aus Deutschland an der Geldpolitik sein sowie die Frage, ob die EZB weitere Lockerungen etwa durch sogenanntes Helikoptergeld ins Auge fasst.

Erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche massiv verschärft. Sie senkten den Leitzins im Euro-Raum von 0,05 auf 0,0 Prozent. Das vor allem in Deutschland umstrittene milliardenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurde ausgeweitet. Zugleich brummte die EZB Banken höhere Strafzinsen auf. Außerdem gibt es ab Sommer neue billige Langfristkredite für Geldhäuser.

Mit diesem bisher einmaligen Maßnahmenbündel will die EZB die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln und so Konjunktur und Inflation anschieben. Denn bisher kommt das viele billige Zentralbankgeld nicht im gewünschten Maß in der Wirtschaft an. Die Wirtschaft im Euroraum erholt sich nur schleppend, die Inflation ist nach wie vor im Keller.

Im März war die Inflation in der Euro-Zone gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Februar lag sie sogar bei minus 0,2 Prozent. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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