Europäische Zentralbank
Grexit vom Tisch, Ela im Blick

Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank darüber entschieden, welchen Beitrag sie rund um die Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern erbringt. Vor allem weitere Nothilfen für griechische Banken sind gefragt.
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FrankfurtMit der vorläufigen Einigung im griechischen Schuldendrama dürfte EZB-Chef Mario Draghi eine Riesenlast von den Schultern fallen. Denn die Gefahr scheint nun geringer geworden zu sein, dass erstmals ein Land aus dem Euro ausscheidet. „Mit der Einigung ist nun vorerst das Thema 'Grexit' vom Tisch“, sagt NordLB-Ökonom Christian Lips.

Nach der Zinssitzung der EZB am Donnerstag dürfte Draghi vor allem die Frage beantworten müssen, wie die Europäische Zentralbank nun in die Umsetzung eines neuen Hellas-Hilfspakets eingebunden wird. Darüber hinaus wird das über eine Billion Euro schwere Anleihen-Kaufprogramm Thema der EZB-Pressekonferenz sein. Den Leitzins, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent verharrt, werden die Währungshüter aller Voraussicht nach nicht antasten.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten sich Montagfrüh auf Eckpunkte eines neuen Hilfsprogramms verständigt. Es sollen weitere 82 bis 86 Milliarden Euro nach Athen fließen. Im Gegenzug muss die griechische Regierung Sofortmaßnahmen wie eine Mehrwertsteuer- und eine Rentenreform beschließen.

„Am Donnerstag wird unter anderem im Blick stehen, welche Rolle die EZB bei der konkreten Umsetzung des Programms einnehmen wird“, so NordLB-Experte Lips. Er erwartet, dass die EZB die Nothilfen an griechische Banken erhöht, sollten die Detail-Verhandlungen über das dritte Hilfsprogramm starten. Derzeit liegt das Limit für die in Fachkreisen „ELA“ genannten Bankenhilfen bei rund 89 Milliarden Euro. Die bereits seit zwei Wochen geschlossenen Geldhäuser brauchen die Geldspritzen für ihr Überleben. Denn Firmen und Privatleute hatten aus Furcht vor einem Ausscheiden aus dem Euro ihre Konten leer geräumt.

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  • "Vor allem weitere Nothilfen für griechische Banken sind gefragt. "

    Wen wunderts, haben doch die Banken mit dem Geld der EZB den griechischen Staat finanziert. Es ist kein Wunder, dass jetzt den Banken das Geld fehlen soll, die Einlagen der Griechen wieder zurückzuzahlen.

    Wie sagte der ehemalige Chefvolkswirt Issing jüngst: Vertragsverletzungen sind auf der Tagesordnung

    Das Griechenland-Thema hat einen Vorteil: Die "Schweinereien" von Politik, Bundesverfassungsgericht und EZB sind nicht mehr unter den Teppich zu kehren. Das Volk spricht bereits darüber.

    Nicht nur die griechischen Bürger, sondern auch hier sind sie aufgewacht.

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