Europäische Zentralbank Grexit vom Tisch, Ela im Blick

Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank darüber entschieden, welchen Beitrag sie rund um die Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern erbringt. Vor allem weitere Nothilfen für griechische Banken sind gefragt.
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Wird die EZB die ELA-Nothilfen erhöhen? Quelle: AFP
EZB-Chef Mario Draghi

Wird die EZB die ELA-Nothilfen erhöhen?

(Foto: AFP)

FrankfurtMit der vorläufigen Einigung im griechischen Schuldendrama dürfte EZB-Chef Mario Draghi eine Riesenlast von den Schultern fallen. Denn die Gefahr scheint nun geringer geworden zu sein, dass erstmals ein Land aus dem Euro ausscheidet. „Mit der Einigung ist nun vorerst das Thema 'Grexit' vom Tisch“, sagt NordLB-Ökonom Christian Lips.

Nach der Zinssitzung der EZB am Donnerstag dürfte Draghi vor allem die Frage beantworten müssen, wie die Europäische Zentralbank nun in die Umsetzung eines neuen Hellas-Hilfspakets eingebunden wird. Darüber hinaus wird das über eine Billion Euro schwere Anleihen-Kaufprogramm Thema der EZB-Pressekonferenz sein. Den Leitzins, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent verharrt, werden die Währungshüter aller Voraussicht nach nicht antasten.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten sich Montagfrüh auf Eckpunkte eines neuen Hilfsprogramms verständigt. Es sollen weitere 82 bis 86 Milliarden Euro nach Athen fließen. Im Gegenzug muss die griechische Regierung Sofortmaßnahmen wie eine Mehrwertsteuer- und eine Rentenreform beschließen.

„Wir haben eine harte Schlacht geschlagen“
Pressekonferenz in Brüssel
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Die Verhandlungen dauerten 17 Stunden, dann traten die Granden der Europäischen Union vor die Presse. Das Datum im Hintergrund war noch nicht auf den 13. Juli aktualisiert nach der Nachtschicht.

EU-Ratspräsident Donald Tusk
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Der Pole sprach von einem erreichten „Agreekment“ (am ehesten zu übersetzen mit „Greinigung“).

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Nach den Worten von Angela Merkel sind die Voraussetzungen geschaffen, dass „wir den Bundestag um ein Votum für die Verhandlungen bitten können“. Sie könne die Verhandlungen „mit voller Überzeugung“ empfehlen. „Die Vorteile einer Einigung überwiegen die Nachteile.“

Frage an Frau Merkel: Wie war die Stimmung?
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„Och, für die vielen Stunden ganz gut.“

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras
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Wir haben eine harte Schlacht geschlagen“, sagt Alexis Tsipras. „Wir stehen vor schwierigen Entscheidungen.“

Alexis Tsipras (2)
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Wir haben vermieden, dass wir finanziell erdrosselt werden und unser Banksystem kollabiert.“

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann
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Die Umsetzung der Griechenland-Einigung wird nach den Worten Werner Faymanns sehr schwierig werden. Das Resultat der Beratungen sei positiv für den sozialen Zusammenhalt, aber kompliziert umzusetzen, sagte er nach der Einigung in Brüssel.

„Am Donnerstag wird unter anderem im Blick stehen, welche Rolle die EZB bei der konkreten Umsetzung des Programms einnehmen wird“, so NordLB-Experte Lips. Er erwartet, dass die EZB die Nothilfen an griechische Banken erhöht, sollten die Detail-Verhandlungen über das dritte Hilfsprogramm starten. Derzeit liegt das Limit für die in Fachkreisen „ELA“ genannten Bankenhilfen bei rund 89 Milliarden Euro. Die bereits seit zwei Wochen geschlossenen Geldhäuser brauchen die Geldspritzen für ihr Überleben. Denn Firmen und Privatleute hatten aus Furcht vor einem Ausscheiden aus dem Euro ihre Konten leer geräumt.

„Draghi hat einiges bewegt“
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1 Kommentar zu "Europäische Zentralbank: Grexit vom Tisch, Ela im Blick"

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  • "Vor allem weitere Nothilfen für griechische Banken sind gefragt. "

    Wen wunderts, haben doch die Banken mit dem Geld der EZB den griechischen Staat finanziert. Es ist kein Wunder, dass jetzt den Banken das Geld fehlen soll, die Einlagen der Griechen wieder zurückzuzahlen.

    Wie sagte der ehemalige Chefvolkswirt Issing jüngst: Vertragsverletzungen sind auf der Tagesordnung

    Das Griechenland-Thema hat einen Vorteil: Die "Schweinereien" von Politik, Bundesverfassungsgericht und EZB sind nicht mehr unter den Teppich zu kehren. Das Volk spricht bereits darüber.

    Nicht nur die griechischen Bürger, sondern auch hier sind sie aufgewacht.

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