Europäische Zentralbank
Kreditvergabe an Unternehmen steigt stark

Die umstrittene Geldpolitik der Europäischen Zentralbank fruchtet offenbar langsam. Die Kreditvergabe an Unternehmen in der Euro-Zone habe deutlich zugenommen. Das Anleihekaufprogramm läuft noch bis 2017.
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FrankfurtDie Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) findet allmählich den Weg zu den Unternehmen in der Euro-Zone. Geldhäuser reichten im März 2,3 Prozent mehr Darlehen an Firmen aus als vor Jahresfrist, wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das ist deutlich mehr als im Februar, als der Anstieg noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte. An Privathaushalte vergaben die Institute im März 2,4 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor.

Die Notenbank hält ihren Leitzins seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Die Euro-Wächter erwerben zudem im großen Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Banken sollen dazu angeregt werden, mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte auszureichen statt in diese Papiere zu investieren. Das stützt die Konjunktur und sorgt für mehr Preisauftrieb im Währungsraum. Die Währungshüter wollen die in Deutschland umstrittenen Käufe noch bis Ende 2017 fortsetzen. Das Gesamtprogramm soll dann ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.

Die für die Euro-Zone wichtige Geldmenge M3 nahm im März um 5,3 Prozent zu. Experten hatten lediglich 4,7 Prozent erwartet. Zur Geldmenge M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere, sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine sehr stark wachsende Geldmenge signalisiert Volkswirten zufolge eine potenzielle Inflationsgefahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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