Europäische Zentralbank
Notenbank stellt Weichen im zweiten Halbjahr

Laut EZB-Ratsmitglied Nowotny wird die Notenbank in der zweiten Jahreshälfte über die Geldpolitik nach 2017 beraten. Die Zinsstrukturen würden zunächst so belassen. Europa sei noch nicht in der Konjunkturlage der USA.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) wird einem ihrer Top-Notenbanker zufolge erst im zweiten Halbjahr wichtige geldpolitische Weichen stellen. „Für 2017 haben wir uns festgelegt“, sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“. Die Anleihenkäufe würden auf verringertem Niveau fortgesetzt und die Zinsstrukturen so belassen wie sie seien. „In der zweiten Jahreshälfte treffen wir dann die Entscheidungen für die Zeit nach Ende 2017“, sagte Österreichs Notenbank-Gouverneur.

Europa befindet sich aus Sicht von Nowotny noch nicht in der Konjunkturlage der USA. „Die Amerikaner haben de facto Vollbeschäftigung und eine Inflationsrate nahe zwei Prozent, in der Eurozone haben wir rund zehn Prozent Arbeitslose, und die Inflation zieht nur langsam an“, sagte der Notenbanker.

Um die Teuerung im Euro-Raum anzuschieben und die Konjunktur anzuheizen pumpen die Euro-Wächter seit mehr als zwei Jahren über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Das Programm soll noch bis Ende dieses Jahres laufen und dann ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen. Dabei soll ab diesem April das monatliche Kaufvolumen auf 60 von zuvor 80 Milliarden Euro sinken. Die Leitzinsen liegen zudem seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Inzwischen sind aber vor allem aus Deutschland die Rufe lauter geworden, die EZB solle allmählich ihre ultralockere Geldpolitik beenden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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