Europäische Zentralbank
Revolutionäre Änderung im Wertpapiergeschäft

Mit einer neuen Plattform will die EZB künftig Wertpapiergeschäfte schneller und billiger abwickeln. Die Finanzbranche könnte dadurch Milliarden Euro einsparen. Deutschland soll am Montag angeschlossen werden.
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FrankfurtTLTRO, SREP und APP – die Europäische Zentralbank hat der Welt schon zahlreiche Akronyme beschert. Nun kommt eine neue Abkürzung hinzu, die in der Finanzbranche in den kommenden Jahren für viel Bewegung sorgen wird: T2S. Mit Target2-Securities, wie die Plattform in voller Länge heißt, will die EZB die Abwicklung von Wertpapiergeschäften in Europa schneller und billiger machen. Experten gehen davon aus, dass die Finanzbranche dadurch zig Milliarden Euro einsparen kann. „Es ist revolutionär“, findet nicht nur Deutsche-Börse-Vorstand Jeffrey Tessler.

Die EZB führt T2S in der Euro-Zone schrittweise ein. Deutschland wird in der vierten von fünf Migrationswellen am kommenden Montag (6. Februar) angeschlossen. Da mit der Bundesrepublik rund 40 Prozent des erwarteten Gesamtvolumens auf die Plattform kommt, ist die Anspannung bei Zentralbanken, Börsenbetreibern und Banken groß. "Erst wenn Deutschland angebunden ist, wird sich zeigen, wie leistungsfähig die Plattform wirklich ist", sagt Finanzexperte Michael Born von der Kanzlei Hengeler Mueller. Manche mit T2S befasste Manager vergleichen die Situation mit der Anspannung von Ingenieuren vor dem Start einer Rakete im US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral.

T2S löst veraltete nationale Systeme ab. Bisher gibt es in Europa mehr als 20 Zentralverwahrer, die sich nach dem Handel um die Übertragung und Aufbewahrung von Wertpapieren kümmern. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream. „Wegen der fragmentierten Märkte in Europa müssen Banken bisher in vielen Ländern Liquiditätspuffer vorhalten“, erklärt Clearstream-Managerin Martina Gruber.

„Künftig ist das nicht mehr nötig, weil Wertpapiertransaktionen zentral und in Echtzeit über die EZB abgewickelt werden.“ Geldhäuser können ihre Sicherheiten dann effektiver einsetzen. Laut der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman können große Investmentbanken so 50 Millionen Euro pro Jahr einsparen – eine Schätzung, die viele in der Finanzbranche für konservativ halten.

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„Die Milliarden-Euro-Frage“

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