Eurozone

Euro-Inflation auf niedrigem Stand

Nur noch gut ein Prozent beträgt die jährliche Inflationsrate der Eurozone – so niedrig war sie zuletzt 2010. Der Grund sind vor allem sinkende Benzinpreise und niedrige Preise für medizinische Dienstleistungen.
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Niedrige Inflation dank gefallener Spritpreise: Den höchsten Anstieg verzeichnete Estland mit 2,6 Prozent. Quelle: dpa

Niedrige Inflation dank gefallener Spritpreise: Den höchsten Anstieg verzeichnete Estland mit 2,6 Prozent.

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LuxemburgDie Teuerung in der Eurozone hat den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren erreicht. Die jährliche Inflationsrate sank vor allem wegen sinkender Benzinpreise im September gegenüber dem Vormonat um 0,2 Punkte auf 1,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte.

Eurostat bestätigte damit seine eigene Schätzung von Ende September. Im Februar 2010 hatte die Rate nach ergänzenden Angaben bei 0,9 Prozent gelegen, seitdem war sie höher als 1,1 Prozent.

Auch niedrigere Preise für Telekom-Dienstleistungen und medizinische Dienstleistungen trugen im September zu dem Trend bei. In Deutschland lag die Teuerungsrate den Eurostat-Zahlen zufolge bei 1,6 Prozent und damit deutlich über dem Schnitt des gemeinsamen Währungsgebiets. Die Daten der Luxemburger Statistiker unterscheiden sich von denen der nationalen Statistikbehörden. Daher hatte das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche für Deutschland eine Teuerungsrate für September von 1,4 Prozent gemeldet.

Den höchsten Anstieg verzeichnete Eurostat zufolge erneut Estland mit 2,6 Prozent, den niedrigsten Griechenland (minus 1,0 Prozent).

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet bei Raten knapp unter 2 Prozent als gewährleistet an. In der gesamten EU betrug die jährliche Rate im September 1,3 Prozent nach 1,5 Prozent zuvor. Die monatliche Rate betrug in der Eurozone im September 0,5 Prozent, in der EU 0,4 Prozent.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Eurozone: Euro-Inflation auf niedrigem Stand"

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  • @ottenstein

    Da liegen Sie voll im Durchschnitt.

    Die neue, verlogene Preissteigerungsrate nach dem Hedonischem Prinzip soll inflationsausgleichende Lohnforderungen verhindern.
    Somit ist jeder neue Tag ein derber Kaufkraftverlust, auch wenn Sie 3,5% Einkommenssteigerung Netto erhalten würden.

    Echt ein feines System der Bürgerver....

    Trotzdem schönen Abend noch.

  • Genau, in Eigenverantwortung selbst recherchieren. Das habe ich getan und komme auf einen Wert von 7,3 % Inflation in einem Jahr für die laufenden Ausgaben der 4-köpfigen Familie. Da nützt kein Mittelwert, um eine niedrige Inflation zu kommunizieren. Es ist Bürgerverarsche, um den massiven Vermögensentwertungen in Deutschland Vorschub zu leisten. Das kritisiere ich massiv! Der Warenkorb ist witzlos unrealistisch.

  • @Rechner: Alles richtig, nur bei dem zugrundeliegenden Lebenshaltungsindex ist zu beachten, dass dieser eine hedonische Preisrechnung abbildet und damit der "echten" Preissteigerung der "technische Fortschritt" gegengerechnet wird.
    Bezüglich der Nichteinbeziehung von Vermögenswerten wie z.B. Immobilienpreise ist zu sagen, dass dies ein der Grundübel ist, das insbesondere in den USA aber auch UK, Irland und Spanien zur Nichtbeachtung der kreditfinanzierten Immobilienboom und letztendlich zur Finanzkrise geführt hat.

  • Das statistische Bundesamt bietet auch die Möglichkeit, dass man seine persönliche Teuerungsrate ermitteln kann.
    Die offizielle Teuerungsrate stellt einen Mittelwert über einen Warenkorb dar, welcher auf Basis der Einkaufsgewohnheiten der Bürger erstellt wird.

    Als Mittelwert kann er somit nicht den für jede Einzelperson zutreffenden Teuerungswert liefern, sondern eben nur das was er ist: Einen Mittelwert.

    Weil man ohne Totalüberwachung der Einkaufsgewohnheiten aller Bürger auch keine für verschiedene Einkommen unterschiedliche Teuerungsraten errechnen kann, bietet das Statistische Bundesamt jedem die Möglichkeit, dies auf Basis der eigenen Einkaufsgewohnheiten selbst zu tun.

    Was also bemängeln Sie?

  • Das ist und bleibt eine Lügenrechnung! Wer in einem 4-Personenhaushalt ein Jahr lang seine Ausgaben aufgezeichnet hat, errechnet eine Inflation zwischen 6 und 8 %. Das ist Fakt. Da interessieren die getürkten Raten nicht. Das Geld ist weg und kann nicht anders investiert werden. Schade ist nur, dass unsere staatsgläubige Presse auf falsche Daten immer wieder hereinfällt. Man sollte sich mehr mit den Fakten beschäftigen bzw. sie realistisch hinterfragen. Das wäre bürgernahe Information. Leider kann man unserem Staat, unseren Politikern und der Kommunikation nicht mehr trauen bzw. glauben. Deutschland ist tief gesunken.

  • 'Silvercoin82' fragt
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    Fließen eigentlich Immobilienpreise mit in die Inflationsstatistik ein???
    ------------------------

    Nein!!!

    Allerdings fließen Mieten ein.

    Denn genau genommen handelt es sich bei dieser "Inflationsstatistik" (HICP) NICHT um eine Inflationsstatistik, sondern um einen Lebenshaltungskostenindex.

    Also fließen Immobilienpreise nicht ein, ebensowenig wie Preise von Investitionsgütern.

    ...

    Trotzdem ist der Lebenshaltungskostenindex langfristig auch gut als Inflationsbarometer geeignet, da sich Preise von Immobilien und Investitionsgütern natürlich langfristig auch in Mieten und Preisen niederschlagen.

    ...

    Die niedrige Teuerungsrate ist dem EZB-Rat und seiner sorgfältigen Geldpolitik zu verdanken.

    ...

    Auch letzte Woche sind wieder über 7 Milliarden der LTRO-Kredite an die EZB zurückgezahlt worden.

    Von den ursprünglichen 1018 Milliarden stehen noch 659 Milliarden aus.

  • Möglicherweise die Mieten der Obdachlosen ;-)

  • Fließen eigentlich Immobilienpreise mit in die Inflationsstatistik ein???

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