EZB-Bankenaufsicht
Die zwielichtige Rolle des Mario Draghi

Die EZB zieht um und bekommt mehr Macht. Künftig ist sie nicht nur Zentralbank, sondern auch Bankenaufsicht. Damit bringt sie sich in Interessenkonflikte. Ihr Chef Mario Draghi hat zwei gegensätzliche Aufgaben.
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FrankfurtDie Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank (EZB) können sich freuen. In dieser Woche packen die ersten ihre Koffer. Sie ziehen in eine Zentrale, von der andere nur träumen. Ihr neuer Arbeitsplatz im Frankfurter Ostend ist ein riesiger Glasturm, der innen aus zwei Türmen besteht. Im Foyer fließen Wasserfälle neben der Treppe herab, Expressaufzüge rasen mit sechs Metern pro Sekunde in die Höhe. Insgesamt 1,3 Milliarden Euro hat der Neubau gekostet – mehr als doppelt so viel wie der Hauptsitz der Deutschen Bank in der Stadtmitte.

Auch EZB-Präsident Mario Draghi wird im November seinen Schreibtisch aus der Frankfurter Innenstadt ins Ostend verlagern. Und zeitgleich zum Umzug bekommt er deutlich mehr Macht. Der neue Sitz der Notenbank symbolisiert diese  gewachsene Bedeutung.

Die alte EZB-Zentrale bestand aus einem großen Turm – der neue Sitz hat zwei. So ähnlich ist es auch mit den Aufgaben: Zu ihrer ohnehin extrem bedeutenden Aufgabe als oberste geldpolitische Instanz der Eurozone kommt nun auch noch die Oberaufsicht über die Banken im Euroraum hinzu. Das Problem dabei ist nur: Beide Aufgaben passen schwer zusammen.

Auf der einen Seite beeinflusst die EZB als Zentralbank die Risikoneigung an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft. Wenn sie beispielsweise den Leitzins senkt, macht sie damit Kredite billiger und treibt Investoren auf der Suche nach Rendite in andere Anlageformen. Ähnliches passiert, wenn sie Anleihen oder Pfandbriefe kauft. Im Moment wäre es aus geldpolitischer Sicht durchaus wünschenswert, wenn Investoren größere Risiken eingehen.

Als Bankenaufseher jedoch hat die EZB die entgegengesetzte Aufgabe: Sie muss verhindern, dass die Banken allzu große Risiken eingehen. Dies ist nur ein Beispiel für Interessenkonflikte. Draghi muss zusammenbringen, was eigentlich nicht zusammenpasst.

Kommentare zu " EZB-Bankenaufsicht: Die zwielichtige Rolle des Mario Draghi"

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  • Jeder, der sich zutraut 1 + 1 addieren zu können, sollte den Versuch, den Sie gemeistert haben, nachzuvollziehen.

    Aber kein Vorwurf an die EZB und Draghi. Der Vorwurf geht in Richtung der Abgeordneten im Bundestag und an das Bundesverfassungsgericht.

    Eigentlich ist es eine Schande, dass wir uns beide Institute noch leisten. Warten wir nur noch auf das Verbot aus Brüssel und dem EuGH.

  • Ja - und die Bürger müssen dort mit Strafzinsen auf ihre Einlagen rechnen.

    Bürger, die in 25 Jahren nach dem Fall der Mauer mehr als 500.000 Euro angspart haben.

    Da scheint es wohl im Westen sehr viele Bürger gegeben zu haben, die mit beiden Händen das Geld nur so aus dem Fenster warfen, verprassten. Die Worte von der Kinderarmut scheint wohl Propaganda der Linken und Sozies im Westteil unserer Republik zu sein.

    War es etwa nicht richtig, als unser Bundespräsident am Tag der Wiedervereinigung feststellte, dass es einem großen Teil nach der Wende viel besser geht als zuvor. Ist es nicht schade, dass dieser Aufschwung am Westteil der Bevölkerung und an den Kommunen so gänzlich vorbei ging?

  • STIMMT.

    WEG MIT DEN ABGEORDNETEN AUS DEN LISTEN DER PARTEIEN. Nur noch DIREKT-KANDIDATEN !!!

    Wir wollen keine bezahlten JA-Sager-Handhochheber.

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