EZB-Chef Mario Draghi in Straßburg
„Ihre Politik ist ein Anschlag auf unser Bargeld und unsere Renten“

Für Mario Draghi ist es ein unbequemer Termin: Vor dem Europaparlament hat der EZB-Chef die Politik der Notenbank verteidigt. Dabei musste er sich zum Teil heftige Kritik und sogar Beleidigungen anhören.

FrankfurtEs ist ein Termin, auf den Mario Draghi wohl gerne verzichten würde. Doch davon ließ sich der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) möglichst wenig anmerken. „Ich bin dankbar zurück zu sein in diesem Haus“, sagte Draghi zu Beginn seiner Rede vor dem Europaparlament in Straßburg. Das Parlament sei ein Symbol für Debatten und Lösungen in Europa.
Anlass für Draghis Auftritt war die Debatte über den Jahresbericht der Notenbank 2014. Dies nutzten die Abgeordneten zu einer Generalabrechnung über die Geldpolitik der EZB. Einige gingen den Notenbank-Chef dabei sehr hart an. „Herr Draghi, ihre Politik ist ein Anschlag auf unser Bargeld und unsere Renten“, sagte zum Beispiel ein belgischer Abgeordneter. Die Euro-Kritikerin Beatrix von Storch von der Alternative für Deutschland (AfD) sagte, Draghis Politik schade den kleinen Leuten. „Hören sie auf damit“, rief sie Draghi zu. Ein Abgeordneter wurde sogar wegen seiner Äußerungen verwarnt: „Entschuldigung, aber es ist nicht erlaubt, unsere Gäste zu beleidigen,“ intervenierte der Parlamentssprecher.

Das war die eine Seite des Parlaments. Daneben gab es auch Zustimmung für die EZB – vor allem aus den Reihen der Sozialdemokraten und der Europäischen Volkspartei, zu deren Fraktion die deutsche CDU/CSU gehört. Draghi selbst warnte in seiner Rede vor erhöhten Gefahren für die Wirtschaft in der Euro-Zone. Die Inflationsdynamik im Euro-Raum sei spürbar schwächer als im Dezember. Eine der Hauptursachen dafür sei der Ölpreisverfall.

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„Ohne die lockere Geldpolitik gäbe es Deflation“

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