EZB-Chef zu Italien-Chaos: „Märkte sind wieder da, wo sie vorher waren"

EZB-Chef zu Italien-Chaos
„Märkte sind wieder da, wo sie vorher waren"

Die Märkte haben sich aus Sicht von EZB-Chef Mario Draghi wieder von der Unklarheit der Italien-Wahl erholt. Es gebe keine Anzeichen, dass weitere EU-Staaten in Turbulenzen geraten könnten.
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FrankfurtTrotz der nach wie vor unklaren Lage in Italien haben sich die Finanzmärkte nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi von den Schockwellen der Wahl erholt. "Die Märkte sind wieder da, wo sie vor der Wahl waren", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt.

"Die Märkte verstehen, dass wir in Demokratien leben." Es gebe auch keine Anzeichen, dass weitere Euro-Staaten von den Turbulenzen in Mitleidenschaft gezogen würden.

Bei der Parlamentswahl Ende Februar hatte sich keine klare Regierungsmehrheit ergeben. Staatspräsident Giorgio Napolitano erwägt nun als Ausweg aus dem Patt abermals eine Regierung zu ernennen, die nicht aus Politikern, sondern aus Experten besteht.

Napolitano hatte schon zum Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise 2011 den ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti aufgefordert, eine Experten-Regierung zu führen.

Montis Partei wurde bei der Wahl allerdings für ihren Sparkurs abgestraft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB-Chef zu Italien-Chaos: „Märkte sind wieder da, wo sie vorher waren""

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  • Zitat: "Die Märkte haben sich aus Sicht von EZB-Chef Mario Draghi wieder von der Unklarheit der Italien-Wahl erholt."

    Aha aha, das nennt man konkret "Ausblenden von Realitäten".

    Abgesehen davon: Berlusconi wird sich nicht zurückziehen, im Gegenteil. Er liegt bei aktuellen Umfragen mit 31,3% (zus. mit Lega Nord) inzwischen vorn, M5S bei 26.2%, Monti bei 7.1%, Bersanis Bündnis bei 29,3%.

    Das Spiel ist noch lang nicht zu Ende. Und die italienische Politik - insbesondere Berlusconi - interessiert sich für "die Märkte" bekanntlich so gut wie gar nicht. Mit Ausnahme von Bersani, der mir ein sehr besonnener Mann scheint.

    "Die Märkte" warten ab, was nach dem nächsten plitischen Deadlock passiert (bei etwaigen Neuwahlen und/oder den Streitereien zur Wahl des Staatspräsidenten).

    Insofern hat sich NIEMAND von den italienischen Unklarheiten erholt. Das sind Statements, die keiner glaubt, nicht einmal der Urheber dieser Wortschöpfung.

  • Ja, sie sind da, wo sie vorher waren. Vor 2008. Und pumpen noch ein wenig mehr, für die nächste explosion.

    ""Die Märkte verstehen, dass wir in Demokratien leben." Es gebe auch keine Anzeichen, dass weitere Euro-Staaten von den Turbulenzen in Mitleidenschaft gezogen würden."

    Die Systemrelevanz sucht aber sicher schon ein neues Zuhause.

    "zum Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise 2011"

    Ich hoffe inständig dass das so ist. Aber zum einen stehen die Zeichen nicht gut für einen Beleg dafür. Zum anderen hiesse es, der Euro bleibt.
    Beides keine schönen Vorstellungen.

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