EZB
Draghi beflügelt die Phantasie der Märkte

In der Eurozone deuten die Zeichen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Auf der Pressekonferenz wies EZB-Chef Draghi außerdem Kritik an seinem Führungsstil zurück.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) bereitet weitere Schritte im Kampf gegen die gefährlich niedrige Inflation vor. Der EZB-Rat habe seine Fachabteilungen beauftragt, rasch neue Instrumente für den Notfall zu erarbeiten, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Der EZB-Rat sei sich einig, zusätzliche Sondermittel zu nutzen, sollte die Teuerungsrate im Euroraum zu lange auf zu niedrigem Niveau bleiben. Draghi betonte jedoch: „Wir sind zuversichtlich, dass die ergriffenen Maßnahmen wirken werden.“

Draghi wies außerdem Kritik an seinem Führungsstil zurück. „Es ist normal, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann. Das passiert überall“, sagte der Italiener. Er verwies dabei auf die Debatten über den richtigen geldpolitischen Kurs etwa in den USA, Großbritannien und Japan in den zurückliegenden Jahren. Dass der EZB-Rat gemeinsam hinter der Geldpolitik stehe, zeige sich daran, dass alle 24 darin vertretenen Zentralbanker das von ihm während der Pressekonferenz verlesene Eingangsstatement abgezeichnet und damit genehmigt hätten.
Spekuliert wird über den Kauf von Unternehmensanleihen, möglich wäre aber auch ein breit angelegter Kauf von Staatsanleihen („Quantitative Easing“/QE). Vor allem der Kauf von Staatspapieren ist umstritten. Kritiker meinen, die EZB würde damit Staatsfinanzierung mit der Notenpresse betreiben. DZ-Bank-Experte Thomas Meißner ist überzeugt: „Staatsanleihekäufe in großem Stil werden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr starten.“

Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gab dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag einen Schub: Nach einem über weite Strecken trägen Handel schoss der Deutsche Aktienindex am Nachmittag auf über 9400 Punkte in die Höhe.

Das Geld im Euroraum machten die Währungshüter nicht noch billiger: Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Der Strafzins für geparktes Geld bei der EZB bleibt bei 0,2 Prozent. Von September auf Oktober war die Jahresteuerung im Euroraum leicht von 0,3 Prozent auf 0,4 Prozent gestiegen. „Das gibt der EZB Zeit, eine Pause einzulegen“, erklärte Unicredit-Volkswirt Marco Valli. Allerdings liegt die Inflation noch immer deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp 2,0 Prozent. Auf diesem Niveau sprechen die Währungshüter von stabilen Preisen. Billiges Geld heizt üblicherweise die Inflation an.

Doch an der niedrigen Teuerungsrate dürfte sich trotz der seit Jahren anhaltenden Geldschwemme der EZB auch nach eigener Prognose der Notenbank so schnell nichts ändern: Für 2014 erwartet die EZB bisher einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Für 2015 dann um 1,1 Prozent, 2016 schließlich um 1,4 Prozent. Draghi sagte, es deute manches darauf hin, dass die Prognosen noch einmal nach unten korrigiert werden könnten. Die neuen EZB-Vorhersagen gibt es im Dezember.

Volkswirte hatten vor der EZB-Sitzung nicht mit weiteren Maßnahmen der Notenbank gerechnet. An der Zinsschraube können die Währungshüter ohnehin nicht mehr drehen, wie EZB-Präsident Mario Draghi schon nach der Leitzinssenkung im September erklärt hatte: „Wir sind bereits am unteren Ende.“

Aktuell hofft Draghi, Geschäftsbanken über den Ankauf von Kreditpaketen (Asset Backed Securities/ABS) und Pfandbriefen entlasten zu können. Das soll den Instituten Freiräume für neue Darlehen verschaffen und so die lahmende Kreditvergabe in Schwung bringen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB: Draghi beflügelt die Phantasie der Märkte"

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    STECKT DRAGHI ENDLICH HINTER GITTER !!!

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  • Goldman Sachs ist es gewohnt, Geld zu NULL % Zinsen geschenkt zu bekommen von FED und EZB.

    DAS MUSS AUFHÖREN !!

    Goldman Sachs kauft als Dankeschön dann Aktien von Facebook, Google, Apple, Microsoft, Warren Buffet und Co.

    Diese spenden MILLIARDEN Dollar an NGO's wie CLINTON-FOUNDATION, GATES-FOUNDATION - die dann mit Geld sich international in Politik einmischen (New World Order).

    Frau Merkel ist ihr europäischer Befehlsempfänger und Draghi ihre Gelddruckmaschine.

    STEUERZAHLER - WEHRT EUCH DAGEGEN !!!

    DRAGHI und JUNCKER gehören hiter Gitter !!!

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Politiker, die alternativlos für den ESM gestimmt haben, müssen jetzt ebenso alternativlos Farbe bekennen und Draghi stellen.

    Die "rote Linie" hat Draghi schon lange überschritten. Wenn die Damen und Herren das nicht verstanden haben, dann können sie ja bei Herrn Kohl Nachhilfe nehmen.

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