EZB
Draghi drosselt die Anleihenkäufe

Die EZB und die Notenbanken erwarben seit März Staatsbonds im Wert von 269,9 Milliarden Euro. Draghi will mit der Geldschwemme Banken dazu bewegen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Nun drosselt er das Tempo.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat das Tempo ihres über eine Billion Euro schweren Programms zum Kauf von Staatsanleihen geringfügig gesenkt. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit dem Beginn der Käufe am 9. März Staatsbonds im Volumen von inzwischen 269,9 Milliarden Euro, wie die Euro-Wächter am Montag in Frankfurt miteilten. In der Woche zum 14. August nahmen sie für 10,2 Milliarden Euro Staatsanleihen in ihre Bücher. In der Woche zuvor waren es noch Bonds für 10,8 Milliarden Euro gewesen.

EZB-Chef Mario Draghi will mit der Geldschwemme Banken im Euro-Raum dazu bewegen, weniger in Anleihen zu investieren und stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Die Idee: Durch die Käufe sollen die Anleiherenditen sinken, wodurch Bondinvestments im Vergleich zur Kreditvergabe an Attraktivität einbüßen. Mit mehr Darlehen an die Wirtschaft würde die Konjunktur und damit auch die aktuell sehr niedrige Inflation angeheizt. Allerdings blieb bislang das Wachstum in der Euro-Zone eher kraftlos : Im zweiten Quartal legte es zum Vorquartal lediglich um 0,3 Prozent zu. Auch die Inflation ist mit nur 0,2 Prozent im Juli noch längst nicht nach dem Geschmack der EZB. Sie sieht stabile Preise mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Die Währungshüter wollen Monat für Monat im Schnitt Wertpapiere - Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“) eingerechnet – im Volumen von rund 60 Milliarden Euro erwerben, aktuell während der Urlaubszeit etwas weniger. Das Gesamtprogramm soll mindestens bis September 2016 laufen und dann eine Größenordnung von 1,14 Billionen Euro haben. Griechische Staatsanleihen sind momentan vom Kaufprogramm ausgeschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB: Draghi drosselt die Anleihenkäufe"

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  • was für spannende nachrichten? heute drosselt er, morgen gibt er Gas, damit er übermorgen wieder etwas weniger kauft? und das, owohl ja garkeiner verkaufen wollte? dafür gibt es heute soviel zum Säue füttern, damit er etwas weniger kauft, um Morgen doch wieder etwas mehr zu nehmen.

  • Neben dem Euroraum schadet Draghi allen Märkten weltweit, denn seine riesigen Käufe verursachen Ungleichgewichte. Global muß man somit Mehrfinanzierungen aushalten, weil im Euroraum weniger finanziert werden kann - und Staaten sowie staatsähnliche Institutionen Probleme deswegen bekommen.

    Dem Mann fehlt jedes Verantwortungsbewußtsein - wie auch den Regierungen unterm kranken Euro.

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