EZB-Geldpolitik
Draghi will Inflation mit allen Mitteln anheizen

EZB-Chef Draghi will alle erforderlichen Mittel einsetzen, um die Inflation „so schnell wie möglich zu erhöhen.“ Die Geldpolitik der EZB könnte noch expansiver werden. Der Euro-Kurs reagiert sofort auf Draghis Aussagen.

EZB-Präsident Mario Draghi hat wegen der hartnäckig niedrigen Inflation in der Euro-Zone seine Bereitschaft zu einer weiteren Öffnung der Geldschleusen bekräftigt. Die Notenbank werde, wenn erforderlich, alle Mittel innerhalb ihres Mandats einsetzen, sagte Draghi am Freitag auf einem Bankenkongress in Frankfurt. "Wir werden das tun, was wir machen müssen, um die Inflation so schnell wie möglich zu erhöhen."

Die Währungshüter entscheiden am 3. Dezember über ihren weiteren Kurs. Nach den Aussagen des Italieners bröckelte der Euro am Devisenmarkt ab. Er notiert zeitweise nur noch bei 1,0665 Dollar. Zuvor lag er noch knapp unter der Marke von 1,07 Dollar.

Im Oktober waren die Preise in der Währungsunion lediglich um 0,1 Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt als idealen Wert für die Wirtschaft eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an - quasi einen Sicherheitsabstand zu auf breiter Front fallenden Preisen mit extrem schädlichen Folgen für die Wirtschaft.

Die Notenbank werde es nicht ignorieren können, dass die Inflation im Währungsraum schon länger niedrig liege, sagte Draghi. "Und die Erholung der Wirtschaft bleibt sehr schleppend aus historischer Sicht."

Als Instrument zum Gegenzusteuern steht bei der Euro-Notenbank insbesondere das seit März laufende Anleihen-Kaufprogramm im Blick. Dies sei ein "mächtiges und flexibles Instrument", sagte der Italiener. Dessen Umfang, Dauer und Zusammensetzung ließen sich ändern, um eine noch expansivere Geldpolitik zu erreichen. Die EZB und die nationalen Zentralbanken pumpen bereits seit gut neun Monaten Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem, um Geldhäuser zur Vergabe von mehr Krediten an die Wirtschaft zu bewegen.

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