EZB
Kurswende wird erst im Oktober erwartet

Nach einer Reuters-Umfrage rechnen Volkswirte erst im Oktober mit einem Schritt der EZB in Richtung Kurswende. Seit März 2015 kauft die EZB verstärkt Staatsanleihen und andere Wertpapiere, um die Konjunktur anzukurbeln.
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BangaloreVolkswirte rechnen nach einer Reuters-Umfrage mehrheitlich erst für den Oktober mit einem Schritt der EZB in Richtung Eindämmung der Geldflut. Nach den Ergebnissen der Erhebung erwarten 46 von 66 befragten Ökonomen – das sind fast 70 Prozent - dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober eine monatliche Verringerung ihrer billionenschweren Anleihenkäufe ankündigt. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Euro-Wächter ab Januar 2018 nur noch Wertpapiere im Volumen von 40 Milliarden Euro je Monat erwerben. Bislang sind es 60 Milliarden Euro.

Nur 15 Ökonomen rechnen damit, dass die EZB bereits auf ihrer Sitzung am nächsten Donnerstag in Frankfurt eine Reduzierung der Transaktionen verkündet. Fünf Experten erwarten einen solchen Schritt erst für die Ratssitzung im Dezember. Die große Mehrheit der Ökonomen – 58 von 63 Volkswirten – geht davon aus, dass die EZB die monatlichen Käufe bis Ende 2018 auf null abschmelzt. Reuters befragte Volkswirte vom 28. bis 31. August zu ihren Erwartungen.

Seit März 2015 erwerben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken im großen Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Mit den Käufen wollen sie die Konjunktur anfeuern und für mehr Inflation im Euro-Raum sorgen. Im August zogen die Verbraucherpreise um 1,5 Prozent an – Ziel der EZB ist aber eine Teuerung von knapp unter zwei Prozent. Das Anleihenkaufprogramm soll nach den bisherigen Planungen noch bis mindestens Ende Dezember laufen und dann ein Gesamtvolumen von 2,28 Billionen Euro erreichen.

EZB-Chef Mario Draghi und seine Ratskollegen hatten im Juni angesichts der sich festigenden Erholung im Euro-Raum einen ersten Mini-Schritt Richtung Kurswende gewagt. Sie nahmen die bislang stets bekräftigte Aussage aus ihrem Ausblick, wenn nötig die Zinsen noch tiefer zu senken. An ihrer aktuell schärfsten Waffe, den Anleihenkäufen, rüttelten sie bislang nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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