EZB nach Kaufankündigung: „Draghi muss nachlegen“

EZB nach Kaufankündigung
„Draghi muss nachlegen“

Die EZB will bis September 2016 für 1,1 Billionen Euro Anleihen kaufen. Der US-Top-Ökonom Adam Posen hält das für zu wenig. Im Interview lässt Posen auch Bundesbank-Chef Weidmann nicht ungeschoren davonkommen.
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Der US-Ökonom Adam Posen begrüßt die geplanten Staatsanleihekäufe (Quantitative Easing, QE) der EZB. Anders als der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der am Mittwoch im Handelsblatt-Interview eindringlich vor QE gewarnt hat, sieht Posen dies positiv. Wenn es nach ihm ginge, sollte die EZB sogar noch viel mehr tun.

Herr Posen, die EZB hat massive Staatsanleihe-Käufe beschlossen. Was halten Sie davon?
Das ist definitiv die richtige Entscheidung. Die EZB musste handeln, wenn sie der Wirtschaft in der Euro-Zone helfen will und ihr gesetzliches Mandat ernst nimmt. Ihr Ziel ist eine Inflation von nahe zwei Prozent. Dieses Mandat hat sie viele Monate lang ignoriert.

Reichen die beschlossenen Anleihekäufe aus?
Sie sind ein hilfreicher Anfang. Es ist aber nicht sinnvoll, Umfang und Zeitraum der Anleihekäufe einzuschränken. Die EZB muss nachlegen. Sie sollte im Idealfall so lange Anleihen kaufen, bis die Inflation wieder bei ungefähr zwei Prozent liegt.

1,1 Billionen Euro sind nicht genug?
Nein, im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ist das Programm viel kleiner als das, was die USA, Großbritannien und Japan unter vergleichbaren Umständen gemacht haben. Gerade wenn die Kreditvergabe so stark über das Bankensystem läuft wie in Europa, sind für den gleichen Effekt aber sogar mehr Anleihekäufe nötig als in einer stärker kapitalmarktbasierten Volkswirtschaft wie den USA.

Haben die Anleihekäufe in der Euro-Zone überhaupt einen Effekt auf die Inflation?
Sie helfen ein bisschen. Zum Beispiel, indem sie den Wechselkurs drücken. Außerdem verknappt die EZB damit das Angebot an Staatsanleihen. Investoren haben dann einen Anreiz ihr Geld verstärkt in andere Vermögenswerte zu stecken, deren Preise steigen.

Die eigentliche Ursache der aktuellen Krise waren spekulative Blasen. Provoziert die EZB mit QE nicht neue Übertreibungen, zum Beispiel am deutschen Immobilienmarkt?
Erstens sind die Häuserpreise in Deutschland seit 1995 über viele Jahre kaum gestiegen. Die Deutschen finanzieren die Häuser außerdem nur zu einem geringen Anteil über Kredite. Der zweite, noch wichtigere Punkt, ist: Wenn Deutschland Anzeichen für eine Blase am Häusermarkt sieht, können die Bankregulierer und Aufseher das direkt angehen. Deutschland darf nicht den Rest Europas als Geisel nehmen, um eine Blase am eigenen Häusermarkt zu bekämpfen.

Kommentare zu " EZB nach Kaufankündigung: „Draghi muss nachlegen“"

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  • Teil II
    Je höher die Schulden von Staaten, desto geringer das Wirtschaftswachstum, und desto verletzlicher werden sie in Bezug auf die Finanzmärkte. 41% der Schulden, die die USA seit Bestehen anno 1776 machten, wurden unter der Amtszeit Obamas gemacht. Seit 2010 hat sich die Staatsverschuldung von 12 Bio. $ auf über 18 Bio. $ erhöht.

    Aus finanzen100: „Inklusive der Schulden der privaten Haushalte und der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors stehen die Amerikaner mit insgesamt mehr als 57,5 Billionen Dollar in der Kreide. Das sind horrende 328 Prozent der Wirtschaftsleistung.

    Hätte nicht die Fed in den vergangenen Jahren für Billionen von Dollar Staats- und Hypothekenanleihen aufgekauft, wodurch die Bilanzsumme der Fed zuletzt auf 4,5 Billionen Dollar gestiegen ist, wären die Zinsen viel höher“.

    316 Mio. Einwohner (von den 6800 Mio) beanspruchen mehr als 1/4 der Weltverschuldung. Damit wird jeglicher Wirtschaftsaufschwung bereits im Keim erstickt!!

    Um die USA zu retten, die 80% ihrer Steuereinnahmen für ihre Militärindustrie ausgeben, in weiser Voraussicht, kommen wir um einen neuen Krieg auf dem Boden Europas also nicht herum. Die Große Depression war in den USA erst anno 1941 mit Eintritt in den II.WK beendet, durch gigantische Waffenlieferungen an Frankreich, dem UK und nach Russland und dem anschließendem Wiederaufbau Europas.

    http://siggi40.de/geld-iii/

    Die Alternative zu einem neuen Krieg wäre ein Reset im Finanzbetrugssystem, einem Trennbankensystem, die Geldschöpfung zurück in staatliche Hände und in Europa die Wiedereinführung der Landeswährungen. Aber genau dagegen sträuben sich die Lobbyisten der Finanzbetrugsmafia.
    Der größte Haushaltsposten in den meisten Ind.staaten sind Zinszahlungen an die Banken, die dem Staat das Geld leihen, das er benötigt. Ohne diesen Umweg könnte man Wohlstand bis in die hintersten Winkel des Amazonas bringen.

  • „Die EZB musste handeln, wenn sie der Wirtschaft in der Euro-Zone helfen will und ihr gesetzliches Mandat ernst nimmt. Ihr Ziel ist eine Inflation von nahe zwei Prozent. Dieses Mandat hat sie viele Monate lang ignoriert“.

    Die Deflation durch die massiv fallenden Energiepreise ist ein Einmaleffekt und kann nicht berücksichtigt werden. Ohne diesen Einmaleffekt liegen wir schon über 2% - ohne Druckerpresse. Zum anderen wurde ja eine Deflation in den PIIG(F)S erzwungen, damit sie wieder durch niedrige Löhne und Lohnstückkosten wettbewerbsfähig werden. Man dreht sich jeden Tag alles so hin, wie es die Finanzbetrugsmafia gerade mal benötigt.

    Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erklärte unlängst bei Bloomberg, die Europäische Zentralbank nutze die Deflationsdebatte, um eine Politik der quantitativen Lockerung vorzubereiten, die jedoch nicht dazu diene, Deflation zu bekämpfen, sondern um Banken zu retten. „Ich sehe die EZB sehr stark in der Bankenrettung und Investitionslenkung unterwegs”, so Sinn wörtlich.

    Prof. Sinn: „Der Kauf von Staatspapieren durch die EZB wird von Artikel 123 des EU-Vertrages zu Recht verboten, weil er einer verbotenen Monetisierung der Staatsschulden gleichkommt“
    Daran ändert auch nichts, dass der EuGH die bestehenden Verträge außer Kraft gesetzt, zum Klopapier degradiert hat, so wie es in einem Bananenstaat üblich ist.

    +++ Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten +++
    Steve Keen, 08.01.2010. Rund 80 Prozent der Tarp-Gelder, die dazu gedacht waren, die Wirtschaft zu beleben, gingen direkt in Spekulationen an den Aktienmärkten. Alleine deswegen sind die Aktienkurse so stark gestiegen. Wenn wir künftig zurückblicken, werden wir sehen, dass wir uns in der größten Finanzblase aller Zeiten befinden. Ein Grund dafür ist der Bankensektor, der völlig außer Kontrolle geraten ist.

    Der globale Kreditrausch. Die Weltverschuldung stieg von 18 Bio. $ anno 1990 bis derzeit ca. 200 Bio. $.

  • Warum ziehen entrüstete Sparer nicht zu Tausenden mit brennenden Fackeln in Richtung EZB-Zentrale in Frankfurt und stürmen die Eingangshalle?

    Ganz einfach: “Der einfache Michel interessiert sich nicht für das Schuldgeldsystem der int. Bankster”.

    Eine Billion?
    Wer kann sich sich darunter überhaupt noch was vorstellen?
    Es sind 1000 Milliarden!
    Einfach so aus dem Nichts gezaubert durch die Notenbankster!

    Auch wenn man nichts vom Schuldgeldsystem versteht, so verstehen viele Leute dennoch, dass damit der Euro in ihrer Tasche drastisch verwässert wird.
    Und genau das ist das Ziel der EZB!

    Das gilt übrigens nicht nur für den Euro, sondern auch für denn Dollar.
    Nur beim Euro ist derzeit alles viel offensichtlicher. Die Geldpolitik der EZB ist nichts anderes als ein Akt purer Verzweiflung. Die EZB wird so viele Billionen drucken, bis alles Vertrauen zerstört ist!

    In der Zwischenzeit scheint der Dollar der Gewinner zu sein.

    Doch der Tag der Wahrheit rückt auch beim privaten FED-Dollar näher - auch wenn der Abrechnungstag derzeit nicht so stark sichtbar ist wie bei der EZB-Währung.

    Doch am Ende bleibt nur Gold!
    Es ist äußerst beachtlich, dass die Edelmetallpreise - auch Silber - sich in den letzten Monaten extrem von der Rohstoffbaisse abkoppeln konnten.

    Das ist ein gutes und ein schlechtes Zeichen: Es sind die Vorboten des Schuldgeldsystem-Kollapses. Es bedeutet, dass immer mehr Menschen in den sicheren Hafen Gold fliehen. Sollte jedoch das Schuldgeldsystem tatsächlich kollabieren, dann gibt es nur Verlierer.
    Die Welt wird dann nicht mehr so sein, wie wir sie kennen.

    Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Ein Geldsystem ohne Schulden und Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

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