EZB-Präsident Draghi „Wir haben uns nie für ein abruptes Ende ausgesprochen“

Die EZB tritt auf die geldpolitische Bremse: Ab dem neuen Jahr halbiert die Notenbank ihre monatlichen Anleihekäufe. Das neue Programm läuft bis September. Die wichtigsten Aussagen im Liveblog.
Update: 26.10.2017 - 15:24 Uhr Kommentieren
Der EZB-Präsident erläutert das Zurückfahren der Anleihekäufe. Quelle: dpa
Mario Draghi

Der EZB-Präsident erläutert das Zurückfahren der Anleihekäufe.

(Foto: dpa)

Frankfurt/DüsseldorfSo hat die Europäische Zentralbank entschieden:

  • Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent.
  • Das Kaufprogramm für Staatsanleihen beträgt ab Januar bis September 2018 nur noch 30 statt bislang 60 Milliarden Euro.
  • Der Einlagezinssatz für Banken bleibt unverändert bei minus 0,4 Prozent.

+++ Risiken im Fokus +++
Viele Unternehmen haben sich womöglich an das Niedrigzinsumfeld gewöhnt. Eine Zinswende könnte sie möglicherweise vor Probleme stellen. Die Notenbank würde mögliche Risiken betrachten, versichert Draghi, mache sich darüber allerdings keine Sorgen.

+++ Kein fester Zeitrahmen +++
Das neue Programm läuft vorerst bis September 2018. Ein Reporter fragt über ein absehbares Ende der Anleihekäufe. „Wir werden sie nicht über Nacht einstellen. Wir haben uns nie für ein abruptes Ende ausgesprochen“, sagt Draghi. Die große Mehrheit im EZB-Rat habe sich für ein offenes Ende und eine „umsichtige Entscheidung“ ausgesprochen. Die Gründe seien vielfältig – der der Preisstabilität stehe über allem.

+++ Draghi über Katalonien +++
Vorsichtig antwortet der Notenbankchef auf die Frage, ob die Situation in Katalonien die Stabilität des Finanzsystems bedrohe. Man müsse die Entwicklungen erst abwarten und könnte die Risiken erst danach beurteilen, betont Draghi.

+++ Welcher Kurs ist der richtige? +++
Die Geldpolitik von verschiedenen Institutionen sei nicht unmittelbar vergleichbar, sagt Draghi, sondern richte sich an der jeweiligen wirtschaftlichen Situation aus. Insofern müsse man einen anderen geldpolitischen Kurs fahren als in den USA oder in Großbritannien. Die heutige Entscheidung sei für die Euro-Zone die richtige.

+++ „Bescheidene Reaktion“ +++
Offenbar hat Draghi mit einer stärkeren Reaktion der Märkte gerechnet. Er bezeichnete die erste Entwicklung als „bescheiden“, obwohl die heutige Ratssitzung sehr bedeutsam sei. Das zeige: Die Kommunikation gegenüber den Marktteilnehmern funktioniere gut.

„Besser jetzt einen Schock, als später einen Crash“

„Besser jetzt einen Schock, als später einen Crash“

+++ Zur Anpassung +++
„Unser Programm ist flexibel genug. Das haben wir immer wieder gezeigt und bewiesen.“ Draghi wiederholt, dass die EZB im Bedarfsfall das Volumen und den Zeitraum anpassen könnte. An die Maßnahmen der Vergangenheit wolle man anknüpfen. Wirklich konkret wird der Notenbankchef allerdings nicht.

+++ Neuinvestitionen weiter hoch +++
Die Neuinvestition soll auch in der Zukunft flexibel durchgeführt werden, sagt Draghi. Weitere Informationen dazu sollen im Laufe des Tages folgen, etwa wie diese Ströme exakt aussehen.

+++ Konsens im EZB-Rat +++
Man habe im EZB-Rat keine alternative Szenarien diskutiert, betont Draghi. Es sei eine positive Diskussionsatmosphäre gewesen. Es gab zwar unterschiedliche Auffassungen über Detailfragen, grundsätzlich habe jedoch Konsens geherrscht.

+++ Fragen aus dem Publikum +++
Nun richten die anwesenden Journalisten ihre Fragen an den EZB-Präsidenten.

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