EZB-Rat, Zinsen und der Euro
Zieht Draghi die Zügel an?

Der EZB-Rat ringt heute um die Sicherheiten für Notkredite an griechische Banken. Er könnte die Anforderungen anheben. Doch Mario Draghi steckt in einem Dilemma.  
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FrankfurtIm EZB-Rat steht heute eine intensive Debatte über Griechenland bevor. Die Mitglieder müssen nicht nur über den Rahmen an Notkrediten für die griechischen Banken entscheiden. Auch die Frage der dafür zu hinterlegenden Sicherheiten dürfte eine große Rolle spielen.

Die Ela-Notkredite sind das letzte Rettungsseil für die griechischen Banken. Denn diese sind von den normalen Refinanzierungsgeschäften der EZB faktisch ausgeschlossen, da die EZB  griechische Staatsanleihen und staatlich garantierte Bankanleihen nicht mehr als Sicherheit akzeptiert.

Für Ela-Notkredite gelten hingegen geringere Sicherheitsanforderungen. Einige EZB-Ratsmitglieder – allen voran Bundesbank-Chef Weidmann – fürchten die dadurch entstehenden Risiken. Sie wollen deshalb die  Abschläge auf Sicherheiten erhöhen, die griechische Banken als Gegenleistung für Notfallliquidität hinterlegen müssen. Dies würde die Sicherheiten verringern und so den Zugang zu Ela-Notkrediten erschweren.

Manche Ökonomen rechnen damit, dass die EZB bereits am heutigen Mittwoch eine Entscheidung trifft. „Die EZB wird  die Anforderungen vermutlich etwas verschärfen“, sagt der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Sie könne dies tun, ohne die griechischen Banken in die Pleite zu treiben, wenn sie  gleichzeitig den Rahmen für Notfallkredite der griechischen Zentralbank an griechische Banken (ELAs) etwas anheben würde.

Ob es tatsächlich dazu kommt, ist aber ungewiss. Der EZB-Rat kann mit einer Zwei-Drittel –Mehrheit die Ela-Kredite stoppen oder härtere Auflagen durchsetzen. Derzeit gibt es im Rat dafür aber keine Mehrheit, heißt es in Notenbankkreisen. Letztlich hänge die Entscheidung von Mario Draghi ab. Wenn er sich zu diesem Schritt entscheiden sollte, würde der Rat ihm folgen.  

Kommentare zu " EZB-Rat, Zinsen und der Euro: Zieht Draghi die Zügel an?"

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  • Kredite sind Kredite.
    Banküblich würde man das besichern, z.B. mit Gold oder anderen "marktgängigen Assets". Wenn man aber weder dfas eine noch das andere hat, dann machts man eben "so".
    Vielleicht sollten wir das Ganze mal als Europäer sehen und nicht als Deutsche, Greichen, Italiener usw... Dann kommt alles Vermögen in einen Pott und das gehört allen Europäern gemeinsam, nicht?

    Trotzdem bleibt dann am Ende des Tages die Frage über, warum der eine Europäer denn für Geld arbeiten sollte und der andere es eben "so" bekommt. :-)

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    In zeitgeschichtlichen Dimensionen gesprochen ist es eine Frage der Zeit, die sich die arbeitslose südeuropäische Jugend nimmt, das Ende einer Währung in ihrem Land herbeizuführen, die ausschließlich zur Bereicherung ihrer Eliten diente und dient. Und es sind keine Indizien, sondern es hat Beweiskraft, dass Maßnahmen über Jahre nicht fruchten.
    UND MAN HAT ES GEWUSST!

  • Der (...) EZB macht doch was er will.
    Weidmann ist ein (...) der zusammen mit seiner Politblase in Berlin das Deutsche Volk enteignen läßt und versklavt.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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