EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny
Zinserhöhung nicht vor 2019 realistisch

Eine baldige Zinserhöhung in der Euro-Zone ist nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny nicht realistisch. Perspektivisch könne erst im Jahr 2019 wieder mit einer Änderung der Zinspolitik gerechnet werden.
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Wien/BerlinNach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny ist eine Zinserhöhung in der Euro-Zone im nächsten Jahr noch kein Thema. Alle Notenbanken der Welt hätten die Regel, dass "erst einige Zeit" nach dem Ende der Anleihenkäufe wieder an der Zinsschraube gedreht werde, sagte der Chef der Oesterreichischen Nationalbank am Freitag im ORF. "Das heißt, realistisch gesehen, würde sich aus dieser Perspektive erst im Jahr 2019 eine Änderung der Zinspolitik ergeben." Der EZB-Rat hat im Oktober entschieden, die Anleihenkäufe zum Anheizen der Inflation bis mindestens September 2018 fortzusetzen, allerdings ab Januar bei einem halbierten monatlichen Volumen von 30 Milliarden Euro. Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann wäre allerdings ein fixes Enddatum "angezeigt gewesen".

Nowotny sagte, er sei in dieser Hinsicht "absolut einer Meinung" mit seinem deutschen Kollegen. Nach dem September 2018 gelte es, sich daran zu machen, die Käufe auslaufen zu lassen. Dies stehe allerdings unter der Bedingung, dass sich die Konjunktur wie erwartet entwickle. Die lockere Linie der Europäischen Zentralbank werde in der Führungsriege mit Blick auf die Zukunft zusehends kritisch hinterfragt: "Ich glaube schon, dass hier eine gewisse Bewegung in der Diskussion besteht. Weil es doch immer mehr Kollegen gibt, die meinen, dass wir jetzt in der Gefahr sind, dass die Kosten der expansiven Geldpolitik langsam den Nutzen übersteigen."

Die EZB erwirbt seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen der Euro-Länder und andere Schuldentitel. Auf diese Weise will sie Banken dazu bewegen, weniger in solche Titel zu investieren und stattdessen mehr Kredite auszuhändigen. Dies soll letztlich die Konjunktur ankurbeln und damit auch für mehr Preisauftrieb sorgen, da die Inflation noch deutlich unter dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent liegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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