EZB-Ratssitzung Die Geldschleusen bleiben offen – auch wegen Le Pen

Die Wirtschaft im Euro-Raum läuft so gut wie lange nicht. Das facht die Debatte über den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik an. Doch EZB-Präsident Draghi wird die Stimmen am Donnerstag wohl ignorieren.
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Der EZB-Präsident wird am Donnerstag wohl keine Veränderung in der ultralockeren Geldpolitik ankündigen. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Der EZB-Präsident wird am Donnerstag wohl keine Veränderung in der ultralockeren Geldpolitik ankündigen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtMario Draghi ist kein Freund langer Exkurse. Sensiblen Fragen, etwa nach dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik, weicht er gerne mit dem Satz aus: „Das wurde nicht diskutiert.“

Auch auf der Pressekonferenz nach der EZB-Sitzung am Donnerstag wird er wohl ein ums andere Mal auf diesen Satz zurückgreifen. Angesichts guter Wirtschaftsdaten für die Euro-Zone ist der Druck vor allem aus Deutschland hoch, bald aus der lockeren Geldpolitik auszusteigen. Erst in der vergangenen Woche hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Washington eine Kurswende der Zentralbanken in Europa und andernorts gefordert. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kann sich durchaus eine weniger expansive Geldpolitik vorstellen.

Dennoch dürfte Draghi am Donnerstag wohl jegliche Andeutungen auf einen baldigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vermeiden. Das hat nicht zuletzt auch mit den Wahlen in Frankreich zu tun.

„Es ist hochgradig unwahrscheinlich, dass die EZB irgendetwas unternimmt, was die Markterwartungen zwischen der ersten und der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen beeinflussen könnte“, sagt ING-Diba Chefvolkswirt Carsten Brzeski. In die Stichwahl am 7. Mai sind der europafreundliche Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und die Chefin der rechtsextremen Front National und erklärte Euro-Gegnerin, Marine Le Pen, eingezogen.

Für die zweite Runde sagen Umfragen Macron eine deutliche Mehrheit voraus, allerdings lagen die Meinungsinstitute zuletzt bei dem überraschenden Votum der Briten für den EU-Austritt und der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten daneben. Nach wie vor ist die politische Unsicherheit also groß.

Anfang April hatte EZB-Präsident Draghi versucht, eine Art Machtwort zu sprechen. Auf einer Konferenz in Frankfurt stellte er klar, dass es derzeit zu früh sei, um den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik zu diskutieren. Damit wollte er die auch durch EZB-Ratsmitglieder in den vergangenen Monaten munter angefachten Spekulationen über einen solchen Schritt wieder austreten. Das liegt nicht nur an der politischen Unsicherheit.

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18 Kommentare zu "EZB-Ratssitzung: Die Geldschleusen bleiben offen – auch wegen Le Pen"

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  • Nach der Auflösung der EU kann Draghi dann die Zinsen in Italien so oft anheben wie er will, um die Inflation in seinem Land zu bremsen. Leute wie er treiben mit ihren Lügen und Vertragsbrüchen endgültig jedem gutwilligen Bürger die Lust auf diese Zwangsgemeinschaft aus. Lügen und Betrug kommen vor dem Fall.

  • Apropos Dummheit, da passt dieses Zitat:

    "„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein."

    Apropos geldsystem, da passt dieses Zitat:

    "Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh." Henry Ford."

    Apropos Euro, da passt dieses Zitat:
    "Der Euro zerstört die demokratie." Gregor Gysi"

    Zudem finde ich es im jetzigen Ordnungssystem für folgerichtig, daß man Leute verantwortlich macht, die politische Ämter ANSTREBEN und nicht die, die die Ämter innehaben. Schliesslich haften ja im Zweifel ja auch nicht die, die Risiken eingehen, sondern die, die es nicht tun.


  • Der Bulle in NRW 12 min. Arbeitszeit gutgeschrieben, um die Knarre umzuschnallen....das ist schon Hyper-Dreist!

    In 12 min haben wir beim Bund den Spind im Rucksack verpackt und schon ein MG-Nest Ausgehoben....und dabei noch 5 Minuten Zigarettenpause gemacht

    Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht!

    Soll heissen: die T-EURO-Schleusen bleiben solange offen, bis die drohende TSUNAMI-HYPERINFLATION ueber uns, im Schlaf natuerlich, hereinbricht und dann alle gleich-reich macht, dank der vergangenen & aktuellen EUDSSR Politik. !

    Die AFD soll die Schwerpunkte ihrer ALTERNATIVEN Politik fuer Deutsch auf die wahren problem ausrichten, dann erledigen sich die Begleitprobleme, wie unkontrolierte Einwanderung & Pluenderung der Sozial-Kassen von selbst!

    Siehe: Bandenfoermige Einbruchdiebstaehle:

    Grenzen dicht - Problem halbiert, trotz 12 min. Gutschrift fuer Ballermann-Umschnallung bei den Gend-armen!

    Zukuenftige Prophylaxen-Therapie:

    Merkt euch die Gesichter der EU-Parlaments-Abgeordneten, denn diese haben die Doppelten Einkuenfte bei NULL-STEUER-POLITIK .....!
    SOMIT Geld und Kreditwuerdigkeit, um in teuren Wohnraum zu investieren,der dann aber guenstig zu mieten ist!

  • Das interessiert die Masse der Menschen nicht im Geringsten, die interessiert ausschließlich "Brot und Spiele" - die interessiert keine Politik, erst recht keine Geldpolitik. Sie sind die perfekten Schuldsklaven. Interessieren wird es sie erst, wenn etwa ihr Geld auf einmal weg ist (wie bei den Zyprioten mit mehr als €100k (Schein-)"Vermögen" - früher garantiert nicht. Es interessiert sie auch nicht, dass ihre ReGIERungen sie zwecks Stimmenkauf für staatliche Wohltaten und / oder Militärausgaben so hoffnungslos verschuldet haben, dass eine Rückzahlung ausgeschlossen ist. Nein, sie wählen sie sogar immer wieder aufs Neue. Die jugendliche süchtige Smartphone-Zombie-Generation interessiert das sowieso nicht. Sie sind nicht nur perfekte Schuld- sondern auch noch perfekte Konsumsklaven.
    So wird es sie auch nicht interessieren, dass Mario Drucki die Zinsen NIE MEHR signifikant erhöhen kann, da sonst die PIGS-Staaten noch nicht einmal mehr die Zinsen auf ihre Staatsschulden bezahlen könnten.
    Es interessiert sie auch nicht, dass die Staatskraken immer restriktiver werden müssen, immer mehr die Freiheitsrechte der Bürger mit Füßen treten müssen, ja immer faschistoider werden müssen, um die Steuerschrauben noch mehr zudrehen zu können und auch noch die letzten von den Bürgern erwirtschafteten Werte absaugen zu können. Und es interessiert sie auch nicht, dass die symbiontisch mit den ReGIERungen kollaborierenden (sprich gemeinsam parasitär die Bürger aussaugenden) Banken eben in einem Schuldgeldsystem gar nicht an einer Schuldenrückzahlung verdienen, sondern an den Zinsen für die Schulden und den ständig exponential wachsenden Zinseszinsen.
    Versuche daher auch bitte keiner, die Masse aufzuklären. Erstens rennt man gegen die Zensur der Systemprofiteure an, und zweitens ist es der breiten Masse eben vollkommen egal. Also kann man nur versuchen, für sich selbst das beste aus der Situation zu machen. Alles andere ist sinnlos...

  • Nur soviel: Das wird noch ein gaaaanz böses Ende haben.

  • "Die Geldschleusen bleiben offen – auch wegen Le Pen"

    Die Geldschleusen bleiben hauptsächlich offen, um das Sterben des €uro weiter hinauszuzögern. Erst im zweiten Schritt will man damit auch "Le Pen" schaden, aber trotzdem wird man es letztlich nicht aufhalten können.

  • Die Resonanz hier ist sehr bescheiden ! Scheinbar spielen die HB-Leser in einer anderen Liga ?

  • Und wie schon geschrieben...es steigen in Zukunft nicht nur die Steuern für den Deutschen Wahl Esel (Arbeitnehmer) sondern auch die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung....aber wenn der Deutsche Wähler eben auf mehr Steuern und Sozialabgaben steht, wird er auch weiterhin die SPD, Union, Grüne, FDP oder Linke wählen anstatt mit der AfD einen Wechsel...hin zum Wohl der Deutschen Gesellschaft, zu gestalten und auch zu gehen (wählen)..

  • GEGENFRAGE:
    IST ZUSÄTZLICHE (GELD-)SCHLEUSENÖFFNUNG
    BEIM (WÄHRUNGS-)STAUMAUERBRUCH SINNVOLL?

    Man mag es nicht gerne hören und lesen, aber die Wahrscheinlichkeit,
    dass Fr. Le Pen Präsidentin Frankreichs wird, ist HOCH.

    Für deutsche Sparer und Anleger, die realisieren, wie fortschreitende "Enteignung" über irrationale Zinspolitik einer Zentralbank funktioniert und Feindbilder schafft, die aus dem wirtschaftlichen, zum gesellschaftlichen und letztendlich zum politischen Desaster übergreifend wirksam werden, öffnen den Weg zur Wahl der Alternative für Deutschland.

    DAS POLIT-KLIMA BEDINGTE HOCHWASSER NIMMT ZU


  • @Jan Mallien vom HBO: Bereits in der Überschrift Ihres Artikels in den Raum zu stellen, dass etwa Le Pen irgendeinen Einfluss auf die seit Jahren ultralockere, viel zu lockere Geldpolitik Draghis zu tun haben könne, ist reine Volksverblödung eines merkelfreundlichen Mediums wie Ihres und damit aktive Wahlkampfhilfe.

    Mit Journalismus hat das jedoch gar nichts zu tun und ebenso gar nichts mit ökonomischen Sachverstand und dem bzgl. der Hintergründe der Zinspolitik, die nur dem Kapital zu Gute kommt.

    Und das obwohl Sie doch an der Frankfurter Börse tätig waren. Warum Sie da wohl nicht geblieben sind (tzzzzzzzz)!?

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