EZB-Ratssitzung
Draghi bleibt sich treu

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins im Euro-Raum auf dem Rekordtief von null Prozent. Draghi zeigte sich sehr überzeugt von der Wirkung seiner Geldpolitik. Die Märkte sehen das anders.
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FrankfurtEuropas Währungshüter verschärfen ihren Anti-Krisen-Kurs entgegen den Erwartungen vorerst nicht. „Unsere Geldpolitik ist absolut wirksam“, betonte EZB-Präsident Mario Draghi nach der Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. Es gehe nun um die reibungslose Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen im Kampf gegen die Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euro-Raum.

Draghi ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass die Notenbank notfalls nachlegen würde: „Es steht außer Frage, dass wir gewillt sind zu handeln, fähig sind zu handeln und die Möglichkeiten haben, das zu tun.“ Die Anleger blieben skeptisch. Weil es nicht zu der erwarteten Ausweitung des Anleihekaufprogramms kam und Draghi betonte, dass nicht einmal darüber diskutiert worden sei, ob man über eine Ausweitung sprechen solle, sackte der Dax ab. Während der Pressekonferenz verlor der deutsche Leitindex 1,5 Prozent, erholte sich danach aber immer etwas auf 1,03 Prozent Verlust.

Zunächst hält die EZB unverändert Kurs. Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken überschüssiges Geld bei der Notenbank, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Draghi stimmte die Märkte erneut auf einen längeren Zeitraum extrem niedriger Zinsen ein.

Das seit März 2015 laufende Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren weiteten die Währungshüter zunächst nicht aus. Bis mindestens März 2017 will die EZB unverändert Monat für Monat 80 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere stecken, insgesamt 1,74 Billionen Euro. Gut eine Billion ist schon investiert. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel.

Über eine Ausweitung der Anleihenkäufe sei im EZB-Rat am Donnerstag nicht diskutiert worden, sagte Draghi. Die Notenbank habe ihre Experten jedoch damit beauftragt, Optionen für eine reibungslose Umsetzung des Programms zu prüfen.

Weil allmählich die Papiere knapp werden, die die EZB nach ihren eigenen Regeln erwerben darf, könnte die Notenbank gezwungen sein, die Bedingungen für die Anleihenkäufe zu lockern. Derzeit darf die EZB keine Anleihen kaufen, deren Zinsen unterhalb des Einlagensatzes von derzeit minus 0,4 Prozent liegen. Außerdem hat sie sich auferlegt, höchstens 33 Prozent einer jeweiligen Emission zu kaufen.

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  • UMFRAGE ZUR FLÜCHTLINGSPOLITIK
    82 Prozent für Korrektur von Merkels Kurs
    Datum:
    09.09.2016 16:15 Uhr
    Nach der Wahlniederlage der CDU in Mecklenburg-Vorpommern steht die Bundeskanzlerin weiterhin in der Kritik. Laut einer TNS-Umfrage unter 1000 Deutschen lehnt ein Großteil der Bevölkerung ihre Flüchtlingspolitik ab.
    …..
    Bei „ NTV „ kann man auch anrufen und abstimmen...

    ruft man 1000 mal aus dem gleichen Handy, Haustelefon oder Telefonzelle an...

    so REGISTRIERT „ NTV „ 1000 MAL DIESE MEINUNG VOM GLEICHEN ANRUFER...als wären es 1000 verschiedene Teilnehmer gewesen !

    Glauben schenken an die Geldmacherei von „ NTV „ Ihre Umfragen ???

    Und welche 1000 deutsche sind hier und wo gefragt worden ???

  • AFD-AUFSTIEGDie Angst vor Flüchtlingen reicht nicht als Erklärung

    ...................

    Die AfD macht die Rechnung ohne den Wirt !!!

    DIE UNMENSCHLICHKEIT DASS DIESE EU HEUTE AN DEM TAG BRINGT...

    WIRD SICH IN DER NÄCHSTE JAHREN AN EU-EXPORTE RECHEN !

    Die Menschen kaufen dann nichts mehr aus Europa...warum Nationen unterstützen in Gute Zeiten die genau die gleiche Menschen in Notzeiten im Stich gelassen haben ???

    Kann man sowas in der EU nicht studieren ?

    ;-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))



  • AFD-AUFSTIEGDie Angst vor Flüchtlingen reicht nicht als Erklärung
    Pegida und die AfD provozieren Feindseligkeit gegenüber Flüchtlingen, sagt Hajo Funke. Gerade in Sachsen sieht der Politologe aber auch eine Mitschuld der CDU. Er wirft ihr vor, das eigentliche Problem zu verharmlosen. 

    &

    HORST SEEHOFER
    „Ohne Begrenzung werden wir es nicht schaffen“
    Datum:
    09.09.2016 13:56 Uhr
    Update: 09.09.2016, 14:31 Uhr
    Die CSU hat noch nicht entschieden, ob sie die Kanzlerin in diesem Jahr zu ihrem Parteitag einladen wird. Den Streit mit der Schwesterpartei will Horst Seehofer aber am liebsten bis Ende nächsten Monat klären.


    .............................

    DEUTSCHLAND als Motor von Europa zerfleischt sich selbst ?

    Anstatt die Ursachen die diese Flüchtlingswellen verursachen auf das schärfste anzugehen ???

    MENSCHEN AUFNEHMEN IN GANZE EU !!!

    EINE PROZENTUALLE VERTEILUNG INNERHALB DER EU ERZWINGEN...oder dann die EU auflösen !!!

    Braucht diese EU dafür einen Erdogan ???


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