EZB-Ratssitzung
Draghis letzter Trumpf?

Die EZB belässt den Leitzins bei 0,15 Prozent. Auf ihrer Sitzung im Juni hatte sie ein beispielloses Krisenpaket aufgelegt – und damit ihren Spielraum weit ausgeschöpft. Nun stößt EZB-Chef Draghi an seine Grenzen.
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DüsseldorfMario Draghi hat viel in die Waagschale geworfen. Mit einem riesigen Krisenpaket will er die Wirtschaft im Euroraum beleben und fallende Preise verhindern. Als erste große Notenbank weltweit hat die EZB deshalb im Juni eine Strafgebühr auf Einlagen der Banken beschlossen. Doch nicht nur das. Sie hat ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt und zudem milliardenschwere Geldspritzen angekündigt, mit denen die Kreditvergabe angekurbelt werden soll.

Zahlreiche Details stehen aber noch aus – etwa welchen Umfang die Kreditvergabe der Banken erreichen muss, damit sie das billige Geld nicht nach zwei Jahren vorzeitig zurückzahlen müssen. Dazu könnte Draghi auf seiner Pressekonferenz am Nachmittag mehr sagen. Fest steht bereits: Der Leitzins bleibt bei 0,15 Prozent.

Eine gewisse Wirkung haben die Maßnahmen aber schon erreicht. So ist zum Beispiel der Wechselkurs des Euro merklich gefallen. Vor der Juni-Sitzung lag er nahe der Marke von 1,40 Dollar – inzwischen bei rund 1,36. Ein schwächerer Wechselkurs verbilligt die Exporte und hilft so der Wirtschaft, gleichzeitig macht er Importe teurer und trägt  so zu steigenden Preisen bei.

Die schwache Preisentwicklung ist nach wie vor die größte Sorge für die EZB: Sie verharrte im Juni im Euroraum auf dem Tiefpunkt von 0,5 Prozent – weit entfernt vom Ziel der Preisstabilität, die die EZB mit einer Inflation von nahe zwei Prozent definiert. Damit bleiben Spekulationen über mögliche weitere Schritte der EZB im Raum.

Viele Ökonomen sind allerdings überzeugt, dass die EZB jetzt nicht mehr viel machen kann. Der Chef des gewerkschaftsnahen  Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hält die Maßnahmen der EZB zwar für richtig, sieht aber jetzt die Grenze erreicht. „Die Geldpolitik ist am Ende ihrer Möglichkeiten‟, sagt Horn. Die Finanzierungsbedingungen im Euroraum seien insgesamt extrem günstig. Das Problem sieht er jedoch darin, dass sich die Unternehmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage dennoch mit ihren Investitionen zurückhalten.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer stellt die Wirkung niedriger Zinsen im Euroraum sogar generell in Frage. In den Peripherieländern des Euroraums sei während der Finanzmarktkrise eine Schuldenblase geplatzt, sagt Krämer. Jetzt müssten Hauseigentümer, Unternehmen und Banken ihre Bilanzen bereinigen, indem sie ihre Ausgaben drosseln. Davon ließen sie sich durch niedrigere EZB-Zinsen kaum abhalten. „Die lockere Geldpolitik der EZB wirkt  in diesem Umfeld nicht“, konstatiert Krämer. Mit ihrer lockeren Geldpolitik fache die EZB vor allem die Kurse an den Finanzmärkten an. Sie könne damit aber weder die Konjunktur anschieben, noch die „unvermeidlich” niedrige Inflation erhöhen.

(Zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft: Streit um die Bankenkontrolle – Kurz bevor Danièle Nouy mit der EZB die Aufsicht über Europas Banken übernimmt, schlägt die deutsche Chef-Kontrolleurin Elke König Alarm. Sie hält den Weg der Kollegin für völlig falsch)

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  • Ich bezweifle, dass das billige Geld der EZB die Kreditvergabe ankurbelt. Das Geschäftsmodell der Banken besteht darin gegen eine Risikoprämie Geld zu verleihen. Wenn die EZB nun billigstes Geld für mehrere Jahre vergibt und gleichzeitig eine verbale Bürgschaft für Staatsanleihen abgibt, dann kann man verstehen, dass die Banken das Geld nehmen und damit z. B. italienische Staatsanleihen kaufen. Abgesehen von der geringen Nachfrage nach Krediten nimmt die EZB den Banken die Anreize überhaupt Kredite an Unternehmen zu vergeben und treibt diese in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen.

  • Nun da muss ich widersprechen.Der Goldpreis kommt von nur 250 US Dollar die Feinunze in 1999.Den Euro gibt es als Buchgeld seit dem 01.01.1999.Aber Sie dürfen bewi aller Begeisterung, nicht die 38% Wertverlust des Dollars zum Euro seit 01 vergessen.Gegenüber dem Franken sogar 50%.Das schmälert etwas die Rendite.Insgesamt denke ich,kann man mit Gold zufrieden sein.Es gehört in jedes Depot.Gold wird nie auf Null fallen,das verspreche ich Ihnen.Ich glaube auch nicht,dass der Ausgangswert,die 250 Dollar je Unze aus dem Jahr 1999 je wieder erreicht werden,auch wenn manche "Anlageberater" das immer wieder behaupten .

  • Wenn die Südländer,angeregt durch die Kreditvergabe der EZB , ihre Produktionskapazitäten erweitern und mehr produzieren,kommen noch mehr Waren auf dem Markt.Die Preise dürften dann weiter unter Druck geraten.Eigentlich müsste man die Wirtschaft im Süden gesund schrumpfen,aber das ist politisch nicht gewollt.

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