EZB-Ratssitzung
Wann kommt die Zinswende?

Die EZB könnte bald von Banken, die Geld bei ihr parken, Strafgebühren verlangen. Damit hätte sie in der Zinspolitik alle Mittel ausgeschöpft. Doch bald könnte die Wende kommen, in den USA deutet sie sich schon an.
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DüsseldorfDie Euro-Krise könnte die EZB schon bald zu einer neuen Kuriosität verleiten. In den vergangenen Monaten hat ihr Chef, Mario Draghi, die Märkte bereits darauf vorbereitet. Der Plan geht so: Banken, die Geld bei der EZB parken, sollen eine Strafgebühr zahlen. Statt Zinsen für ihr Geld zu bekommen, müssten sie dann draufzahlen.

Negative Einlagezinsen wären ein Novum für eine große Volkswirtschaft - und damit ein Experiment. „Wir sind technisch darauf vorbereitet“, hatte Draghi den Journalisten auf der Pressekonferenz im Mai mit auf den Weg gegeben.

Es wäre das letzte Mittel, das dem EZB-Chef in der Zinspolitik noch bleibt. Während die Märkte bereits über eine Zinswende in den USA spekulieren, könnte die EZB noch einen letzten Schritt nach unten machen. Weiter runter ginge es dann aber nicht mehr. Die EZB kann Banken, die ihr Geld leihen, nicht unbegrenzt Strafgebühren abknüpfen. Denn irgendwann wird es für die Banken billiger, das Geld im eigenen Tresor zu belassen, statt es der EZB zu leihen.

Dass die EZB dennoch mit negativen Einlagezinsen liebäugelt, liegt an der schwache Konjunktur im Euroraum. Nach hoffnungsvollen Vorzeichen zu Jahresanfang sind die Stimmungsindikatoren im Jahresverlauf abgeschmiert. Inzwischen haben sie sich zwar wieder etwas gefangen, doch die Unsicherheit ist nach wie vor groß.

„Draghi hat negative Einlagezinsen ins Spiel gebracht. Es hängt jetzt von der Wirtschaftsentwicklung ab, ob es dazu kommt,“ sagt Michael Schubert, EZB-Experte bei der Commerzbank. Er erwartet, dass die EZB auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag noch abwarten wird. „Die jüngsten Daten vom Einkaufsmanagerindex waren positiv. Sollte sich die Konjunktur aber weiter abschwächen, dürfte der Einlagezins wohl negativ werden.“

Die EZB will mit negativen Einlagezinsen die Banken dazu animieren mehr Kredite zu vergeben. Wenn es die Banken etwas kostet, ihr Geld bei der EZB zu parken, verleihen sie es eher an Unternehmen und Privatkunden, so das Kalkül.

Kommentare zu " EZB-Ratssitzung: Wann kommt die Zinswende?"

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  • Welche Zinswende?
    EURPA hat den ökosozialistischen Virus. Die Wirtschaft ist durch diesen Virus befallen worden und liegt seit dem auf der Intensivstation. Die EZB wird von 0,5% auf 0,25% herunter gehen. Das ist meine Prognosse für das laufende Jahr. Solange sich diese ökologische Wirtschaftssicht als Energiewende, Energieeinsparung, CO2-Verteufelung, Konsum-Verteufelung, Innovations- und Technikfeindlichkeit wie auch Wirtschafts- und Kapitalfeindlichkeit einer grün-sozialistischen Gedankenwelt im deutschen Bundestag und EU-Parlament halten, wird EUROPA weiterhin auf der Intensivstation liegen bleiben!

  • DANN DENKT MAL ALLE LAUT NACH:

    Wir leben in einer Zeit hoher Volatilität - und dies in jeder Hinsicht. Und erleben mit, dass Massnahmen der Europäischen Zentralbank nur unzureichenden Erfolg erzeugen können. Desgleichen sollte man die Beeinflussung steigender Zinsen gleichfalls in Rechnung stellen.
    NICHT WUNSCHGEMÄSS BEEINFLUSSBAR!
    Demzufolge sollte der zweifelnde Investor, der auf Renten und Anleihen sitzt, sich gut überlegen, diese mal umgehend zu veräußern.

    WARUM BITTET MAN EIGENTLICH NICHT DIE
    ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND
    MAL UM EINE STELLUNGNAHME? KOMISCH.

  • Wann kommt die Zinswende?

    Uninteressant...aber wann kommt die Währungswende?

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