EZB-Ratssitzung Wann kommt die Zinswende?

Die EZB könnte bald von Banken, die Geld bei ihr parken, Strafgebühren verlangen. Damit hätte sie in der Zinspolitik alle Mittel ausgeschöpft. Doch bald könnte die Wende kommen, in den USA deutet sie sich schon an.
18 Kommentare
Die EZB hat bei den Zinsen nach unten nicht mehr viel Spielraum. Quelle: Getty Images

Die EZB hat bei den Zinsen nach unten nicht mehr viel Spielraum.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfDie Euro-Krise könnte die EZB schon bald zu einer neuen Kuriosität verleiten. In den vergangenen Monaten hat ihr Chef, Mario Draghi, die Märkte bereits darauf vorbereitet. Der Plan geht so: Banken, die Geld bei der EZB parken, sollen eine Strafgebühr zahlen. Statt Zinsen für ihr Geld zu bekommen, müssten sie dann draufzahlen.

Negative Einlagezinsen wären ein Novum für eine große Volkswirtschaft - und damit ein Experiment. „Wir sind technisch darauf vorbereitet“, hatte Draghi den Journalisten auf der Pressekonferenz im Mai mit auf den Weg gegeben.

Es wäre das letzte Mittel, das dem EZB-Chef in der Zinspolitik noch bleibt. Während die Märkte bereits über eine Zinswende in den USA spekulieren, könnte die EZB noch einen letzten Schritt nach unten machen. Weiter runter ginge es dann aber nicht mehr. Die EZB kann Banken, die ihr Geld leihen, nicht unbegrenzt Strafgebühren abknüpfen. Denn irgendwann wird es für die Banken billiger, das Geld im eigenen Tresor zu belassen, statt es der EZB zu leihen.

Dass die EZB dennoch mit negativen Einlagezinsen liebäugelt, liegt an der schwache Konjunktur im Euroraum. Nach hoffnungsvollen Vorzeichen zu Jahresanfang sind die Stimmungsindikatoren im Jahresverlauf abgeschmiert. Inzwischen haben sie sich zwar wieder etwas gefangen, doch die Unsicherheit ist nach wie vor groß.

„Draghi hat negative Einlagezinsen ins Spiel gebracht. Es hängt jetzt von der Wirtschaftsentwicklung ab, ob es dazu kommt,“ sagt Michael Schubert, EZB-Experte bei der Commerzbank. Er erwartet, dass die EZB auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag noch abwarten wird. „Die jüngsten Daten vom Einkaufsmanagerindex waren positiv. Sollte sich die Konjunktur aber weiter abschwächen, dürfte der Einlagezins wohl negativ werden.“

Die EZB will mit negativen Einlagezinsen die Banken dazu animieren mehr Kredite zu vergeben. Wenn es die Banken etwas kostet, ihr Geld bei der EZB zu parken, verleihen sie es eher an Unternehmen und Privatkunden, so das Kalkül.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Gemischte Erfahrungen in Dänemark
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: EZB-Ratssitzung - Wann kommt die Zinswende?

18 Kommentare zu "EZB-Ratssitzung: Wann kommt die Zinswende?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Welche Zinswende?
    EURPA hat den ökosozialistischen Virus. Die Wirtschaft ist durch diesen Virus befallen worden und liegt seit dem auf der Intensivstation. Die EZB wird von 0,5% auf 0,25% herunter gehen. Das ist meine Prognosse für das laufende Jahr. Solange sich diese ökologische Wirtschaftssicht als Energiewende, Energieeinsparung, CO2-Verteufelung, Konsum-Verteufelung, Innovations- und Technikfeindlichkeit wie auch Wirtschafts- und Kapitalfeindlichkeit einer grün-sozialistischen Gedankenwelt im deutschen Bundestag und EU-Parlament halten, wird EUROPA weiterhin auf der Intensivstation liegen bleiben!

  • DANN DENKT MAL ALLE LAUT NACH:

    Wir leben in einer Zeit hoher Volatilität - und dies in jeder Hinsicht. Und erleben mit, dass Massnahmen der Europäischen Zentralbank nur unzureichenden Erfolg erzeugen können. Desgleichen sollte man die Beeinflussung steigender Zinsen gleichfalls in Rechnung stellen.
    NICHT WUNSCHGEMÄSS BEEINFLUSSBAR!
    Demzufolge sollte der zweifelnde Investor, der auf Renten und Anleihen sitzt, sich gut überlegen, diese mal umgehend zu veräußern.

    WARUM BITTET MAN EIGENTLICH NICHT DIE
    ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND
    MAL UM EINE STELLUNGNAHME? KOMISCH.

  • Wann kommt die Zinswende?

    Uninteressant...aber wann kommt die Währungswende?

  • Ich stelle mir immer die Frage, wenn alle Industrienationen so hoch verschuldet sind, wer sind eigentlich die Gläubiger? Schulden lassen sich ja nur machen, wenn jemand anderes bereit ist sein Geld zu verleihen und dieser selbst über soviele Mittel verfügt, dass er das machen kann. Macht es nicht Sinn, dass Schulden z.B. zwischen der EU, den USA und China erstmal untereinander verrechnet werden? Denn irgendwo ist ja jeder mit jedem verschuldet. Ich denke die Netto-Schulden nach Verrechnungen dürften wesentlich geringer ausfallen. Wenn danach die Zinsen steigen, ist es dann nicht mehr dramatisch.

  • Ein negativer Einlagezins wird mit Sicherheit nicht zu den Unternehmen fliessen. Gaebe es kreditfaehige Projekte mit Kreditnehmern ausreichender Bonitaet, wuerden sich die Banken schon heute die Finger nach ihnen lecken. Das waere allemal besser als Staatskredite mit unuebersehbar steigendem Ausfallrisiko.

    Was also koennte geschehen, wenn die EZB die Einlagezinsen negative macht?
    1) Soweit moeglich, werden Banken Zentralbankkredite zurueckfuehren.
    2) Die Banken werden vermehrt in Vermoegensanlagen gehen (Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien, Aktien, Unternehmensbeteiligungen)
    Ersteres waere gut, weil es die Geldbasis und damit das Inflationpotential verringert, letzteres wuerde ueber Assetprice Inflation die allgemeine Inflation anheizen. Merke: hoehere Mieten und hoehere Rohstoffpreise fuehren entweder zu hoeheren Produktpreisen oder – bei geringer Nachfrage – zu sinkender Produktion.

  • INFORMATION steht an erster Stelle
    Was dann daraus wird kann keiner genau sagen.
    Wahrscheinlich überreagieren die Menschen aber dann ins andere Extrem und Gewalt eskaliert....

  • Zitat: Und die meisten Menschen schlafen weiter....

    Was sollen , was können die Menschen denn überhaupt machen?

  • Nackte Verzweifelung.
    Banken mit Geld fluten, damit Unternehmen Kredite
    aufnehmen. Selbige haben aber auch keine Christallkugel
    im Schrank und halten sich zurück, da es einer großen
    Zahl der EU Bewohner eher schlechter als besser ergeht.
    Der Kapitalismus frißt seine Kinder.

  • Das FED Privatbanksterkartell hat seine vernichtendes Vorspiel getan und die Welt mit wertlosen Fiat-Money Dollars und Derivaten geflutet....
    Nun kann der Crash endlich kommen. Der "neue" Dollar wird im Kern edelmetallgedeckt sein. Unter einer faschistischen Regierung.
    Der Euro wird kollabieren diesen Sommer - geplanterweise.
    Und die meisten Menschen schlafen weiter....
    Ob sie hier in der BRD Deutschland GmbH endlich aufwachen wenn sie ihr Erspartes abgenommen kriegen und Zwangshypotheken auf ihre Häuser bekommen ?
    Wieviel Fiat-Money Euros bekommt man 1:1 umgestellt zur neuen DM2 welche schon fertig gedruckt ist ?
    So. Dieser Kommentar wird bestimmt gelöscht werden ....

  • Ein Zeichen für mangelnde Investitionsbereitschaft! Wenn Anleger ihr Geld für "Magerzinsen" lieber zur Bank bringen anstatt es mit etwas Risiko in Wirtschaftsprojekte zu investieren ist das ein Zeichen fehlenden Verrauens in die Politik. Seit Jahren schon erleben wir eine Politik des "Aussitzens", erst kurz vor Fristablauf werden dann Gesetze durchgeboxt, die kurze Zeit später von den Gerichten wieder gekippt werden. Es gibt keinen Politiker mehr, der langfristige Visionen hat. Es wird immer nur bis zur nächsten Wahl gedacht und den Lobbyisten nach dem Maul geredet. Strafzinsen sind keine Lösung, wir brauchen Politiker die Mut haben unbequeme Entscheidungen zu treffen, auf die wir uns verlassen können und die berechenbare Politik machen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%