EZB-Ratssitzung
Wie hält Draghi die Märkte bei Laune?

Vor der heutigen EZB-Sitzung hat Mario Draghi hohe Erwartungen geweckt. Vieles deutet auf eine weitere Lockerung hin. Die Frage ist nur: Wie stark? In irgendeiner Form muss Draghi jetzt liefern – und sei es mit Worten.
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DüsseldorfEs war ein deutlicher Fingerzeig. Auf dem Notenbanker-Treffen im amerikanischen Jackson Hole sagte EZB-Chef Mario Draghi, er werde sich „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ gegen die Gefahr einer Deflation, also sinkender Preise, stemmen. Und damit nicht genug: Erstmals gab der Italiener offen zu, dass das Vertrauen in die Fähigkeit der EZB, den Euro langfristig stabil zu halten, Risse bekommen könnte.

Gleichzeitig rief Draghi die Euro-Länder offen zu mehr Flexibilität in der Haushaltspolitik auf. Sprich: Sie sollen mit mehr Schulden die Wirtschaft ankurbeln. Bislang hatte Draghi eher einen Sparkurs verfochten.

Doch die schwierige Ausgangslage hat ihn offenbar zu einem anderen Kurs bewogen. Laut ihrem Mandat ist die EZB einzig dem Ziel der Preisstabilität verpflichtet, das sie bei einer Inflation von nahe zwei Prozent gewährleistet sieht. Doch genau gegen dieses Ziel verstößt sie im Moment. Im August ist die Inflationsrate in der Eurozone auf 0,3 Prozent gefallen. Je weiter die Teuerung sinkt, desto größer ist das Risiko, dass die Wirtschaft in eine gefährliche Spirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und abnehmenden Investitionen abrutscht.

Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass sich auch die Inflationserwartungen seit Wochen im freien Fall befinden. Das könnte eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale in Gang setzen, wenn diese Erwartungen in die Lohnverhandlungen einfließen. Deshalb steht die EZB unter Zugzwang. Sie muss handlungsfähig bleiben, doch ihre klassischen Instrumente hat sie weitgehend ausgeschöpft. Der Leitzins im Euroraum liegt auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent und die Einlagenzinsen für Banken sind sogar negativ. Deshalb bleiben nur unkonventionelle Mittel.

Mit seiner Rede in Jackson Hole hat Draghi bereits einiges erreicht. Er hat die Erwartung geschürt, dass die EZB noch mehr machen könnte. Das hat einerseits den Euro-Kurs gedrückt, andererseits auch die Zinsen für Staatsanleihen der Euro-Länder.

Allerdings könnte sich dies auch schnell wieder umkehren, wenn Draghi nun die Erwartungen enttäuscht. Der EZB-Chef muss in irgendeiner Form die Märkte bei Laune halten. Die meisten Ökonomen erwarten deshalb, dass er ein Programm zum Aufkauf von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities, kurz: ABS) verkündet. Dabei geht es um Wertpapiere, die verschiedene Kredite bündeln.

Der Vorteil von Kreditverbriefungen ist: Sie machen die Forderungen zu einem Marktpreis handelbar und diversifizieren das Ausfallrisiko. Ihr Nachteil: Risiken sind dadurch schwerer zu durchschauen.

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Startet die EZB die Vorbereitungen für ein Anleiheprogramm?

Kommentare zu " EZB-Ratssitzung: Wie hält Draghi die Märkte bei Laune?"

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  • Viel Text wenig Inhalt. Alles ganz falsch nur
    ihre Propheten kennen den richtigen Weg.

    Achso eine Frage wie genau lautet er eigentlich?

    Wir nutzen seit über 2014 Jahren sowas wie Geld mit
    Zinsen und mit verschiedenen Währungen.

    Übrings da wir einen Grossteil unseres Einkommens in der
    westlichen Welt für relativ überflüssigen Konsum
    aufwenden, ist im Falle einer Deflation die
    Wahrscheinlichkeit viel grösser das viel mehr Geld zurück
    gehalten wird weil alle auf noch billigeren Konsum
    warten.

    Dann passiert nur leider nicht mehr soviel.
    Daher brauchen wir eine Inflation den die ist ein
    Grund warum wir unser Geld ausgeben.

    Denn nur genau dafür wurde es auch erfunden.

    Wenn alle Zinsen wollen müssen auch alle Schulden wollen.
    Im Grunde zwingt doch auch jeder Sparer unser System
    dazu das sich ganze Länder bis zum akzeptierten Maximum
    verschulden müssen. Denn wir brauchen ja wegen Zinsen
    und Zinseszinsen ein expotenzielles Wachstum der Menge.
    Oder eben auch mal wieder ne Krise wo viel Schuld
    wertlos wird.

    Die Leute müssen lernen das EINE Person ALLEINE kein
    Geld sammeln sollte das hat noch nie was gebracht.

    Man braucht halt mehr Menschen den die haben auch
    einfach mehr Geld und können somit mehr machen.

    Aber leider leider gibt es so Viele ängstliche
    Egoisten dadraussen. Also selbst Schuld die Leute.

    More turnover before return.

  • Draghi spielt mit dem mühsam Ersparten für die Altersvorsorge einer breiten Bevölkerungsschicht indem die toten Südstaaten am Leben erhalten werden.

    Man sieht sich im Leben immer zweimal und es bleibt zu hoffen, dass die Eurokritiker zeitnah noch mehr massiven Zulauf erhalten.

  • Draghis totales Scheitern ist bereits vorprogrammiert. Und je länger das Scheitern hinausgezögert wird, umso zerstörerischer werden die Konsequenzen sein. Wieso?
    > "Inflation ist immer und überall ein MONETÄRES Phänomen." (Milton Friedman)
    Inflation ist daher auch - korrekterweise - die Ausweitung der (ungedeckten) Geldmenge. Teuerung, sei es nun Teuerung bei den Verbraucherpreisen oder Teuerung bei den Vermögenswerten ("Asset-Inflation"), ist lediglich die Folge davon.
    > Deflation (= Kontraktion der Geldmenge) ist dagegen immer ein STRUKTURELLES Phänomen.

    Und ein STRUKTURELLES Phänomen kann man nicht mit MONETÄREN Maßnahmen bekämpfen, sondern nur noch verschlimmern:

    "Sogar dann, wenn sinkende Preise eher das Ergebnis einer monetären Kontraktion als das einer wachsenden Produktion sind, wird die Situation umso schlimmer und eine echte Depression umso gewisser, je weniger man die Preise sinken läßt und statt dessen geld-, zins- und fiskalpolitisch "gegensteuert". Fallende Preise, die tatsächlich auf deflatorischen Ursachen beruhen, tragen nämlich zu einer alsbaldigen Erholung bei."(Roland Baader: Geld, Gold und Gottspieler, S.177)
    Verhindert man also immer länger die Bereinigungskrise und versucht immer weiter, den Brand mit Feuer zu löschen, so kann man dadurch nicht die Gesetze der Ökonomie aushebeln. Die (ultimative) Folge dieses verheerenden Handelns hatte bereits Ludwig von Mises auf den Punkt gebracht:
    "Es gibt keine Möglichkeit, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu verhindern, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist. Die einzige Alternative lautet: Entweder die Krise entsteht früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion - oder sie entsteht später als finale und totale Katastrophe für das betreffende Währungssystem."
    Die Autoren Weik und Friedrich haben daher auch mit dem Titel ihres neuen Buches absolut Recht.

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