EZB senkt den Leitzins
Draghi kämpft gegen den Preisverfall

Mit der heutigen Zinssenkung hat die EZB überraschend schnell auf die schwache Preisentwicklung in der Euro-Zone reagiert. EZB-Chef Draghi stellt sich auf eine „lange Phase“ niedriger Inflation ein.
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Es ist ein ungewöhnliches Thema für Mario Draghi. Auf seiner heutigen Pressekonferenz wurde er immer wieder auf die Gefahr von Deflation, also sinkenden Preisen, angesprochen. Ein japanischer Journalist wollte wissen, ob die Situation in Europa ähnlich sei wie in Japan, wo in den 1990er-Jahren die Preise auf breiter Front sanken.

Mit ihrem heutigen Schritt, den Leitzins im Euro-Raum auf das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken, hat die EZB viele überrascht. Die sehr niedrige Inflation – im Oktober sind die Preise in der Euro-Zone nur um 0,7 Prozent gestiegen – ließ zwar vermuten, dass die EZB irgendwann handeln könnte. Doch mit einer so schnellen Reaktion hatten nur wenige gerechnet.

Der Schritt zeigt die Entschlossenheit der Notenbank: Sie nimmt die Gefahr sinkender Preise sehr ernst. Laut ihres Mandats ist das vorrangige Ziel der EZB die Gewährleistung von Preisstabilität. Darunter versteht sie einen Preisanstieg von „unter, aber nahe zwei Prozent.“ Sprich: Die Preise sollen nicht zu stark steigen – sie sollen aber auch nicht zu langsam steigen oder gar sinken. Im Moment fürchtet die EZB eher sinkende als steigende Preise. In Griechenland beispielsweise sind sinkende Preise bereits seit März Realität. Auch Irland, Portugal, Spanien und Zypern sind bedrohlich nahe an der Schwelle zu sinkenden Preisen, also Deflation. Deshalb sah sich die EZB zum Handeln gezwungen.

„Wir erwarten eine längere Phase niedriger Inflation,“ sagte Draghi auf der heutigen Pressekonferenz. Die Preisentwicklung vieler Güter, etwa aus dem Energiesektor, und von Dienstleistungen habe sich abgeschwächt. Gleichzeitig sagte er aber: „Wir sehen insgesamt keine Deflation auf uns zukommen.“

Laut Draghi waren sich alle Ratsmitglieder darüber einig, dass die EZB handeln müsse. Lediglich über den richtigen Zeitpunkt habe es unterschiedliche Positionen gegeben. Manche Ratsmitglieder hätten es bevorzugt, erst noch die eigenen Inflations- und Konjunkturprognosen abzuwarten. Die schnelle Entscheidung zeigt aber, wie ernst die EZB die Gefahr sinkender Preise nimmt.

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  • Wir erwarten eine längere Phase niedriger Inflation,“ sagte Draghi auf der heutigen Pressekonferenz.

    Dies gilt nicht für D. Hier liegt die reale Preissteigerungsrate über 7%. Leider

    Wenn man mit den falschen Zahlen rechnet, kann das Ergebnis nicht richtig sein.

    Schönen Tag noch.

  • Ob das so eine gute Idee ist? Letzte Woche wurde in Dortmund eine Bombe entschärft und im Zuge der Evakuierung kam es in dem Gebiet während der Entschärfung zu mindestens 6 Wohnungseinbrüchen. Die Bilder waren schon heftig, besser konnte man die Wohnungstür der gezeigten Wohnung nicht sichern, die haben sich viel Zeit genommen und die aufgewandte Kraft muß erheblich gewesen sein... Wieder eine neue Masche

  • So und nicht anders ist es! Geraaaade komm ich mit Käse nach Hause, 100 gr Gouda vom Diskounter, letzte Woche 45 ct, heute 54 ct. Aber Draghi kämpft gegen den Preisverfall. Es wird verlautbart, Brenn- und Treibstoffpreise senken die Inflation, kann sein, ich hab kein Auto, ich warte, daß der ÖPNV die Preissenkung morgen an mich weiterreicht ... kleiner Scherz muß sein.

    Diese ganze Widersinnigkeit des 'homogenen Euroraumes' tritt immer deutlicher zu Tage. Wechselkurse schwanken, um Preisniveauunterschiede zwischen Wirtschaftsräumen auszugleichen. Für mich die zweitbeste Erfindung auf den Finanzmärkten nach dem Geldautomaten. Mag ja sein, daß so mancher Rohstoff billiger wird, mein Produktpreis wird es aber leider nicht.

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