EZB-Umfrage
Mini-Inflation bleibt uns noch lange erhalten

Die Preise in der Euro-Zone steigen aus Sicht von Experten auch in den kommenden Jahren kaum. Das geht aus einer EZB-Umfrage hervor. Die Daten sind ein weiteres Signal, dass die Notenbank bald ihre Geldpolitik lockert.

Angesichts des drastischen Preisverfalls beim Öl wird die EZB nach Ansicht von Experten auf Jahre hinaus ihr Inflationsziel verfehlen. Selbst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts wird die Teuerungsrate in der Euro-Zone nur bei 1,8 Prozent liegen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage unter professionellen Beobachtern der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.

Die EZB strebt einen Wert „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. Für dieses Jahr senkten die Beobachter ihre Prognose auf 0,7 von zuvor 1,0 Prozent. 2017 soll die Jahresteuerung dann mit 1,4 Prozent doppelt so hoch ausfallen.

Die Prognosen der Experten liegen auch deutlich unter den Schätzungen der EZB im Dezember: Für 2016 sind sie 0,3 Prozentpunkte niedriger als die der EZB und für 2017 um 0,1 Prozentpunkte. EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Im März legt die Notenbank ihre überarbeitete Inflationsprognose vor und blickt dabei erstmals auch bis 2018. Angesichts des drastischen Ölpreis-Verfalls dürften sie deutlich geringer ausfallen.

In ihrer Inflationsprognose im Dezember ist die EZB noch von einem Ölpreis von 52,20 Dollar pro Fass (159 Liter) für die Nordseesorte Brent ausgegangen. Jüngst sackte der Preis aber unter 28 Dollar. Die Experten gehen von einem durchschnittlichen Preis von 39 Dollar im ersten Quartal 2016 und von 49 Dollar im vierten Quartal aus.

Damit rückt das mittelfristige Ziel der Notenbank einer Inflation von „unter, aber nahe zwei Prozent“ in noch weitere Ferne. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich davon immer weiter entfernt. Schon im Dezember lag die Inflation bei lediglich 0,2 Prozent.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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