EZB und Draghi im Liveblog

Dax bricht ein, Euro legt zu

Mario Draghi will das Anleihekaufprogramm bis März 2017 ausweiten – zur Not auch länger. Auch will er künftig andere Wertpapiere zum Kauf zulassen. Der Dax berappelt sich nur langsam, der Euro legt kräftig zu.
Update: 03.12.2015 - 15:15 Uhr 9 Kommentare
Die Senkung des Einlagenzinses durch die EZB übt Druck auf die Gemeinschaftswährung aus. Quelle: dpa
Euro unter Druck

Die Senkung des Einlagenzinses durch die EZB übt Druck auf die Gemeinschaftswährung aus.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAlle Blicke sind an diesem Donnerstag auf Mario Draghi gerichtet. Anleger erwarten Antworten auf die Frage, wie Europas geldpolitische Strategie in den nächsten Monaten aussehen wird.

+++ Keine Hinweise, in wiefern alternative Wertpapiere Teil des Anleihekaufprogramms werden könnten +++
Es sie noch zu früh, um über Art um Umfang alternativer Wertpapierankäufe zu diskutieren, so Draghi. „Momentan ist das Angebot konventioneller Anleihen noch gut. Wir müssen noch nicht über die Alternativen sprechen.“

+++ Draghi: Lockere Geldpolitik erzielt merkliche Erfolge +++
Die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum werde erstmals merklich von den Konsumausgaben getragen, so Draghi. Für den EZB-Präsidenten ein Zeichen, dass die quantitative Lockerung endlich durchschlägt. Private Haushalte und Unternehmen würden in ausreichendem Volumen und leicht Zugang zum Kreditmarkt gewinnen. Draghi strebt weiterhin eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent an.

+++ Dax berappelt sich nur langsam +++
Der deutsche Leitindex Dax notiert um 15.15 Uhr noch 280 Punkte im Minus, das entspricht 2,5 Prozent. Er berappelt sich damit nur leicht. Der Euro steht exakt bei 1,08 Dollar.

+++ Weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen +++
Journalisten fragen den EZB-Präsidenten, warum die EZB den Einlagenzins nicht mehr als nur um 10 Basispunkte abgesenkt hat. Mario Draghi: „Das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten können wir jederzeit in seiner Dauer, seinem Volumen und seiner Strukturierung anpassen.“ Im Frühjahr würden die Parameter erneut überprüft. Eine weitere Zinssenkung sei nicht ausgeschlossen; der heutige Zinsschritt sei aber adäquat.

+++ Märkte müssen Tragweite erst noch verstehen“ +++
Auf die Frage einer Journalistin, warum die Märkte trotz des Maßnahmenpakets derart enttäuscht reagiert haben, sagt Draghi: „Wir haben nicht falsch kommuniziert. Die Märkte brauchen einfach Zeit, um die Tragweite unserer Entscheidung zu verstehen.“

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9 Kommentare zu "EZB und Draghi im Liveblog: Dax bricht ein, Euro legt zu"

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  • Spätestens seit Ankündigung des QE durch die EZB aber ist die Welt diesmal in Euro verschuldet, weil die Zinsen deutlich nieriger sind als im Dollar-Raum.
    Amerikanische Unternehmen begeben in der Eurozone Anleihen, verschulden sich also in Euro – ebenso wie zahllose andere Unternehmen aus dem Nicht-Euro-Raum. Oder man leiht sich günstige Euros, die man in noch einigermaßen gut verzinste Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen in anderen Währungsräumen anlegt, oder eben auch in höher verzinsten Währungen.
    Dass ist wohl der Grund, warum der Euro jetzt zulegt.
    Also noch mehr weltweite Schulden durch Nullzinsen im Euroraum und die Verschuldungsspirale dreht sich immer schneller.
    Das ist doch Wahnsinn, was hier passiert!

  • Wir brauchen eine weltweite Schuldenkonferenz und einen massiven Schuldenschnitt.
    Warum soll immer der wieder der „kleine Bürger“ über Geldentwertung und Inflation die „ jahrzehntelange Geldparty der Bonzen“ bezahlen. Das ist zutiefst ungerecht und wird so nicht mehr länger funktionieren!

  • Genau aus dem Grund brauchen wir ja Sonder-Konjunkturprogramme wie die Energiewende und die Steigerung des BIP durch Willkommenskultur-Bevölkerungswachstum....

    Da wir ja freiwillig keine Schulden mehr machen, übernimmt das der Staat und wälzt die Kreditkosten einfach auf die verschuldungsaverse Bevölkerung über....nach dem Motto "Und bist du nicht willig...."

  • „Billiges Geld führt zu steigenden Schulden für Spekulation und Konsum. Damit wächst die Krisenanfälligkeit der Wirtschaft, was wiederum tiefere Zinsen erforderlich macht. Zu tiefe Zinsen in der Vergangenheit machen also noch tiefere Zinsen heute erforderlich, die wiederum nochmals tiefere Zinsen morgen bedingen. Geld muss immer billiger und immer großzügiger in das System gepumpt werden.
    Großzügige Staatsfinanzierung, Sozialisierung von Schulden über die EZB-Bilanz, demnächst direkte Finanzierung von Konjunkturprogrammen (Helikopter-Geld) und perspektivisch deutliche Geldentwertung sind die einzigen Hebel, die verblieben sind, um den Kollaps und die damit verbundenen unbequemen Nachrichten zu verhindern.“

    (Zitat/Quelle: Daniel Stelter, wiwo.de, http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/stelter-strategisch-die-ezb-ist-gefangene-der-eigenen-politik-/12668892.html)

  • ... will sich weiter verschulden oder plant, neue Kredite nachzufragen.

  • Kenne keine einzige Person in meinem Bekanntenkreis, welche sich verschuldet oder plant neue Kredite nachzufragen, egal wie billig der Kreditzins ist. Diejenigen die Schulden haben, sind eher intensiv darum bemüht, diese schnellstmöglich auszugleichen und sich nicht neu zu verschulden.
    Klar, jetzt kann man natürlich die Löhne und Gehälter der Beschäftigten weiter durch Strukturreformen versuchen zu drücken, um eventuell dann noch mehr Verschuldungen rauszupressen, aber dann gibts Aufstände. Wenn bei uns Unternehmen, der Staat „schwarze Null“ und Privatpersonen, welche es sich noch leisten können, wie die Weltmeister sparen, muss sich zwangsläufig das Ausland (Defizite) weiter verschulden. Die haben nur keine Lust mehr drauf, für die deutschen Überschüsse selbst in Arbeitslosigkeit und Armut zu versinken. Viele Staaten sind eh bereits aussichtslos überschuldet und werden nur noch durch Nullzins und Gelddrucken am Leben erhalten. Jeder klar denkende Mensch weiss doch seit spätestens 2008, dass sich das FIAT-Money Schuldgeldsystem dem Ende zuneigt. Niemand auf diesem Planeten will sich mehr verschulden, egal wie billig man Geld leihen könnte. Kreditschulden treiben die Schuldner in die langjährige Abhängigkeit von Banken und Gläubigern, dass will sich niemand mehr antun, weil dadurch Abhängigkeit und Zwang entsteht. Finden sich nämlich keine neuen Schuldner mehr ist das Monopolyspiel mit diesem ungedeckten Papiergeld vorbei. Verlieren die Währungen dann bei den Bürgern das Vertrauen in den Geldwert, war es dass!

  • Eine 570,5 Punkte Tagesrange, und bis jetzt schon 140K Lots im FDAX sind der Hamma. Da haben unsere Algorithmen aber wieder richtig zugeschlagen und 1000e Futures in Millisekunden durch die Handelsmaschinen gejagt.

  • Es ist beängstigend, was die sogenannten Finanzprofies der EZB zugetraut haben, bzw. zutrauen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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