EZB und Fed
Trump erleichtert Draghi und Yellen längere Geldflut

Donald Trumps Wahlerfolg hat auch Folgen für die Geldpolitik, denn die wirtschaftliche Unsicherheit steigt. Das stärkt vor den wichtigen Dezember-Sitzungen der Notenbanken die Befürworter der lockeren Geldpolitik.
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FrankfurtChefvolkswirt Peter Praet war am Mittwoch das erste hochrangige EZB-Mitglied, das sich nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl zu Wort meldete. Seine Botschaft: Ruhe bewahren. Es sei zu früh, um Schlüsse aus der Wahl zu ziehen, sagte Praet in Brüssel. „Wir müssen ruhig sein, ruhiger als die Märkte.“ Noch sei es zu früh, um auf das US-Wahlergebnis zu reagieren.

Bislang sind die Ausschläge an den Märkten jedoch nicht so dramatisch, wie manche befürchtet hatten. Zwar gibt es eine Flucht in Sicherheit. Die Zinsen für Bundesanleihen sind gefallen - Umgekehrt stiegen die Zinsen etwa für italienische Staatsanleihen zunächst. Eine Panik mit deutlich steigenden Risikoprämien gibt es aber bisher nicht.

Eines scheint jedoch klar: „Trumps Wahlsieg sorgt für politische Unsicherheit,“ sagt ING-Diba-Chefvolkswirt, Carsten Brzeski. Dadurch habe EZB-Chef Draghi weitere Argumente für eine Verlängerung der umstrittenen milliardenschweren Anleihekäufe der Notenbank.“ Derzeit kauft die EZB für monatlich 80 Milliarden Euro vor allem Staatsanleihen der Euro-Länder. Die Käufe sind bisher bis März 2017 geplant. Im Dezember aber will die EZB über eine Verlängerung entscheiden. Vor allem die deutschen Vertreter im EZB-Rat wie Bundesbank-Chef Jens Weidmann und Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger sehen dies kritisch.

Doch Trumps Wahlerfolg schwächt ihre Verhandlungsposition: Denn angesichts der Unsicherheit erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr die Leitzinsen erhöht. Und das hat auch Folgen für die EZB. „Die Anhebung ist erst einmal abgesagt. Die Fed wird nicht riskieren wollen, dass die Konjunktur weiter belastet wird“, sagt der Leiter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther. Bislang gingen viele Analysten davon aus, dass die Fed auf ihrer Dezember-Sitzung eine weitere Erhöhung verkünden wird. Für die EZB wäre eine Verschiebung schlecht. Denn dies würde tendenziell den Wechselkurs des Euros gegenüber dem US-Dollar stärken. Ein höherer Euro-Kurs dämpft die Preisentwicklung und auch das Wirtschaftswachstum. In diesem Umfeld ließe sich ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik schwerer vermitteln. „Wenn die Märkte wackeln, wird Yellen die Zinserhöhung im Dezember nicht wagen“, ist sich Fed-Beobachter Bernd Weidensteiner von der Commerzbank sicher. Bei der Europäischen Zentralbank bereitet man sich bereits für den Notfall auf eine Intervention vor, wie EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wissen ließ. Er befürchte eine Phase der mittelfristigen Unsicherheit, was ebenfalls das Wachstum dämpfen dürfte.

EZB-Chef Draghi liebäugelt ohnehin damit, die milliardenschweren Anleihekäufe der Notenbank im Dezember zu verlängern und die Regeln dafür zu lockern. Die EZB hat Arbeitsgruppen eingesetzt, die entsprechende Optionen prüfen. Bundesbank-Chef Jens Weidmann und EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger haben ihre Skepsis gegenüber einem solchen Schritt deutlich gemacht. So sprach sich Lautenschläger am Montag in einer Rede gegen weitere Zinssenkungen oder eine Verlängerung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms aus. „Mit der Zeit wird der Nutzen geringer und die Risiken dieser Maßnahmen größer,“ sagte Lautenschläger.

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Schwerere Verhandlungsposition für Kritiker der Geldflut

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  • Wie sonst hätten in der Vergangenheit Banken und Lebensversicherungen den Sparern solch hohe Zinsrenditen versprechen und auf ihren Konten gutscheiben können?

  • Es wurde massiv umverteilt, vom Schuldner hin zu den Kapitalvermögen.

  • konträren Vermögen.

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