EZB-Vize Constancio warnt
„Die Erfahrung mit Abkehr von Nullzins-Politik fehlt“

Seit rund acht Jahren hält die Fed den Leitzins bei oder nahe Null. Beobachter fragen sich, wann die Nullzins-Politik ein Ende hat. EZB-Vize Vitor Constancio erinnert daran: Es gibt auf dem Feld keine Erfahrungswerte.

FrankfurtEine Zinserhöhung in den USA könnte dem Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank zufolge weltweit größere Auswirkungen haben als in der Vergangenheit. Zum einen gebe es keine Erfahrungswerte mit der Abkehr von der Nullzins-Politik, sagte Vitor Constancio laut Manuskript für eine Rede in Hongkong am Donnerstag.

Zum anderen habe sich die Weltwirtschaft verändert. Schwellenländer, insbesondere China, hätten an Bedeutung gewonnen. Insgesamt arbeiteten Länder stärker zusammen und grenzüberschreitende Kapitalströme hätten zugenommen, sagte Constancio. Aufgrund der fehlenden Erfahrung bliebe den Akteuren und Marktbeobachtern nichts anderes übrig als in „Echtzeit“ zu lernen.

Die US-Notenbank Fed hat noch für dieses Jahr die Zinswende in Aussicht gestellt, sollte die Inflation stabil bleiben und die US-Wirtschaft stark genug sein, einen Zinsschritt zu verkraften. Wegen zuletzt schwacher US-Arbeitsmarktdaten herrscht an den Finanzmärkten jedoch Unklarheit, ob Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende tatsächlich noch 2015 wagen wird. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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