EZB wird nervös

Notkredite für griechische Banken wackeln

In der Europäischen Zentralbank regt sich Widerstand gegen die Notfallkredite für griechische Banken. Vize-Chef Constancio droht mit einem möglichen Ende. Am Freitag beraten die EU-Finanzminister.
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Den griechischen Banken soll der Geldhahn offenbar „etwas“ zugedreht werden. Quelle: Reuters
EZB-Präsident Mario Draghi

Den griechischen Banken soll der Geldhahn offenbar „etwas“ zugedreht werden.

(Foto: Reuters)

FrankfurtGriechischen Banken könnte einem Medienbericht zufolge der Zugang zu Notkrediten der EZB erschwert werden. Auf Fachebene sei in der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits ein entsprechender Vorschlag ausgearbeitet worden, meldete die Finanzagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Notfallkredite - im Fachjargon Ela genannt - werden von der Notenbank in Athen gewährt. Zuvor muss jedoch der EZB-Rat grünes Licht dafür geben. Für die Darlehen müssen die Hellas-Banken Pfänder stellen, auf die die Notenbank aus Sicherheitsgründen einen Abschlag - einen sogenannten Haircut - erhebt.

Hier setzt der Meldung zufolge der Vorschlag der EZB-Mitarbeiter an: Indem der Abschlag auf die Sicherheiten erhöht würde, würde zugleich der Finanzhahn etwas zugedreht. Tendenziell könnten die Finanzinstitute somit weniger Geld von der Notenbank beziehen als bisher. Wie Bloomberg weiter meldet, hat sich der EZB-Rat bislang nicht in formeller Runde mit der Sache beschäftigt. Die EZB lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Aktien griechischer Banken brachen nach der Meldung ein und zogen damit auch den Athener Leitindex nach unten. Der Bankenindex rutschte am Dienstag in der Spitze um mehr als acht Prozent auf ein Rekordtief von 421,81 Zähler. Der Athener Leitindex verlor 3,5 Prozent.

Die Renditen zehnjähriger Hellas-Anleihen stiegen zugleich auf ein Tageshoch. Vertreter der Bundesbank hatten sich zuletzt kritisch darüber geäußert, wie mit den Pfändern bei der Gewährung von Ela-Hilfen verfahren wird, und ein striktes Risikomanagement gefordert.

Die EZB hat den griechischen Geldhäusern zuletzt eine weitere Versorgung mit Liquidität zugesagt. Man habe die Nothilfen für die Institute gebilligt und werde dies weiter tun, solange die Banken solvent seien und angemessene Sicherheiten hätten, betonte EZB-Präsident Mario Draghi vorige Woche in Frankfurt. Finanzhilfen würden weiterhin entsprechend der EZB-Regeln vergeben. Es sei auf der EZB-Ratssitzung auch über Abschläge auf Sicherheiten griechischer Banken diskutiert worden. Darauf werde man bald zurückkommen

„Ich kann nicht versprechen, dass wir Griechenland finanzieren“
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  • Früher oder später dürfte selbst der EZB die Luft mit den Geldern,
    die einerseits von den Bankenkunden in Griechenland abgezogen
    und von der EZB mit den 'Notkrediten' des ELA Systems wieder
    aufgestockt werden, ausgehen. So ein Schneeballsystem ist nichts
    weiter als eine Wechselreiterei auf staatl. Basis einer Geldbeschaf-
    fung ohne wirtschaftlichen Hintergrund, der mit dieser Schulden-
    mit Schuldenbekämpfung wie Albert Havensteins Inflationsdruckerei
    mit dem Finanzzusammenbruch dieser gesamten EUdSSR, wie be-
    reits mit der Lat. Münzunion in Erfahrung gebracht, enden wird!

  • Keine Bange, keine Sorgen. Zuerst geht die Welt unter und dann tritt Griechenland aus dem Euro raus. Griechenland ist auf dem guten Weg. Ich bin zuversichtlich, dass Super Mario, die Mutti , Dijssellbloem und Co. alles tun werden, damit Hellas im Euro bleibt, und wenn überall die Steuern und Hilfsgelder erhöht werden. Das ist denen doch egal,, dem Michel zwar nicht.

  • Sie haben vollkommen recht. Aber was bitte wollen Sie noch von der AFD? Seitdem da die Hauptredner saftige EU-Diäten kassieren, ist es um die auch recht ruhig bestellt.

  • Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?
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    Wenn sie das nixht einmal wissen, dann ist jede Nachhilfe eh umsonst.

  • Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

    Der Wirtschaftsweise Lars Feld erwartet ein 3. "Hilfspaket" für Athen.
    In einem Interview mit "Bild" (26.02.14) erklärte Feld: "Griechenland benötigt allein von Juli bis Oktober mehr als 10 Milliarden Euro. Da das Land an den Kapitalmärkten keine Kredite bekommt, führt an einem 3. Hilfspaket kein Weg vorbei."

    Die griechische Regierung benötigt dieses "Hilfspaket" von mehr als 10 Milliarden Euro um weiter ihre Zinsen an die Gläubiger (internationale Bankster) zahlen zu können!

    Schäuble die Bankstermarionette hat nie den Euro oder die Menschen in Griechenland gerettet!

    Gerettet (mit unseren Steuern) werden nur die reichen Gläubiger der Staaten, internationale Bankster und die Finanzeliten, auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger. (Steuer- bzw. Zinssklaven)

    Die eigentliche Ursache der Krise wird in den Lügenmedien nie debattiert.
    Die Anpassung an das Schuldgeldsystem der Bankenmafia, wird als "alternativlos" hingestellt.

    Die wenigen Damen und Herren der Welt, die sich als "Master of Univers" verstehen, kennen nur die öffentliche Verschuldung, verdammen Griechenland und diktieren den Gesellschaften ein kaltes Einspar- und Kürzungsprogramm, das die betroffenen Menschen demütigt und hoffnungslos macht. Zum Kern wollen sie nicht vorstoßen.

    Was wir brauchen, ist eine Bewegung, die gegen die Uninformiertheit der Bürger und gegen das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der Bankenmafia ankämpft.
    Gegen die Entleerung der Demokratie durch die globalen Bankster und ihre Konzerne für mehr soziale Demokratie und eine starke Zivilgesellschaft.

    Warum erfahren wir in den Lügenmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der Bankenmafia?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien AGs?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

  • Wenn man der aktuellen Lügenpressemeldungen glaubt, dürfte Griechenland bald den Staatsbankrott anmelden und aus dem Euro austreten.

    Die Griechen importieren fast alles, was sie für den Alltag benötigen - von der Unterhose bis zu Bohnen. Rund 60 % der Güter des täglichen Bedarfs kommen aus dem Ausland.

    Am schlimmsten sieht es bei der Fleischproduktion aus. Hauptlieferanten sind Frankreich, die Niederlande und Deutschland. Die Importe übersteigen die Eigenproduktion deutlich.

    Der Euro hat die griechische Wirtschaft komplett zerstört. Man hätte schon 2011 Griechenland aus dem Euro werfen und die griechischen Schulden abschreiben sollen. Stattdessen hat man das Land bzw. deren Gläubiger ( int. Bankster ) weitergefüttert.

    Griechenland bzw. die finanzielle und wirtschaftliche Situation des Landes ist ein ewiges Thema. Dabei ist an sich alles klar: Das Land ist komplett im Schuldensumpf versunken. Die Wirtschaft mehr oder weniger zusammengebrochen. Die Arbeitslosigkeit liegt auf unerträglich hohen Niveaus, gerade bei der Jugend.

    Das ganze Gebilde wäre längst auseinandergebrochen, gäbe es da nicht noch einen Grund, der dieses unausgewogene Konstrukt zusammenhält: Die gerade von Berlin mitgetragene und vorangetriebene Horrorvision des Umbaus der undemokratischen EU von einer reinen Wirtschaftszone in einen Superstaat!

    Die „Vereinigten Staaten von Europa“ sind das Endziel der Bilderberger. Deren Vision die eigentlich schon längst gescheitert ist und dennoch immer weiter, immer wilder und immer verzweifelter verfolgt wird.

    Dieser Vision werden Vernunft, Demokratie und nicht zuletzt das Wohl der europäischen Völker untergeordnet, ja geopfert. Solange in Brüssel, in Berlin und den anderen Hauptstädten der EU an dieser Vision festgehalten wird, wird der griechische Totentanz weitergehen!

    Ziel: Die „Vereinigten Staaten von Europa“

    Warum erfahren wir in den Lügenmedien nichts über die VSE?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

  • @ Marc Hofmann

    Der Volkskammervorsitzende heißt Norbert Lammert.

    Frau Merkel ist Staatsratsvorsitzende.

  • Jetzt, wo es Draghi, Juncker, Merkel und Schäuble in den letzten fünf Jahren gelungen ist, das Risiko der Großkapitalisten bei einem Konkurs Griechenlands von 94% der Ausfallsumme auf 11% zu reduzieren und im Gegenzug das Risiko der Steuerzahler von 6% auf 89% zu erhöhen, jetzt lässt man dieses durch und durch korrupte und verlotterte Land vor die Wand fahren. Hatte man uns nicht versprochen, dass das Subprime-Motto "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert" nicht mehr gelten sollte? AfD wählen!!!

  • In Griechenland wird ähnliches passieren, was schon andere erfahren mussten...und, das wird der griechischen Bevölkerung gar nicht gefallen.

    denn: "Willst Du nicht mein Büttel sein - schlag' ich Dir den Schädel ein" GS

    Vorsicht: Goldman Sachs is watching you!!

    oh, shit, nun rauscht es in meiner Telefonleitung wieder so verdächtig ;-)

    und mein PC - oh, neeeeee -

  • Mal ehrlich, warum sollte man dem ge-BILD-eten volk das auch sagen??

    Das Volk wird unterhalten und bei Laune gehalten. Und bevor da jemand etwas merkt, ist schon alles fertig und in trocknen Tüchern. Das Volk muss auch nichts wissen. wozu sollte das auch gut sein?

    Die Entscheider sitzen an anderen Stellen und es reicht vollkommen, wenn man alle paar Jahre die Wähler in die W-Kabinen treibt, damit sie dort das Kreuz an der ge-BILD-eten Stelle machen.

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