Fed-Chefin
Yellen will Zinsen nicht überhastet anheben

In Jackson Hole kommen jährlich die Spitzen der internationalen Geldpolitik zusammen. Fed-Chefin Janet Yellen nutzte die Möglichkeit, um vor einer überhasteten Zinswende zu warnen. Doch nicht alle teilen ihre Meinung.
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Jackson HoleTrotz des Aufschwungs in den USA will Notenbankchefin Janet Yellen bei der Zinswende nichts überstürzen. Ein zu schnelles Vorgehen könne zu einem Hemmschuh für eine vollständige Erholung am Arbeitsmarkt werden, warnte sie am Freitag auf dem Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole. Sie erteilte damit einer Forderung aus den eigenen Reihen eine Absage, die Zinszügel jetzt schon anzuziehen. Es gebe keine "einfachen Rezepte" für eine angemessene Geldpolitik, betonte Yellen vor der handverlesenen Elite der Finanzwelt.

Bei dem Treffen ließ der US-Notenbanker James Bullard mit harscher Kritik an EZB-Chef Mario Draghi aufhorchen, obwohl dieser erst im Juni die Zinsen auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt hatte. Die EZB müsse auf „das Warnsignal“ niedriger Preissteigerungen reagieren und sich entschiedener gegen eine drohende Rezession stemmen, mahnte Bullard kurz vor einem Auftritt Draghis auf dem Forum.

Yellen griff diese Kritik in ihrer Eröffnungsrede nicht auf und konzentrierte sich stattdessen auf die Lage am heimischen Arbeitsmarkt. Noch immer sei nicht klar, wie weit der Jobmarkt davon entfernt sei, seine Ressourcen voll auszuschöpfen. Die Arbeitslosenquote in der weltgrößten Volkswirtschaft lag zuletzt bei 6,2 Prozent und ist damit noch nicht im Bereich der angestrebten Vollbeschäftigung. Am Markt wird daher erst für Mitte nächsten Jahres mit einer Zinserhöhung gerechnet. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 – dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise – auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

In der Vergangenheit haben Yellens Vorgänger in Jackson Hole immer wieder die Chance genutzt, um wichtige geldpolitische Weichenstellungen vorzunehmen. So signalisierte Fed-Chef Ben Bernanke 2010, bald kräftige Geldspritzen zur Stärkung der Wirtschaft einzusetzen. Die von Yellen fortgesetzte Politik des ultrabilligen Geldes ruft nun zusehends Kritiker auf den Plan. Sie befürchten, dass durch die Geldschwemme Exzesse an den Märkten drohen und die Inflation mittelfristig angeheizt wird. Die Notenbank hat ihre Bilanz durch zahlreiche Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur nach der Weltfinanzkrise auf mehr als 4,5 Billionen Dollar aufgebläht. Im Herbst sollen die letzten milliardenschweren Geldspritzen auslaufen.

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Plädoyer für Zinserhöhung

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  • Niedrigen Zinsen?

    Alle bisherigen Massnahmen sind verpufft.
    Die Lage um das "Schuldgeldsystem" muss sehr bedrohlich sein.

    Wenn die niedrigen Zinsen ebenfalls nicht helfen, wovon auszugehen ist, was kommt dann?

    Ein großer Krieg?

    Krieg wäre eine Lösung um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

    Und einen Schuldigen dafür gibt es in den Bankstermedien auch schon: Putin/Russland!

    Warum stehen alle Nationen eigentlich unter Wachstumszwang?

    Der Grund liegt im verzinsten Schuldgeldsystem der inter. Bankster!

    Das 1x1 des Schuldgeldsystem:

    Geld entsteht nur über Kredit!

    Geld=Schuld

    Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
    Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar ( -1% Mindestreserve ) aus dem NICHTS geschaffen.

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

    Bankster verleihen ihr aus der Luft geschaffenes Luftgeld aber nur gegen "Sicherheiten"!

    Wenn wir nicht mehr produzieren, gibt es für die int. Bankster keine neuen Pfandobjekte und damit kein neues Geld!

    Verstehen Sie jetzt warum alle Nationen unter Wachstumszwang stehen?

    Achtung: Kriege schaffen Wachstum! ( Absatz von Rüstungsgütern )
    Das wissen auch die int. Bankster und ihre Marionettenregierungen weltweit!

    Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Weg vom Geldmonopol der Bankster?

    Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

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