Fed, EZB und Schwellenländer
Das Weltwachstum welkt dahin

Die US-Investmentbank Goldman Sachs warnt in einer Studie vor einer dritten Welle der Finanzkrise – mit ganz besonderen Merkmalen. Die Welt stehe an einem Scheideweg. Eine Rückkehr zu höherem Wachstum sei ungewiss.

FrankfurtDer frühere Chef der Pleite-Bank Lehman Brothers, Richard Fuld, war ein großer Optimist. Im Juni 2008, drei Monate bevor seine Bank Insolvenz beantragen musste, sagte er über die Finanzkrise: „Das Schlimmste ist überstanden.”

Tatsächlich ist die Krise auch sieben Jahre später noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil: In einer neuen Studie warnt die US-Investmentbank Goldman Sachs sogar vor einer dritten Welle der Finanzkrise. Ihre Kennzeichen: Eine Talfahrt der Rohstoffpreise, mickriges Wachstum in den Schwellenländern und  ein globaler Trend zu sehr niedriger Inflation oder sogar fallenden Preisen.

In der Studie unterscheidet der Goldman-Analyst Peter Oppenheimer drei Wellen der Finanzkrise. Die erste sei durch den Kollaps am US-Häusermarkt und die Kreditkrise gekennzeichnet gewesen. Darauf habe die US-Notenbank Fed mit drastischen Zinssenkungen sowie dem massiven Ankauf von Anleihen und Vermögenswerten reagiert.

Die zweite Welle habe die Eurozone erfasst. Die Probleme mit Staatsschulden und maroden Banken legten Schwächen in der Architektur der Eurozone offen. Investoren hätten deshalb am Fortbestand des Euro gezweifelt.  Für Beruhigung sorgte erst EZB-Chef Mario Draghi mit seiner „Whatever it takes”-Rede und der Ankündigung, im Notfall unbegrenzt Anleihen der Euro-Krisenländer zu kaufen.

Die dritte Welle, die jetzt die jetzt die Schwellenländer erfasst hat, hängt laut Studie eng mit den vorherigen zusammen. Die Zentralbanken in den USA und der Europa hätten als Reaktion auf die Krise die Zinsen massiv gedrückt und dadurch eine stärkere Verschuldung in den Schwellenländern begünstigt.

Seite 1:

Das Weltwachstum welkt dahin

Seite 2:

Die Angst vor einer Welt ohne Wachstum

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%