Fed gibt sich nebulös
Yellen will Zinsen vorerst nicht erhöhen

Wann erhöhen die USA ihre Leitzinsen? Das bleibt weiterhin die große Frage auf den internationalen Finanzmärkten. Und Fed-Chefin Yellen drückt sich wieder einmal um eine klare Antwort.
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WashingtonDie US-Notenbank Fed plant in naher Zukunft keine Zinserhöhung. Zumindest bei den „nächsten paar“ Sitzungen des sogenannten Offenmarkt-Ausschusses sei eine Änderung der historischen Niedrigzinsen nicht wahrscheinlich, sagte Fed-Chefin Janet Yellen am Dienstag vor einem Kongressausschuss in Washington. Zugleich warnte sie vor Risiken für die Weltwirtschaft - Sorgenkinder seien China und Europa. Überraschend trübte sich auch das Verbrauchervertrauen in den USA ein.

Wie erwartet nannte Yellen noch keinen festen Zeitpunkt für die erwartete Zinserhöhung. Viele Analysten in den USA rechnen mit einem ersten Schritt im späten Frühjahr oder im Sommer. Wenn die Wende näher rückt, sollen die Märkte jedoch einen Fingerzeig bekommen: Dann wird zunächst das Signalwort „geduldig“ gestrichen, kündigte Yellen an. Falls sich die US-Wirtschaft weiter gut entwickle, werde die Fed dann in einen Modus wechseln, in dem eine Erhöhung jederzeit möglich sein werde. Dies bedeute aber nicht, dass die Fed nach dem Wegfall des Signalworts schon in einer der beiden nachfolgenden Sitzungen handeln werde.

„Yellen hält sich alle Optionen offen. Und das sollte sie auch“, sagte Ökonom Boris Schlossberg vom Vermögensverwaltungshaus BK Asset Management. Die Notenbank, die für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll, hat auf diesem Gebiet große Fortschritte gemacht. Der US-Arbeitsmarkt brummt nach langen Krisenjahren mittlerweile wieder. Innerhalb eines Jahres sind Monat für Monat jeweils mehr als 200.000 Arbeitsplätze entstanden. Eine solche Boomphase hat es seit 1994 nicht mehr gegeben. „Wir kommen dem Ziel der Vollbeschäftigung näher“, sagte Yellen.

Sie goss jedoch zugleich Wasser in den Wein: Zwar gebe es Fortschritte beim Wachstum und auf dem Jobmarkt der USA. „Doch trotz dieser Verbesserungen sind noch immer zu viele Amerikaner arbeitslos oder unterbeschäftigt, das Wachstum der Löhne ist träge, und die Inflation bleibt deutlich unter unseren langfristigen Zielsetzungen.“ Als Zielsetzung gelten zwei Prozent Inflation. Seit der schweren Finanzkrise Ende 2008 liegen die Zinsen bei null bis 0,25 Prozent.

Zugleich unterstrich Yellen die möglichen Auswirkungen von Risiken in der Weltwirtschaft für die USA. Ausdrücklich nannte sie Europa und China. Die Erholung in der Eurozone verlaufe zu langsam, die Inflation falle auf ein extrem niedriges Niveau. In China drohe das Wachstum unter bisherige Erwartungen zu fallen.

Das Stimmung der US-Verbraucher ging im Februar überraschend deutlich zurück. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank um 7,4 Punkte auf 96,4 Punkte, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 99,5 Punkte gerechnet.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die USA hat 18 Billionen Dollar Schulden und die Börse spekuliert, ob die Zinsen steigen können. Ja, vielleicht steigen die Zinsen mal um 0,25 Prozent, mehr ist gar nicht mehr möglich, aber auch diesen kleinen Zinssprung muss ernsthaft bezweifelt werden.

  • Die Zinsen dürfen in Wirklichkeit NIE MEHR signifikant steigen.
    Wir sehen hier nichts anderes als ein ZEITSPIEL der Fed. Denn anders als bei einem tatsächlichen Zinsanstieg reagieren die Anleger bei einer reinen Zinsanstiegs-ERWARTUNG anders - nämlich wie von der Notenbank beabsichtigt: die Bond-Yields der US-Treasuries bleiben im Keller, was sie auch sollen (bzw. müssen).

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