Fed-Protokolle
Baldige Zinsanhebung ist angemessen

Solides Wachstum bei den Konsumausgaben und ein anhaltender starker Arbeitsmarkt: Die US-Notenbank Fed sieht die Voraussetzungen für eine weitere Zinsanhebung gegeben, wie aus den jüngsten Protokollen hervorgeht.
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WashingtonViele Währungshüter der US-Notenbank Fed halten eine baldige weitere Anhebung der Leitzinsen für gerechtfertigt. Teilnehmer der jüngsten Zinssitzung der Fed erwarteten in der nächsten Zeit ein solides Wachstum bei den Konsumausgaben unterstützt durch einen anhaltend starken Arbeitsmarkt, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung der Fed hervorgeht. Deshalb waren laut Mitschrift viele Teilnehmer der Zinssitzung der Ansicht, dass eine weitere Erhöhung des Schlüsselsatzes wahrscheinlich in der nächsten Zeit angebracht sei.

Zuletzt war in den USA die Inflation angezogen, was Befürwortern eines baldigen weiteren Zinsschritts in die Hände spielt. Die Fed achtet besonders auf die Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE). Dabei bleiben Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor. Im Oktober gab es hier einen leichten Anstieg auf 1,8 Prozent, womit sich diese Kennzahl dem Notenbank-Zielwert von zwei Prozent nähert. Die Fed soll neben Vollbeschäftigung, was de facto erreicht ist, auch stabile Preise fördern. Das aus ihrer Sicht optimale Inflationsniveau für die Wirtschaft verfehlt sie allerdings bereits seit längerem.

Laut den Protokollen des Zinstreffens vom 31. Oktober bis 1. November stimmten die Dollar-Wächter weitgehend darin überein, dass die Wirtschaft der USA für starkes Wachstum gerüstet sei. Manche Notenbanker sahen zudem größere Chancen, dass der US-Kongress erheblichen Steuersenkungen zustimmt, was die Investitionen ankurbeln würde. Einige stimmberechtigte Fed-Mitglieder äußerten sich allerdings besorgt hinsichtlich der Inflationsaussichten. Sie betonten laut Protokoll, dass sie erst weitere Konjunkturdaten abwarten wollten vor einer Entscheidung über den Zeitpunkt künftiger Zinsanhebungen. Die meisten Währungshüter teilten allerdings die Einschätzung, dass ein straffer Arbeitsmarkt wahrscheinlich mittelfristig die Inflation antreiben wird.

Die US-Notenbank hatte zuletzt im Juni ihren Schlüsselzins zur Versorgung der Banken mit Geld auf die aktuell gültige Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben. Zum Abschluss der jüngsten Zinssitzung am 1. November hielten die Dollar-Wächter um die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen aber ihre Füße still. Die meisten Experten rechnen nun für die geldpolitische Sitzung am 12. und 13. Dezember mit einer dritten Zinserhöhung in diesem Jahr - sofern die Wirtschaft ihren Wachstumskurs beibehält. Direkt im Anschluss daran, am 14. Dezember, kommen in Frankfurt die Euro-Wächter der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ihrem letzten Zinstreffen in diesem Jahr zusammen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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