Fed-Protokolle
US-Notenbank will Geldflut eindämmen

Die US-Notenbank zieht die Geldpolitik an. Die monatlichen Anleihenkäufe sollen kontinuierlich reduziert werden. Ob sich die schwächelnde US-Wirtschaft erholt, bleibt weiterhin fraglich.
  • 10

WashingtonTrotz des schwachen Starts der US-Konjunktur in das Jahr 2014 will die US-Notenbank die Geldflut konsequent weiter eindämmen. Einige Notenbanker dringen bereits auf einen Automatismus beim Abbau der Konjunkturspritzen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende Januar hervorgeht.

Sie schlugen vor, die Anleihenkäufe pro Zinssitzung jeweils um zehn Milliarden Dollar zu reduzieren, falls die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs bleibe. Die USA hat zur Jahreswende eine ungewöhnlich heftige Kältewelle erfasst, was insbesondere der Einzelhandel und die Industrie zu spüren bekamen. Auch die Erholung am Arbeitsmarkt wurde merklich gedämpft.

Die Notenbank hatte auf der letzten Sitzung unter Vorsitz von Ben Bernanke dennoch entschieden, die monatlichen Anleihenkäufe weiter herunterzufahren. Sie erwirbt nun unter Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen seit Februar monatlich nur noch Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 65 Milliarden Dollar, um den Aufschwung in den USA zu stützen.

Das Programm soll Ende des Jahres auslaufen, doch hat sich die Fed nicht auf einen festen Fahrplan verständigt. Daher hatte es an den Märkten auch zu Jahresbeginn Zweifel gegeben, ob die Notenbank ihren Kurs konsequent fortsetzt.

Nach Ansicht des US-Notenbankers John Williams hat die Wirtschaft bereits wieder festen Boden unter den Füßen. Die Fed könnten „einige schwache Arbeitsmarktberichte“ daher nicht vom Kurs der geldpolitischen Normalisierung abbringen, betonte der Chef der San Francisco Fed im Sender CNBC TV.

Sein Kollege Dennis Lockhart rechnet fest mit dem Auslaufen des Programms bis Ende des Jahres, falls sich die Wirtschaft „nicht drastisch“ eintrübe. Und der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, wertet die im Januar auf 6,6 Prozent gefallene Arbeitslosenquote als gutes Zeichen, dass der Jobmarkt auf dem Weg der Besserung ist.

Seite 1:

US-Notenbank will Geldflut eindämmen

Seite 2:

Die neue Fed-Chefin will auf Kurs bleiben

Kommentare zu " Fed-Protokolle: US-Notenbank will Geldflut eindämmen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Allerdings sind die Amerikaner nur der Vorreiter. Was haben wir noch vor Jahren ungläubig gestaunt, dass Ami-Rentner noch arbeiten müssen. Jetzt ist der Trend auch hier gelandet. Armut allerorten.

  • @DERRichter

    Ja, Sie haben vollkommen recht. Und mit dem Untergang der USA soll die Welt wieder im Krieg versinken!!

    Mich kotzen die USA, die Deutsche Politik, die nur noch Verelendung verbreitet mit ihren korrupten Verbindungen zur Hochfinanz nur noch an!!

    http://lupocattivoblog.com/2010/03/25/die-privatisierung-des-weltgeldsystems/

  • Gewisse Leute aus der neoliberalen Ecke -auch hier im Forum- werden es nicht hören wollen, aber die USA sind der neoliberale kranke Mann vom Potomack. Jährlich neue Staatsverschuldung in Höhe von 4-5 des BIP, Verantwortung füe 25 Prozent der Klimaverschmutzung, immer größere soziale Spannungen, immer aggressivere Außenpolitik auch als Ventil fürs innere Scheitern.
    Der Weg in den Abgrund ist -vollkommen zu Recht-vorprogrammiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%