Fed reduziert Anleihekäufe
Bernanke lässt das „Tapering“ beginnen

Zehn Milliarden Dollar weniger: Fed-Chef Ben Bernanke reduziert das Konjunkturprogramm der US-Notenbank. Den Leitzins lässt Bernanke bei seinem letzten großen Auftritt im Keller. Die Börse jubelt.
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WashingtonKurz vor der Jahreswende drosselt die US-Notenbank überraschend ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen. Die Federal Reserve (Fed) stutzt ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen und Immobilienpapiere ab Jahresende um zehn Milliarden auf 75 Milliarden Dollar zusammen, wie sie am Mittwoch in Washington mitteilte.

Zugleich signalisierten die Notenbanker um den scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke den Finanzmärkten, dass sie den Leitzins von derzeit nahe null bis 0,25 Prozent mindestens so lange beibehalten wollen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Die Quote war zuletzt auf 7,0 Prozent gefallen, so dass die Zielmarke bereits in greifbare Nähe gerückt war. Eine Zinswende in der weltgrößten Volkswirtschaft ist damit aber weiterhin nicht in Sicht.

Bernanke wird nur noch bis Ende Januar die Fed leiten, danach übernimmt seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen.

Die US-Börsen reagierten zunächst mit deutlichen Kursgewinnen auf die Entscheidung der Fed. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten drehte am Mittwoch ins Plus und notierte ein Prozent höher mit 16.033 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,7 Prozent auf 1793 Stellen. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 0,2 Prozent auf 4031 Zähler.

Börsianer werteten die Entscheidung als positives Signal für die Konjunkturentwicklung, sprachen aber von einem eher symbolischen Schritt. Es sei aber noch immer unklar, bis wann die Notenbank am Markt Wertpapiere aufkaufen wolle.

Die Anleihekäufe könnten künftig mit angemessener Geschwindigkeit weiter reduziert werden, dafür gebe es aber keinen verbindlichen Zeitplan, teilte die Fed weiter mit. Bernanke sagte bei der Pressekonferenz, er erwarte dabei „die gleichen moderaten Schritte“. Ihren Ausblick für den Jobmarkt verbesserte die Fed leicht. So erwartet sie für Ende 2014 eine Arbeitslosenquote zwischen 6,6 und 6,3 Prozent. Die Als eine Gefahr für die Wirtschaft werde allerdings die niedrige Inflation betrachtet.

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  • ... mit Blick auf die Kursentwicklung ...
    Egal, was der Kerl auf der Pressekonferenz gesagt hat ... er soll bloß weiterreden ! ;-)

    Spaß beiseite: es war genau so absehbar, weil die FED dies auch immer so kommuniziert hat (vielleicht auch ein wenig zwischen den Zeilen) und sich die Rahmenbedingungen (Einigung im Haushaltsstreit) so absehbar ergeben haben.

    Die Vermutung eines Starts des Tarpering Ende Februar, um dem Haushaltsstreit und der notwendigen Anhebung der Schuldenobergrenze Anfang/Mitte Februar aus dem Weg zu gehen, war nach der Einigung im Haushaltstreit genau so absehbar.
    Letztlich hat es die FED – wenn vielleicht auch ein wenig zwischen den Zeilen - immer so kommuniziert.
    Aber die letzten Tage waren für involvierte Anleger durch die extreme Volatilität der Märkte schon anstrengend, teilweise auch furchterregend. Da nutzt es dann auch nichts, wenn man es letztlich genau so hat kommen sehen – die Angst, es könnte DOCH ganz anders kommen …

    Sprich weiter, Ben, sprich weiter !

  • Wichtig ist eben Trend. Die Börsen schauen etwas voran.

  • Mein Gott, ich bin schockiert. 10 Mrd. pro Monat weniger drucken. Also nur noch 75 Mrd. USD pro Monat. Das sind ja nur 0,9 Billion USD neu kreiertes Geld für das Jahr 2014. Ob das reicht um die Rechnungen von Obama zu bezahlen?

    http://hiddensecretsofmoney.com/videos/episode-4

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