Fed-Sitzung
Die Suche nach Hinweisen

Wenn an diesem Mittwoch die nächste US-Notenbanksitzung zu Ende geht, rechnet praktisch niemand mit einer Zinsanhebung. Dennoch wird das Statement von Janet Yellen mit Spannung erwartet.
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New YorkWann tun sie es endlich? Das ist nicht nur bei simplen Liebesfilmen die Kernfrage, sondern seit Monaten auch bei den Entscheidern der US-Notenbank (Fed). Eine Zeit lang sah es aus, als würden sie im Juni 2015 zum ersten Mal nach der Finanzkrise die Leitzinsen wieder zaghaft anheben. Aber der Termin ist ja nun verstrichen.

An diesem Mittwoch geht erneut eine Sitzung der Fed-Strategen zu Ende. Aber praktisch niemand erwartet dabei eine Zinsanhebung. Denn normalerweise passiert bei der Notenbank nur bei den Sitzungen etwas, nach denen eine Pressekonferenz geplant ist. Im Jahr 2015 sind das nur noch die Termine im September und im Dezember. Die meisten Experten gehen von einer ersten Zinsanhebung noch in diesem Jahr aus, viele erwarten sie schon im September.

An diesem Mittwoch werden die Auguren daher das Statement der Fed auf Anzeichen absuchen, die einen Zinsschritt schon im September nahelegen. Michael Feroli von JP Morgan nennt einige Beispiele. So könnte etwa die bisherige Formulierung „Die Konsumausgaben waren moderat“ (consumer spending has been moderate) geändert werden in „haben angezogen“ (has picked up), um eine bessere Konjunktur und damit einen möglichen frühen Zinsschritt anzudeuten. Der Ausblick für die Konjunktur und den Arbeitsmarkt könnte von „beinahe ausgeglichen“ (nearly balanced) angehoben werden auf „ausgeglichen“ (balanced).

Gemischte Gefühle bei den Investoren

Die Fed achtet bei ihrer Zinsentscheidung vor allem auf die Konjunktur, die Arbeitslosigkeit, das Anziehen der Löhne und die Inflation. Für die Arbeitslosigkeit hat sie ihre Ziele in den letzten Monaten immer weiter abgesenkt, sie liegt aber mit zuletzt 5,3 Prozent so niedrig, dass da nicht mehr viel kommen muss, um eine Anhebung zu rechtfertigen.

Die Aussichten für die Konjunktur schwanken ständig, außerdem werden dauernd die Ergebnisse für die abgelaufenen Quartale revidiert. Aber es herrscht Einigkeit, dass die US-Wirtschaft sich nicht dramatisch schnell, aber doch solide erholt. Die Löhne sind lange Zeit überhaupt nicht angesprungen, zeigen aber inzwischen etwas Aufwärtstendenz.

Die Inflation liegt bei null und damit weit unter dem angestrebten Wert von zwei Prozent. Allerdings hat die Fed einige Male deutlich gemacht, dass sie dabei auch Sonderfaktoren wie die schwachen Energiepreise am Werk sieht, und dass ihr eine begründete Hoffnung auf ein Anziehen in Richtung zwei Prozent für eine Zinserhöhung genügen würde. Allerdings dürfte sie nach einem ersten Schritt nur sehr langsam weiter erhöhen, so lange sich keine Inflation zeigt.

Die Investoren an den Kapitalmärkten sehen dem Schritt mit gemischten Gefühlen entgegen. Viele sehnen sich regelrecht nach einer Normalisierung der bisher extrem lockeren Geldpolitik. Denn erst danach ist auch wieder deutlich mit welchem Zinsniveau und welchen Kursen man auf Dauer zu rechnen hat. Zugleich fürchten andere Investoren immer noch eine heftige Kursreaktion auf die erste Zinsanhebung oder danach – obwohl ja bereits genug Zeit war, sich auf diesen Schritt einzustellen.

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