Fed versus EZB
Warum Yellen für Draghi nicht als Vorbild taugt

Die Chefin der US-Notenbank hat die historische Zinswende geschafft – und wird dafür gefeiert. Doch auch die Fed hat die Märkte mehrfach in die Irre geführt. Häufig hat EZB-Chef Draghi besser kommuniziert.
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FrankfurtJanet Yellen ist der Liebling der Märkte – zumindest kurzzeitig. Erstmals seit einem Jahrzehnt hat sie am vergangenen Mittwoch die Zinsen in den USA erhöht und damit für große Erleichterung an den Märkten gesorgt. Nun sei mit einer kleinen Rally zu rechnen, erwartet etwa der Devisenexperte Alan Ruskin von der Deutschen Bank.

Der Chefin der US-Notenbank und ihren Kollegen ist es dieses Mal gelungen, die Erwartungen der Märkte punktgenau zu steuern. Dagegen hatte EZB-Chef Mario Draghi Anfang Dezember Analysten und Händler enttäuscht. Obwohl er eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Euro-Zone verkündete, hatten sie noch mehr erwartet. Auf den ersten Blick wirkt es so, als sei die Kommunikation der Fed ein leuchtendes Vorbild. Doch der Schein trügt. „Normalerweise hat die EZB immer besser kommuniziert als die Fed,“ sagt Berenberg Chefvolkswirt, Holger Schmieding.

Die Zinserhöhung in den USA sei zwar gelungen. Man müsse jedoch bedenken, dass dies nach Juli und September bereits der dritte Versuch gewesen sei. „Zweimal vorher ist die Kommunikation in die falsche Richtung gelaufen.“ So hatten im September bis zwei Wochen vor der geldpolitischen Sitzung der Fed die meisten Beobachter schon mit einer Zinserhöhung gerechnet. Wegen der Krise an den chinesischen Finanzmärkten und in anderen Schwellenländern machte die Fed jedoch im letzten Moment einen Rückzieher.

Bereits davor hat die Fed Ökonomen und Märkte schon häufiger auf dem falschen Fuß erwischt. Besonders kritisch war dabei der tatsächliche Kurswechsel in der US-Geldpolitik. Er hat schon viel früher stattgefunden als mit der Zinserhöhung und war begleitet von Turbolenzen und Fehlern.

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Erster Schritt löste Beben aus

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  • Ich über doch Herr Spiegel.

  • Nanana Herr Spiegel, sondern nicht sonder....üben , üben und üben

  • Herr Spiegel, jetzt hat es mit dem "das" geklappt, weiter so.

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