Finanzkrise
Griechenland fährt große Geschütze auf

Griechenland will seine Schulden strecken, um Finanzlöcher zu stopfen. Die EZB erteilt dem Vorhaben eine klare Absage. Da kommt die gesponserte Militär-Parade zum „Tag des Neins“ gerade recht.
  • 39

Athen/LuxemburgDas pleitebedrohte Griechenland lässt sich die aufwendige Militärparade zum Nationalfeiertag sponsern. Damit auf der Parade in Thessaloniki am 28. Oktober wieder Panzer rollen können, sprang ein Sponsor in die Bresche, der den Treibstoff bezahlen wird. In den beiden letzten Jahren war die Parade wegen der Finanzkrise ohne motorisierte Einheiten und Luftwaffe abgehalten worden. Jetzt wollen die Griechen wieder große Geschütze auffahren.

Bei dem Sponsor soll es sich um die bekannte Unternehmerfamilie Vardinogiannis handeln, die unter anderem im Mineralölgeschäft aktiv ist, berichtete die Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA. Der griechische Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos gab die zusätzlichen Kosten mit 35.000 Euro an.

Neben der Rückkehr zu großen Feierlichkeiten plant Griechenland schon den nächsten Wiedereinstieg: Das kriselnde Land will schnellstmöglich zurück an den Kapitalmarkt. Dafür planen die Griechen, Anfang 2014 Finanzierungslöcher mit dem Strecken von Schulden stopfen. Das in einer tiefen Rezession steckende Ägäis-Land erwägt, mit einem sogenannten Roll-Over im März auslaufende Anleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro durch Bonds mit längerer Laufzeit zu ersetzen. Dies teilte Finanzminister Yannis Stournaras im Gespräch mit der Zeitung „Naftemporiki“ vom Montag mit.

Der Staat hatte die Papiere 2009 und damit vor Beginn der Rettungsprogramme aufgelegt, um klamme Banken mit Liquidität zu versorgen und im Gegenzug Vorzugsaktien dafür erhalten. Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit rund 240 Milliarden Euro über Wasser gehalten und will in der zweiten Hälfte 2014 den Kapitalmarkt wieder anzapfen.

EZB-Direktor Jörg Asmussen erteilte zugleich der Hoffnung Griechenlands auf einen Roll-Over von Staatsanleihen des Ägäis-Landes im Bestand der EZB und der nationalen Notenbanken eine klare Absage: „Das käme einer monetären Staatsfinanzierung gleich“, betonte Asmussen in Luxemburg. Das aber ist der EZB laut EU-Vertrag verboten.

Seite 1:

Griechenland fährt große Geschütze auf

Seite 2:

2015 rechnen Experten mit Schulden von sieben Milliarden Euro

Kommentare zu " Finanzkrise: Griechenland fährt große Geschütze auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der griechische Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos gab die zusätzlichen Kosten mit 35.000 Euro an.(Zitat)

    Warum so viel "gesammeltes" Geld wieder "verplempern". Man zimmere sich aus Pappkarton die Panzer zusammen und stelle jeweils einen Besatzer hinein und ab geht die Post. Kinder können das schon länger. Und nicht vergessen am Begrüssungsrand eine Figur mit Fr. Merkel nicht vergessen.

  • Es bestärkt mich immer mehr, die AfD zu wählen, gerade bei den Europawahlen! Die Griechen müssen raus aus dem Euro- und EU-Raum. Auch Frankreich (Front National), Österreich, Finnland und Großbritannien werden gehörig Druck aufbauen. Ein "Weiterso" ist nicht mehr real.

  • @Rechner
    . . . dann geben Sie Zimbabwe den Euro und lassen Sie die dortige Wirtschaft in unmittelbare Konkurrenz mit Deutschlands Wirtschaft treten . . . In ein paar Jahren gehört uns dann dort jeder Quadratmeter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%