Finanzkrise

Griechenland fährt große Geschütze auf

Griechenland will seine Schulden strecken, um Finanzlöcher zu stopfen. Die EZB erteilt dem Vorhaben eine klare Absage. Da kommt die gesponserte Militär-Parade zum „Tag des Neins“ gerade recht.
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Ein griechischer Fan bei der Fußball-EM 2012. Zum Nationalfeiertag lässt sich das Land seine Militärparade nun sponsern. Quelle: dpa

Ein griechischer Fan bei der Fußball-EM 2012. Zum Nationalfeiertag lässt sich das Land seine Militärparade nun sponsern.

(Foto: dpa)

Athen/LuxemburgDas pleitebedrohte Griechenland lässt sich die aufwendige Militärparade zum Nationalfeiertag sponsern. Damit auf der Parade in Thessaloniki am 28. Oktober wieder Panzer rollen können, sprang ein Sponsor in die Bresche, der den Treibstoff bezahlen wird. In den beiden letzten Jahren war die Parade wegen der Finanzkrise ohne motorisierte Einheiten und Luftwaffe abgehalten worden. Jetzt wollen die Griechen wieder große Geschütze auffahren.

Bei dem Sponsor soll es sich um die bekannte Unternehmerfamilie Vardinogiannis handeln, die unter anderem im Mineralölgeschäft aktiv ist, berichtete die Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA. Der griechische Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos gab die zusätzlichen Kosten mit 35.000 Euro an.

Neben der Rückkehr zu großen Feierlichkeiten plant Griechenland schon den nächsten Wiedereinstieg: Das kriselnde Land will schnellstmöglich zurück an den Kapitalmarkt. Dafür planen die Griechen, Anfang 2014 Finanzierungslöcher mit dem Strecken von Schulden stopfen. Das in einer tiefen Rezession steckende Ägäis-Land erwägt, mit einem sogenannten Roll-Over im März auslaufende Anleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro durch Bonds mit längerer Laufzeit zu ersetzen. Dies teilte Finanzminister Yannis Stournaras im Gespräch mit der Zeitung „Naftemporiki“ vom Montag mit.

Der Staat hatte die Papiere 2009 und damit vor Beginn der Rettungsprogramme aufgelegt, um klamme Banken mit Liquidität zu versorgen und im Gegenzug Vorzugsaktien dafür erhalten. Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit rund 240 Milliarden Euro über Wasser gehalten und will in der zweiten Hälfte 2014 den Kapitalmarkt wieder anzapfen.

EZB-Direktor Jörg Asmussen erteilte zugleich der Hoffnung Griechenlands auf einen Roll-Over von Staatsanleihen des Ägäis-Landes im Bestand der EZB und der nationalen Notenbanken eine klare Absage: „Das käme einer monetären Staatsfinanzierung gleich“, betonte Asmussen in Luxemburg. Das aber ist der EZB laut EU-Vertrag verboten.

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39 Kommentare zu "Finanzkrise: Griechenland fährt große Geschütze auf"

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  • Der griechische Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos gab die zusätzlichen Kosten mit 35.000 Euro an.(Zitat)

    Warum so viel "gesammeltes" Geld wieder "verplempern". Man zimmere sich aus Pappkarton die Panzer zusammen und stelle jeweils einen Besatzer hinein und ab geht die Post. Kinder können das schon länger. Und nicht vergessen am Begrüssungsrand eine Figur mit Fr. Merkel nicht vergessen.

  • Es bestärkt mich immer mehr, die AfD zu wählen, gerade bei den Europawahlen! Die Griechen müssen raus aus dem Euro- und EU-Raum. Auch Frankreich (Front National), Österreich, Finnland und Großbritannien werden gehörig Druck aufbauen. Ein "Weiterso" ist nicht mehr real.

  • @Rechner
    . . . dann geben Sie Zimbabwe den Euro und lassen Sie die dortige Wirtschaft in unmittelbare Konkurrenz mit Deutschlands Wirtschaft treten . . . In ein paar Jahren gehört uns dann dort jeder Quadratmeter.

  • 'wachsamer' sagt
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    Eine starke Währung erdrückt immer die schwächere Wirtschaftsregion.
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    Weshalb Zimbawe mit seiner eigenen Währung prosperiert.

  • "Die Währungsgemeinschaft=Garant für den Frieden"

    Wo haben Sie denn das aufgeschnappt? Das beste Beispiel für eine Währungsgemeinschaft hat die Einführung der DM-Mark in den neuen Bundesländern doch geliefert.
    Eine starke Währung erdrückt immer die schwächere Wirtschaftsregion. Der EURO ist ganz Friedensgarant, sondern ein Instrument zur Ausdehnung des Wirtschaftsraumes.

  • "Griechenland fährt große Geschütze auf"

    Welche ECHTEN denn? Sind es nicht nur wieder mit den feinsten Zutaten gefüllte GULASCHKANONEN für die "Auserwählten"?

  • @Freidenker

    Und damit werden ja dann wohl auch Sie geschlachtet. Solche Kommentare sind einfach nur Unsinn. Die Mehrzahl der Deutschen hat einfach nur Angst, sein Kreuz am rechten Rand zu machen, und die Mehrzahl hat ein hohes Misstrauen gegen Politiker jeglicher Farbe entwickelt, weil das Vertrauen über Jahrzehnte missbraucht wurde.
    Und wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und sich einmal vor Augen führen, wie die nationalen Parteien in der Öffentlichkeit zum Teil in Erscheinung treten, ist es wenig verwunderlich, dass die Akzeptanz noch nicht bei den Bürgern angelangt ist.
    Ich gehöre sicherlich nicht zu den Ängstlichen und habe meine Kreuzchen gemacht, weil ich zu Deutschland stehe. Doch Parolen allein helfen nicht. Was die Menschen wollen sind konkrete Lösungsvorschläge und kalkulierbare Zielsetzungen für Planungssicherheit in Wirtschaft und Familie. Damit konnte der rechte Rand absolut nicht überzeugen und steht sich durch das Geschwätz vom Deutschen Reich und der Götzenanbetung eines AH in den eigenen Reihen leider auch nur zu oft selbst im Weg.
    Nationaldemokratie heißt nicht, dass man den Mist der Vorväter wiederholen soll, sondern aus den Fehlern lernen muss, um es besser zu machen. Man beachte dabei das Wort Demokratie.
    . . . ich habe fertig . . .

  • 'Freidenker' phantasiert
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    Bevor Sie so auf die Greichen wettern, fangen Sie doch ertsmal in IHREM EIGENEN LANDE AN!!

    Der ÖD samt POLITIKER PLÜNDERT SEID JAHREN DIE MITTE!! Oder woher kommen die Gelder, die Millionen, die versenkt werden bzw. jedes Jahr das Gehalt der Beschäftigten im ÖD aufbessern?!

    Dieser Bürokratische Staat plündert genauso wie in Griechenland.
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    Wirklich?

    Deutschland gab 2012 7,7% seines Bruttosozialprodukts für die Bezahlung seiner Staatsdiener aus, Griechenland 12,4%.

    In Deutschland sind die Ausgaben für Beamtengehälter zwischen 2001 und 2012 um 18,3% gestiegen, in Griechenland um 59,5%.

    +++

    'Freidenker' phantasiert
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    Wir leben in einer unglaublichen MATRIX!!! Und die dumme Masse begreift nicht was wirklich um sie herum geschieht.
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    Dafür sind Sie selbst das beste Beispiel.

  • Das ist offenbar zuviel verlangt

  • Korrektur, die Wohlhabenden wurden genauso geschröpft, wie alle anderen. Lediglich die Reichen werden immer Reicher. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen wohlhabend und reich. Den sehen die Parteien sehr wohl, ignorieren ihn ja. Denn an die Reichen kommen sie nicht ran, die werden überall auf der Welt mit offenen Armen empfangen. Also müssen alle anderen umso mehr bluten.

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