Fiskalpolitik
Welche Länder ihre Sparer am stärksten schröpfen

Viele Länder setzen bei der Lösung ihrer Schuldenprobleme nicht nur auf höhere Steuern. Sie schröpfen die Sparer auch durch andere Methoden. Besonders erfolgreich sind die USA. Doch auch der deutsche Staat langt zu.  
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Kaum ein Ökonom hat sich so ausführlich mit der Geschichte weltweiter Finanz- und Schuldenkrisen beschäftigt wie Carmen Reinhart. Die Harvard-Professorin hat die Krisen aus acht Jahrhunderten verglichen und nach Gemeinsamkeiten gesucht. Ein Muster trat dabei immer wieder zu Tage: Die meisten Staaten werden ihre hohe Verschuldung mit konventionellen Mitteln nicht los.

Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, reichen oft nicht aus. Stattdessen griffen die Staaten bei früheren Schuldenkrisen fast immer auf ein anderes Mittel zurück: finanzielle Repression. Gemeint sind Maßnahmen, mit denen der Staat in den Markt eingreift und seine Finanzierungskosten künstlich niedrig hält. Ein wesentliches Merkmal finanzieller Repression sei der starke Einfluss nicht-marktüblicher Kräfte auf den Zinssatz, schreibt Carmen Reinhart dazu.

Das Instrumentarium hierfür reicht von sehr offensichtlichen Dingen wie niedrig verzinsten Zwangsanleihen bis hin zu weniger offensichtlichen Dingen, wie einer Umgestaltung der Regeln für die Anleger.

Die EU-Kommission hat beispielsweise durch das Regelwerk „Solvency II“ dafür gesorgt, dass die großen Versicherungen für Staatsanleihen weniger Eigenkapital zurücklegen müssen als für andere Anlageklassen. Das soll angeblich für Stabilität sorgen, weil Staatsanleihen sicherer seien. Wenn man für Staatsanleihen kein Eigenkapital zurücklegen muss, für Anleihen oder Aktien von Unternehmen aber sehr viel, dann ist klar wie sich ein große Versicherung entscheidet: Sie hat kaum eine andere Wahl, als in Staatspapiere zu investieren. Auch Zentralbanken können durch Eingriffe am Anleihemarkt den Zins für Staatsanleihen künstlich nach unten drücken.

„Die finanzielle Repression ist für mich der wichtigste Anlagetrend der kommenden zwanzig Jahre“, sagt  Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Für Politiker hat die finanzielle Repression einen großen Vorteil: Sie können damit die Finanzposition des Staates verbessern, ohne die Steuern erhöhen zu müssen. Die Amerikaner sind auf diese Weise nach dem Zweiten Weltkrieg bis Ende der 1970er einen großen Teil ihrer Schulden losgeworden.

Auch in der heutigen Schuldenkrise kommt das eine oder andere Mittel schon zum Einsatz. Ökonomen der französischen Investmentbank Natixis haben in einer Studie berechnet, wie viel einzelne Länder durch Financial Repression sparen. Um dies zu messen, verglichen sie die Unterschiede zwischen ihrem aktuellen und "normalen" Zinsniveau. Letzteres ermittelten sie anhand langfristiger Daten für Zinsen und Wirtschaftswachstum. Dann schauten sie sich an, wie viele Anleihen die Länder zum besonders niedrigen Zinssatz auf den Markt geworfen haben.

Das Ergebnis: Grade die USA profitieren besonders. Bei ihnen macht die geschätzte Ersparnis in diesem Jahr 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Umgerechnet sind das fast 390 Milliarden US-Dollar.

Großbritannien profitiert ebenfalls massiv. Die Briten sparen in diesem Jahr bei 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung oder umgerechnet rund 32 Milliarden US-Dollar. Der deutsche Staat profitiert mit immerhin 36 Milliarden US-Dollar (ein Prozent des BIP) und Frankreich mit 11 Milliarden US-Dollar (0,4 Prozent des BIP). Nur Japan geht leer aus. Dort stagnieren die Preise seit Jahren. Für Sparer bedeutet das: Selbst minimale Zinsen für Staatsanleihen sind attraktiv.

Kommentare zu " Fiskalpolitik: Welche Länder ihre Sparer am stärksten schröpfen"

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  • 1. Der Staat erscheint mehr u mehr als Feind des Bürgers und schreckt auch vor veritablen Raubrittermethoden nicht zurück. Was macht er eigentlich mit all dem erpressten Geld. Bis jetzt floß fast alles in die Einkommens- u Pensionsprivilegien des öffentlichen Dienstes! Das wird so weitergehen, dennn alle Parlamente sind in der Abhängigkeit von Beamten und die Abgeordnetn des deutschen Bundestages werden sogar in Anlehnung an das Beamtenrecht entlohnt. Bei der Differenz zwischen Pensionen (Ø 2800,-€) und Renten (Ø 800,-€). Wird diese Abhängigkleit besonders augenfällig! Hier ist schon ein echtes Zweiklassen-System entstanden. Was hat das noch mit Demokratie zu tun??
    2. Wie kommt ein von Bürger finanziertes Institut wie das DIW dazu einen solchen Vorschlag zu machen? Ach ja, Auch da forschen Beamte!!
    1. Der Staat erscheint mehr u mehr als Feind des Bürgers und schreckt auch vor veritablen Raubrittermethoden nicht zurück. Was macht er eigentlich mit all dem erpressten Geld. Bis jetzt floß fast alles in die Einkommens- u Pensionsprivilegien des öffentlichen Dienstes! Das wird so weitergehen, dennn alle Parlamente sind in der Abhängigkeit von Beamten und die Abgeordnetn des deutschen Bundestages werden sogar in Anlehnung an das Beamtenrecht entlohnt. Bei der Differenz zwischen Pensionen (Ø 2800,-€) und Renten (Ø 800,-€). Wird diese Abhängigkleit besonders augenfällig! Hier ist schon ein echtes Zweiklassen-System entstanden. Was hat das noch mit Demokratie zu tun??
    2. Wie kommt ein von Bürger finanziertes Institut wie das DIW dazu, einen solchen Vorschlag zu machen? Ach ja, Auch da forschen Beamte!!

  • Ja finde ich jetzt auch ziemlich daneben alle Vermögenden (Billionäre?! man nenne mir bitte einen Dollar, Euro Billionär) hier mal wieder als Schmarotzer, Zocker oder sonst was hinzustellen.
    Wer heute aus dem Stand Millionär wird, hat i.d.R. eine gute Geschäftsidee und in der Lage die zu verwirklichen. Beispiele gibt es genug, ob Sies glauben oder nicht.
    Ansonsten gibt es noch einen Haufen Familienbetriebe die Vermögen darstellen und hoffentlich an die nächste Generation weitergegeben werden. Und ja die bringen durchaus ihren Beitrag zur Gesellschaft. Die Bürger die mit Hilfe des "Finanzmarktes" in den letzten Jahren reich geworden sind gibt es natürlich aber sie stellen eine Minderheit dar. Ausserdem ist es nicht verwerflich bsp. mit dem Aktienhandel Geld zu verdienen. (oder zu verlieren) Die Börse ist ein essentieller Marktplatz für Unternehmensanteile bitte nicht vergessen.
    Oder sind jetzt geschickte Gemüsehändler, Aut

  • kompletter Blödsinn was sie da schreiben. Unglaublich das dieser Geldystem, Zinseszinsquatsch immer noch im Netz rumsspukt und das tatsächlich mancher noch einleuchtend findet. Blamabel ehrlich. Haben Sie überhaupt verstanden um was es indem Artikel ging?

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