Forderung von Finanzstaatssekretär
Euro-Clearing aus London abziehen

Wie umgehen mit dem Euro-Clearing nach dem Brexit? Für viele ist ein Abzug aus London unausweichlich. Auch Michael Meister, Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, plädiert für den Abzug.
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Frankfurt/MainDie billionenschwere Abwicklung von Handelsgeschäften mit Euro-Wertpapieren muss nach Ansicht Deutschlands wegen des Brexits aus London abgezogen werden. „Selbst wenn Großbritannien theoretisch alle Regulierungen, die wir in Europa vornehmen, in diesem Bereich zu 100 Prozent in britischem Recht abbilden würde, bleibt noch die Frage, wer würde institutionell Aufsicht führen und möglicherweise dafür sorgen, dass Recht beachtet und eingehalten wird?“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU), am Dienstag auf einer Veranstaltung der Deutschen Börse in Frankfurt.

„Vor dem Hintergrund bin ich der festen Überzeugung, dass beim Clearing die Risiken, die für Kontinentaleuropa, für die EU schlagend werden könnten, auch aus Europa heraus kontrolliert werden müssen“, sagte Meister. „Das bedeutet entweder einen Durchgriff des Regulierers nach London und Großbritannien oder eben eine Durchführung der entsprechenden Geschäfte hier, innerhalb der EU. Den Durchgriff des europäischen Regulierers nach Großbritannien kann ich mir - auch vor dem Hintergrund der aktuellen öffentlichen Debatten - nur schwer vorstellen.“

Clearing-Häuser stehen im Handel zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, wenn einer der Handelspartner ausfällt. Das sogenannte Euro-Clearing, also die Verrechnung von Zins- und Anleihekontrakten basierend auf Euro, findet derzeit überwiegend in London statt. Großbritannien steuert jedoch auf einen Austritt aus der Europäischen Union zu.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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