Forward-Darlehen
Die Zinszukunft sichern

Mit Forward-Darlehen können sich Eigenheimbesitzer für die Anschlussfinanzierung ihres Baukredits die Zinsen von heute sichern. Die FMH-Finanzberatung hat Angebote von 38 Banken, Sparkassen und Versicherern analysiert.
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KölnDie Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrem Kurs fest. Auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche gaben die Notenbanker kein Signal für ein Ende der ultralockeren Zinspolitik. Sie wollen ihr Anleihekaufprogramm mindestens bis Ende dieses Jahres fortsetzen, im Notfall wollen sie es sogar noch ausweiten. Von einer möglichen Leitzinsanhebung war gar nicht erst die Rede. Der Leitzins werde über das Ende der Anleihekäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben, bekräftigte die EZB – also bei null.

Auf den ersten Blick gibt es jetzt also keinen Grund, sich auf steigende Zinsen einzustellen. Ein kleines Detail im Verlauf der EZB-Sitzung deutete allerdings darauf hin, dass irgendwann auch wieder andere Zeiten kommen. Die Notenbank hält sich nun nicht mehr die Option offen, den Leitzins weiter zu senken. Der nächste Zinsschritt geht nach oben.

Wer einen Baukredit aufgenommen hat und mittelfristig eine Anschlussfinanzierung benötigt, sollte deshalb über ein Forward-Darlehen nachdenken. „Es ist eine Art Versicherung gegen steigende Zinsen“, erklärt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Im Prinzip funktionieren Forward-Darlehen wie eine normale Anschlussfinanzierung. Mit einem Unterschied: Der Zinssatz wird zum Teil mehrere Jahre vor dem Ende des bestehenden Kreditvertrags festgeschrieben und richtet sich nach dem aktuellen Marktniveau.

Wer davon ausgeht, dass die Zinsen in einigen Jahren höher liegen als heute, kann sich die aktuellen Konditionen für die Anschlussfinanzierung sichern. Steigen die Zinsen spürbar, lohnt sich ein Forward-Darlehen, auch wenn dafür ein Aufschlag fällig wird. Bis zum Ende des alten Kreditvertrags fallen keine Kosten an. Bewegen sich die Zinsen doch nicht, können Bankkunden ein einmal abgeschlossenes Forward-Darlehen allerdings nicht wieder kündigen.

Die FMH-Finanzberatung hat Forward-Darlehen von 38 Banken, Sparkassen und Versicherern verglichen. Dabei haben die Experten unterschiedliche Vorlaufzeiten, Darlehenshöhen und Zinsfestschreibungsdauern zugrunde gelegt. Einen Gesamtsieger gibt es nicht. Je nach Ausgangsbedingungen schneiden unterschiedliche Kreditinstitute am besten ab. „Man sollte immer sowohl bei seiner Hausbank als auch bei einer fremden Bank ein Angebot einholen“, rät Herbst. Bei einer fremden Bank bekommen Hausbesitzer zwar in der Regel bessere Konditionen. Grund: Die Bank ermittelt den Objektwert neu. Bei steigenden Immobilienpreisen und einem bereits teilweise getilgten Baukredit fällt die Neubewertung meist günstig aus. Andererseits hat die Hausbank womöglich ein Aktionsangebot oder Sonderkonditionen für treue Kunden.

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