Geldpolitik
Bundesbank sieht Gefahren für die Finanzstabilität

Die Bundesbank warnt wegen der Minizinsen und einem eher flauen Wachstum vor Risiken für die Finanzstabilität. Noch ist die Lage nach Einschätzung der Notenbanker nicht besorgniserregend – aber das könnte sich ändern.
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FrankfurtDie Bundesbank warnt vor Risiken für die Finanzstabilität wegen des anhaltenden Zinstiefs. „Im aktuellen makroökonomischen Umfeld besteht die Gefahr, dass Marktteilnehmer Risiken unterschätzen und nicht ausreichend berücksichtigen, dass die Vermögenspreise fallen und die Zinsen steigen können“, sagte die Vizepräsidentin der Notenbank, Claudia Buch, am Mittwoch bei der Vorstellung des „Finanzstabilitätsberichts 2016“ in Frankfurt.

Am deutschen Immobilienmarkt sieht die Bundesbank trotz teils kräftig gestiegener Preise jedoch noch keine gefährlichen Übertreibungen. „Obwohl die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland seit dem Jahr 2010 deutlich steigen, gibt es aktuell keine Anzeichen für eine exzessive Kreditvergabe oder eine Abschwächung der Kreditvergabestandards“, erklärte Buch. Die Finanzbranche vergebe Kredite nach wir vor mit Augenmaß.

Allerdings verlockten die niedrigen Zinsen andererseits zum Schuldenmachen. Käufer müssten sich darüber im Klaren sein, dass dann, wenn die Zinsen wieder steigen, die Preise und Bewertungen an den Märkten zurückgehen würden: „Finanzierungen, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen, könnten sich dann als nicht nachhaltig herausstellen“, warnte Buch.

Banken und Sparkassen tun sich mit dem Geldverdienen angesichts der extrem niedrigen Zinsen zwar schwer, die Mehrheit der Institute kann mit der Ertragsschwäche aber nach Einschätzung der Bundesbank noch umgehen. „Die Solvenz und Liquidität der deutschen Banken und Sparkassen steht außer Frage“, betonte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Die Notenbank warnte jedoch vor Risiken, wenn die Zinsen wieder steigen sollten. Um die nachhaltige Ertragsschwäche zu überwinden, müssten die Institute nicht nur ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen, sondern auch über Fusionen, eine Ausdünnung des Filialnetzes und weitere Einsparungen nachdenken.

Die Brüsseler Pläne zu einer gemeinsamen Einlagensicherung in Europa sieht die Bundesbank nach wie vor kritisch. Auch der aktuelle Kompromissvorschlag der EU-Kommission, wonach ein europäisches Schutzsystem zunächst nur als Rückversicherung zu den nationalen Sicherungstöpfen einspringen sollte, sei nicht tragbar, erklärte Dombret. „Im Ergebnis sollten wir beim jetzigen System der Harmonisierung nationaler Einlagensicherungssysteme bleiben, solange viele offene Fragen ungeklärt sind.“

Viele EU-Staaten hatten anders als Deutschland bis zuletzt kein funktionierendes nationales System zum Schutz der Einlagen von Bankkunden. Die deutsche Kreditwirtschaft befürchtet, dass ihre über Jahre gefüllten Töpfe für Schieflagen in anderen Ländern angezapft werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn ich mir ein Haus für 300.000 Euro kaufe, das in 5 Jahren 20 Prozent Wertzuwachs erzielt, dann verkaufe ich dieses Haus und kaufe mit 60.000 Euro mehr Eigenkapital ein Haus für 500.000 Euro.

    Das gleiche 5 Jahre später noch einmal beim Kauf eines Hauses für eine Million.
    So erreicht man aus 60.000 Euro Eigenkapital leicht 300.000 Euro.

  • Was meint Frau Prof. Buch, könnten Banken und Sparer für Zinsen erwirtschften, wenn Unternehmen nicht ausreichend investieren und statt mit Krediten finanzieren selbst Finanzüberschüsse sparen?

    Wo sollen Zinsen herkommen, wenn der Staat keine neuen Kredite aufnimmt und Schulden relativ zum BIP abbaut, sowie absolut in Milliarden Euro verringert?

    Wie können privathaushalte auf ihre Ersparnisse Zinsen erhalten, wenn anderePrivathaushalte keine Krefite aufnehmen?
    Antwort: Dann gibt es keine Zinsen, ist das klar?

  • Kennt Frau Prof. Buch ein Maß für das Risiko von Krefitausreichungen der deutschen Banken und Sparkassen? Dann sollte sie das auch im Budeesbankbericht schreiben, sonst ist alles unbewiesene Behauptung.

    Solange die privaten Haushalte weiterhin jährlich über 160 Milliarden Euro zusätzlich sparen, wie könnten da wohl 50 Milliarden mehr private Kredite ein Risiko darstellen?

    Banken haben mit Krediten für Immobilien Handel getrieben. Auch heute können Banken Immobilien samt finanzierenden Krediten verkaufen und so das Risiko auf die Käufer abwälzen.

    Es lassen sich weiter Kreditpakete packen und die eingepackten Immobilienkredite, d. h. die verpackten Immobilienschulden als Wertpapiere verkaufen, Dann sind Banken nicht nur auf Niedrigzinsen angewiesen, sie verdienen Honorare und Gebühren mit den "Wertpapierverkäufen". Zuglrich sinkt das Ausfallrisiko der Banken füt solche Kredite.

    Es ist eine Schande, dass die Deutsche Bundesbank so ungenau berichtet, was schon an
    Lüge grenzt.

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