Geldpolitik der EZB: „Wenn man genügend Geld druckt, bekommt man immer Inflation“

Geldpolitik der EZB
„Wenn man genügend Geld druckt, bekommt man immer Inflation“

Gibt es eine Alternative zur ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)? Peter Praet, Chefvolkswirt der EZB, hat auf diese Frage eine deutliche Antwort.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sieht die in Deutschland umstrittene ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als alternativlos an. „Einen Plan B gibt es nicht, es gibt nur einen Plan“, sagte Praet dem belgischen Wochenmagazin „Knack“.

Die EZB sei bereit, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Inflation in Richtung zwei Prozent zu bringen. „Wenn man genügend Geld druckt, bekommt man immer Inflation. Immer“, betonte Praet. Es sei aber schwieriger, die Teuerung anzuheizen, wenn wie momentan die Preise für Öl und Rohstoffe fallen.

Die EZB pumpt seit März über ihr Anleihenkauf-Programm Monat für Monat Milliarden in das Finanzsystem. Das Programm wurde zuletzt sogar um sechs Monate bis mindestens Ende März 2017 verlängert, es ist inzwischen auf 1,5 Billionen Euro angelegt. Trotz der immensen Geldflut der Euro-Wächter zogen die Preise im Euro-Raum im Dezember erneut nur um 0,2 Prozent an. „Ich akzeptiere, dass unsere Politik bislang noch nicht erfolgreich war“, sagte Praet.

In Deutschland wird der Kurs der EZB kritisch gesehen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt etwa vor Nebenwirkungen, wenn das billige Geld im Finanzsystem zu lange zirkuliert und zu Übertreibungen führt. Manche Wirtschaftsprofessoren hatten als Alternative etwa die Idee ins Spiel gebracht, den Verbrauchern im Euro-Raum direkt Geld zu überweisen, um die Konjunktur und damit auch die Inflation anzukurbeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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