Geldpolitik der FED
„Bernanke wird kein Öl ins Feuer gießen“

Seit zwei Tagen beraten der Chef der US-Zentralbank und seine Experten über die Zukunft von Zinssatz und Anleihekäufe. Die Fachleute fragen sich, wann er die expansive Geldpolitik endlich beenden wird.
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DüsseldorfHeute Abend tritt er wieder auf: Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Zentralbank, wird zum Abschluss der zweitägigen FOMC-Tagung (Federal Open Market Commitee) eine Pressekonferenz geben. Experten werden mit einem Auge danach schielen, was Bernanke heute verkünden wird. Doch mit einem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik rechnet kaum einer.

Seit Monaten pumpt die amerikanische Zentralbank (FED), an deren Spitze Bernanke steht, Geld in den Markt. Anleihen im Wert von 85 Milliarden US-Dollar kauft die FED monatlich auf. Der Leitzins liegt nahe Null. Wann aber kommt es zur Abkehr von dieser expansiven Geldpolitik?

Fachleute sehen ihr Ende noch nicht gekommen, auch eine Erhöhung des Leitzinses erwarten sie nicht. „In den vergangenen Wochen kam es zu deutlichen Zinsanstiegen. Bernanke wird kein Öl ins Feuer gießen“, sagt Bernd Weidensteiner, Volkswirt der Commerzbank.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die FED ihre expansive Gelpolitik weiterführen wird, sind auch die derzeitigen Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Denn die FED hatte bereits im Vorfeld angerkündet, so lange an ihrer Geldpolitik festhalten zu wollen, bis monatlich 200.000 Menschen mehr einen Job haben. Dieser Schwellenwert wurde im vergangenen Jahr jedoch nur dreimal überschritten.

Fachleute rechnen mit einem Ende der Anleihekäufe frühestens im September oder Dezember dieses Jahres. „Die heutige Pressekonferenz dient vor allen Dingen der Kommunikation. Das ist ein wichtiger Baustein um einen möglichen Exit vorzubereiten“, äußert sich Weidensteiner. Behält die Fachwelt Recht, wird von der heutigen Pressekonferenz kaum ein Impuls für die Märkte ausgehen.

Annika Reinert
Sabine Bernard
Handelsblatt / Praktikantin

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